Drohnen und Schwärme

Rosenbauer Innovationsmanagement kooperiert mit AEC Futurelab.

Das Zukunftsszenario rückt näher: In einem Wohnhaus schlägt ein Brandmelder an, die Feuerwehr wird alarmiert. Die Leitstelle schickt sofort einen Schwarm Drohnen los, die mit Video- und Infrarotkameras sowie mit Detektionssensoren ausgestattet sind. Sie können Brandherde identifizieren, Menschen lokalisieren und Umweltgefahren erkennen. Anstatt jede einzelne zu steuern, gibt der Kommandant allen zusammen nur einen einzigen Einsatzbefehl: „Bitte um ein genaues Lagebild“. Ihre Mission erfüllen die Drohnen dann ohne weiteres Zutun, völlig autark und in konzertanter „Teamarbeit“ – Schwarmintelligenz heißt das Zauberwort.

Intelligente Schwärme

Was man sich unter intelligenten Schwärmen vorstellen darf, hat das Ars Electronica Center schon vor zwei Jahren mit einem „Drohnenballett“ am Linzer Nachhimmel demonstriert. Heuer wandte sich das AEC Futurelab an das Rosenbauer Innovationsmanagement, um  den künstlerischen Ansatz in Richtung nutzbringende Anwendung im Feuerwehrwesen zu erweitern. Alexander Ronacher und sein Team waren sofort Feuer und Flamme. Gemeinsam startete man das Forschungsprojekt „Intelligente Kooperation von Schwärmen oder Maschinen“, welches zum Ziel hat, verschiedenste Boden- und Luftgeräte, Roboter und Maschinen so anzusteuern, dass man sie sinnvoll im Feuerwehreinsatz verwenden kann.

OS-Schnittstelle

Konkret arbeitet das Rosenbauer Innovationsteam nun an der feuerwehrspezifischen Logik, die benötigt wird, um mehrere Drohnen und/oder Maschinen aktivieren zu können. Die Ingenieure nutzen dabei einerseits eine vom AEC unter anderem für das „Drohnenballett“ entwickelte Sende- und Empfangseinheit, die auf jede Drohne, jede Maschine montiert werden kann und dort als Schnittstelle zum Betriebssystem fungiert. Auf der anderen Seite haben sie das Rosenbauer Einsatzleit- und -informationssystem EMEREC im Blick, welches um die Funktion der Schwarmsteuerung erweitert werden soll.

Faszinierende Reise

Der Weg ist beschritten, die Rosenbauer Forschungsdrohne hebt immer öfter ab und zeigt, wohin ihre faszinierende Reise gehen könnte. Alexander Ronacher: „Stellen wir uns die Kooperation von Drohnen und Maschinen einmal bildlich vor: Die einen agieren als ‚Fliegendes Auge’, erkunden, spüren auf, schauen dahinter, was die Einsatzmannschaften vom Boden aus nicht sehen können. Die anderen, Crawler zum Beispiel, beginnen mit ersten Hilfsmaßnahmen, graben nach Verschütteten oder ziehen sie aus der Gefahrenzone. Transportiert werden die Crawler von Schwerlastdrohnen, die sie über dem Einsatzgebiet absetzen. Im Brandfall haben diese Drohnen Löschmittel an Bord und bringen es punktgenau über dem Brandherd aus. So stellen sie beispielsweise in der extrem gefährlichen Entstehungsphase eines Brandes den Erstangriffstrupp von oben.“ Auch wenn derartige Szenarien noch sehr nach Zukunftsmusik klingen, die intensive Auseinandersetzung mit der Thematik lässt bereits zahlreiche sinnvolle Einsatzmöglichkeiten im Feuerwehr- und Katastrophenschutzbereich erkennen.