10. August 2018, 08:00 Uhr

Presseaussendung

Halbjahresergebnisse 2018

  • Umsatz entwickelt sich mit 352,7 Mio € im ersten Halbjahr 2018 zufriedenstellend
  • EBIT weist mit 10,1 Mio € in die richtige Richtung
  • Spätere Umsatz- und Gewinnrealisierung durch neuen Rechnungslegungsstandard IFRS 15
  • Auftragsbestand über 1-Milliarde-Euro-Marke, Management rechnet für 2018 mit Umsatz über 900 Mio € und mehr als 5% EBIT-Margex
KONZERNKENNZAHLEN 1-6/20171-6/2018Ohne IFRS 15
UmsatzerlöseMio €393,6352,7403,0
EBITMio €2,710,117,4
PeriodenergebnisMio €3,45,310,8
Cashflow aus der operativen TätigkeitMio €-51,7-39,4-39,4
Eigenkaptial in % der Bilanzsumme 33,6%31,7%33,3%
Gewinn je Aktie-0,30,10,9
Mitarbeiterstand zum 30. Juni 3.3153.4713.471
Auftragsbestand zum 30. JuniMio €812,01.030,51.030,5

 

Die Weltwirtschaft ist in den ersten sechs Monaten 2018 wie erwartet stark gewachsen. Die globale Feuerwehrbranche hat von dieser freundlichen wirtschaftlichen Stimmung profitiert und entwickelt sich weiter stabil. Es sind vor allem die Länder mit kontinuierlichem Beschaffungswesen und/oder erhöhtem Sicherheitsbedürfnis nach Natur- oder Terrorkatastrophen, die die Nachfrage tragen.

Umsatz- und Ertragslage
Der Rosenbauer Konzern erzielte im ersten Halbjahr 2018 einen Konzernumsatz von 352,7 Mio € (1–6/2017: 393,6 Mio €).  Dieser Rückgang ist dabei auf die erstmalige Anwendung von IFRS 15 zurückzuführen, mit der im laufenden Geschäftsjahr von einer zeitraumbezogenen Umsatzrealisierung auf eine zeitpunktbezogene Umsatzrealisierung umgestellt wurde. Anders als in der Vergangenheit sind demnach Umsätze nicht mehr gemäß dem Abarbeitungsgrad der Fertigungsaufträge zu buchen, sondern erst mit der Produktauslieferung an den Kunden.

Zwischen Jänner und Juni dieses Jahres waren die Auslieferungen in einigen Ländern Asiens sowie Zentral- und Osteuropas rückläufig, der Nahe und Mittlere Osten sowie der Stationäre Brandschutz verzeichneten hingegen deutlich höhere Volumina als in der entsprechenden Vorjahresperiode. Aktuell verteilt sich der Konzernumsatz wie folgt auf die verschiedenen Absatzregionen: 32% Area CEEU, 12% Area NISA, 12% Area MENA, 13% Area APAC, 28% Area NOMA sowie 3% auf das Segment Stationärer Brandschutz.

Das EBIT lag im ersten Halbjahr mit 10,1 Mio € (1–6/2017: 2,7 Mio €) klar über dem Vorjahreswert. Dazu hat vor allem eine starke Produktionsleistung mit einem hohen Bestand an fertigen und unfertigen Erzeugnissen und eine folglich sehr gute Fixkostenabdeckung beigetragen. Das Finanzergebnis weist einen Verlust von -3,6 Mio € (1-6 2017: 0,7 Mio €) aus, der neben den aus Fremdfinanzierung angefallenen Zinsaufwendungen auch stichtagsbezogene Buchwertverluste aus Absicherungsgeschäften auf den US-Dollar beinhaltet. Das Konzern-EBT in der Berichtsperiode betrug 6,1 Mio € (1–6/2017: –3,7 Mio €).

Der Auftragseingang ist indes mit 525,4 Mio € (1-6 2017: 458,3 Mio €) in den ersten sechs Monaten weiter stark gewachsen.  Der Auftragsbestand zum 30. Juni 2018 lag mit 1.030,5 Mio € (30. Juni 2017: 882,6 Mio €) deutlich über dem Vorjahreswert. Mit diesem Auftragsbestand verfügt der Rosenbauer Konzern über eine zufriedenstellende Auslastung der Fertigungsstätten sowie eine gute Visibilität in Bezug auf die kommenden sechs Monate.

Finanz- und Vermögenslage
Branchenbedingt ist die Bilanzstruktur unterjährig durch ein hohes Working Capital geprägt. Dieses resultiert aus einer mehrmonatigen Durchlaufzeit der in Fertigung befindlichen Fahrzeuge. Die unterjährig hohe Bilanzsumme von 696,2 Mio € (30. Juni 2017: 685,4 Mio €) ist insbesondere auf das gegenüber dem Stichtag 31.12.2017 höhere kurzfristige Vermögen zurückzuführen.

Im Zuge der Umstellung auf IFRS 15 sind die Fertigungsaufträge zur Gänze entfallen (30. Juni 2017: 98,5 Mio €), die Vorräte haben sich gleichzeitig auf 328,6 Mio € (30. Juni 2017: 224,7 Mio €) erhöht. Das kurzfristige Vermögen belief sich am Ende des Berichtszeitraumes auf 509,3 Mio € (30. Juni 2017: 501,9 Mio €).

Die kurzfristigen Forderungen lagen mit 160,2 Mio € (30. Juni 2017: 165,2 Mio €) unter dem Niveau des Vorjahres. Die Nettoverschuldung des Konzerns (der Saldo aus verzinslichen Verbindlichkeiten abzüglich Zahlungsmittel und Wertpapiere) reduzierte sich im Vergleich zur Vorjahres-Berichtsperiode auf 245,5 Mio € (30. Juni 2017: 247,9 Mio €).

Aufgrund des hohen Working Capitals – bedingt durch die hohen Kundenforderungen – ist der Cashflow aus der operativen Tätigkeit unterjährig mit -39,4 Mio € (1-6/2017: -51,7 Mio €) noch negativ.

Ausblick
Der IWF hat jüngst seine Wachstumsprognose für die Weltwirtschaft mit plus 3,9 Prozent 2018 und 2019 bestätigt.  Der eskalierende Handelsstreit und politische Unsicherheiten haben jedoch für eine Eintrübung des Konjunkturausblicks gesorgt.

Die Feuerwehrbranche folgt erfahrungsgemäß der allgemeinen Konjunktur mit einem mehrmonatigen Abstand und sollte sich weiter stabil entwickeln. Rosenbauer verfolgt die Entwicklung in den verschiedenen Feuerwehrmärkten sehr genau, um Absatzchancen frühzeitig nutzen zu können. Abhängig davon, welche Länder oder Regionen ein erhöhtes Beschaffungsvolumen erkennen lassen, werden die Vertriebsaktivitäten intensiviert. Damit die angestrebte Geschäftsentwicklung eine solide finanzielle Basis hat, bleiben Effizienzsteigerung und Kostenreduktion unverändert im Fokus. Trotz des anhaltenden Margendrucks in den entwickelten Märkten strebt das Management von Rosenbauer einen Umsatz und ein Ergebnis deutlich über den Werten des Vorjahres an.

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