Florida ist Einsatzort für PANTHER #2.000

Einweihungsfeier im Sunshine State

Es ist eine beeindruckende Zahl: Ende 2019 ist der 2.000. PANTHER vom Band gerollt. Das Jubiläumsexemplar des leistungsstarken Flughafenlöschfahrzeugs von Rosenbauer wurde am Produktionsstandort in US-Bundesstaat Minnesota gebaut und daraufhin an seinen Einsatzort nach Florida überstellt. Im Jänner 2020 wurde das Fahrzeug offiziell in Dienst gestellt, und zwar mit einem traditionell amerikanischen Taufritual: der Pushback Ceremony.

Ein PANTHER aus Übersee

1992 wurde der erste Rosenbauer PANTHER ausgeliefert. 27 Jahre später trat nun – mittlerweile in vierter Generation – PANTHER Nummer 2.000 den Flughafenlöschdienst an. Sein Einsatzort? Der Flughafen Fort Lauderdale-Hollywood in Florida. Gebaut wurde das Fahrzeug, wie alle PANTHER Modelle für die USA und Kanada, rund 2.500 Kilometer weiter nördlich: in der Rosenbauer Fertigung in Wyoming, Minnesota.
Als das Spezialfahrzeug von Rosenbauer für den Bereich ‚Aircraft Rescue Firefighting‘, kurz: ARFF, im Jahr 2000 auf dem nordamerikanischen Markt eingeführt wurde, umfasste der Standort in Wyoming lediglich drei Fertigungshallen. Heute sind es derer sieben und weitere Ausbauarbeiten sind im Gange. Annähernd 400 Angestellte arbeiten augenblicklich am Standort nahe der kanadischen Grenze.

Gemacht für den nordamerikanischen Markt

Der Markt in Nordamerika ist ein besonderer, da die Flughafenlöschfahrzeuge indealerweise drei Normen erfüllen müssen: Zum einen die der National Fire Protection Association (NFPA), darüber hinaus die der International Civil Aviation Organization (ICAO), auf die sich Kanada beruft, und zum anderen auch die Normen der Federal Aviation Administration (FAA), welche speziell den Flughafenlöschbereich in den USA reguliert. Rosenbauer hat viele Jahre investiert, um den PANTHER so zu konstruieren, dass er all diesen Vorgaben entspricht.

Eine Besonderheit ist zudem das Klima. Im Norden Kanadas herrschen teilweise polare Temperaturen, wogegen in den Südstaaten tropische Hitze und Luftfeuchtigkeit vor allem den Einsatzkräften zusetzen. Manche Fahrzeuge müssen deshalb mit besonders kraftvoller Heizung, manche mit besonders starker Klimatisierung und zusätzlichem Sonnenschutz ausgestattet werden.

Fort Lauderdale: Hohe Einsatzrate

Der Flughafen Fort Lauderdale-Hollywood (FLL) in Florida ist einer der größten der USA. Es gibt dort zwar nur zwei Pisten, dennoch werden pro Tag an die 1.000 Starts und Landungen durchgeführt. FLL ist zwischen Miami International Airport im Süden (auch dort ist ein PANTHER im Einsatz) und Palm Beach International Airport im Norden gelegen, was dazu führt, dass der Luftraum über Fort Lauderdale sehr stark frequentiert und somit das Potenzial für Zwischenfälle erhöht ist. In den letzten Jahren gab es zwei größere Unfälle mit Brandfolge, und beide Male war der PANTHER das erste Löschfahrzeug am Einsatzort. Dank des guten Trainings der Mannschaft und der modernen Schaumausbringung im PANTHER gab es dabei keine Todesfälle.

Der PANTHER für den Airport FLL

Der 2.000. PANTHER ist ein klassischer 6x6 mit 700 PS, einem 12.000 Liter großen Wasser- und einem 1.500 Liter großen Schaumtank sowie 250 kg Pulverspeicher. Das Gesamtgewicht beläuft sich bei voller Ladung auf 80.000 lbs, also knapp über 36 Tonnen. Ausgestattet sind die Scheiben der Kabine mit getönten Glas. Das mildert die Intensität der Sonneneinstrahlung im ‚sunshine state‘ Florida. In der ausgelieferten Varianten bietet das Fahrzeug Platz für vier Personen.

Die Zahl 2.000 wird im Gedächtnis bleiben

Als die Feuerwehrleute aus Florida hörten, dass ihr PANTHER der 2.000 in der gesamten Modellgeschichte sein wird, war die Freude groß – so groß sogar, dass man plant, den Aufkleber mit der Jubiläumszahl an der Scheibe zu belassen. Er soll das Team an die Besonderheit des Fahrzeugs erinnern und auch allen Besuchern signalisieren, dass hier ein Stück Rosenbauer Geschichte im Einsatz ist. Für den Jubiläumskunden gab es außerdem ein von Mitarbeitern handgemachtes Souvenir: nämlich einen kleinen PANTHER im Holzrahmen, der einen gut sichtbaren Platz in der Feuerwache erhalten wird.

Absolutes Highlight: die Pushback Ceremony

Wie sehr sich die Feuerwehrleute geehrt fühlten, macht die Wiederbelebung einer alten Tradition deutlich: Zum ersten Mal in der Geschichte der Flughafenlöschabteilung der Feuerwehr von Fort Lauderdale wurde ein Fahrzeug mit der sogenannten Pushback Ceremony in den Dienst gestellt. Diese Zeremonie hat in den USA eine lange Tradition und rührt aus Zeiten her, in denen zur Brandbekämpfung Wägen mit Wasserpumpen noch von Pferden gezogen wurden. Im Prinzip geht es darum, ein neues Vehikel in einem Weihritual für den Löschdienst zu rüsten. Konkret heißt das heute: Zuerst spritzt ein altes oder ein Fahrzeug einer benachbarten Feuerwehr Wasser auf den Neuzugang im Fuhrpark. Danach werden einige Segensworte gesprochen und anschließend das Vehikel mit Hilfe von Muskelkraft rückwärts in die Garage geschoben.

Duane Kann, Mitarbeiter von Rosenbauer America, war Gast bei der Pushback Ceremony in Florida und weiß zu berichten, wie positiv diese Feierlichkeit aufgenommen wurde: „Solche Events sind wichtig für die Moral. Hier kamen Polizei und Feuerwehr in einem angenehmen und stressfreien Kontext zusammen, was in ihrem normalen Arbeitsleben selten der Fall ist. Und auch die Geschäftsführung des Airports hat üblicherweise nicht sehr oft die Gelegenheit direkt mit den Menschen zu sprechen, die ihren Flughafen schützen. Mit der Ausrichtung dieser Zeremonie konnte auf schöne Weise die Wertschätzung gegenüber der Feuerwehr zum Ausdruck gebracht werden.“ Der 2.000 PANTHER scheint hier also bereits vor seinem ersten Einsatz bereits Wirkung gezeigt zu haben.