Ein Löschgigant für alle Fälle

Verschiedene Löschmittel in großen Kapazitäten, zwei Schaumlöschanlagen, dazu noch eine Pulverlöschanlage und über 500 Meter Schläuche: Schon diese Fakten lassen Rückschlüsse auf das Einsatzgebiet des neuen Universallöschfahrzeugs (ULF) der Werkfeuerwehr der SKW Stickstoffwerke Piesteritz in Wittenberg (Sachsen-Anhalt) zu. Im Agro-Chemie Park der Lutherstadt muss man auch für große und schwierige Einsätze gerüstet sein.


Das Gefahrenpotential, das von Produkten wie Düngemittel auf Stickstoffbasis und anderen Chemikalien ausgeht, ist enorm groß. Dementsprechend gut ausgerüstet ist die Werkfeuerwehr der Stickstoffwerke Piesteritz: Der Fuhrpark umfasst sechs moderne Fahrzeuge, von denen keines älter als zehn Jahre ist. Mit dem neuen ULF von Rosenbauer bleibt man dieser Philosophie treu: Es besticht nicht nur durch die große Löschmittelkapazität, sondern auch durch modernste Feuerwehrtechnik und variable Einsatzmöglichkeiten.
 

100 Einsätze pro Jahr

„Zu Brandeinsätzen werden wir glücklicherweise eher selten gerufen“, sagt der Leiter der Werkfeuerwehr, Olaf Kracke. Die meisten der etwa 100 jährlichen Einsätze betreffen Brandmeldealarme und Hilfeleistungen bei der Beseitigung kleinerer Lecks. Doch angesichts des Gefahrenpotentials, das in den chemischen Produkten der Stickstoffwerke und benachbarter Unternehmen schlummert, muss man auch für Großschadenereignisse gerüstet sein.
 

Verschiedene Löschmittel gleichzeitig einsetzen

„Wir müssen mit dem neuen Fahrzeug in der Lage sein, verschiedene Löschmittel gleichzeitig vorzuhalten“, sagt Olaf Kracke. Das ist unter anderem deshalb notwendig, um auch halbstationäre Löschanlagen, die vom ULF gespeist werden, nutzen zu können. Die Variabilität beim Einsatz der Löschmittel ist wichtig, um Brände unter verschiedensten Bedingungen bekämpfen zu können. Je nach Situation können dazu Wasser, verschiedene Schaummittel, Pulver oder auch Kohlendioxid eingesetzt werden.
 

Modernste Löschtechnik

Neben den vorhandenen Tankkapazitäten für die verschiedenen Löschmittel sind natürlich auch die Anlagen zur Ausbringung von entscheidender Bedeutung. Das neue ULF der Werkfeuerwehr Piesteritz ist mit zwei verschiedenen Schaumlöschanlagen, einer Pulver- und einer CO2-Löschanlage ausgerüstet. Das Besondere dabei ist, dass die CO2- und Pulverlöschanlage nicht zwingend im Fahrzeug verbleiben muss. Sie können per Gabelstapler auf eine gesonderte Plattform verladen werden und mittels Wechsellader auch unabhängig vom ULF zum Einsatz kommen. „Das bedeutet für uns eine sehr hohe Flexibilität bei der Bekämpfung von Bränden“, erklärt Olaf Kracke.
 

Rund um die Uhr in Bereitschaft

Je sieben haupt- und zwei nebenberufliche Feuerwehrkräfte sind bei der Werkfeuerwehr Piesteritz rund um die Uhr im Schichtbetrieb im Einsatz, um im Notfall rasch eingreifen zu können. Insgesamt beläuft sich der Personalstand auf 23 haupt- und 18 nebenberufliche Kräfte. Während die Berufsfeuerwehrleute jeweils 24 Stunden im Einsatz sind, absolvieren die nebenberuflichen Feuerwehrleute eine acht Stunden Wechselschicht.


Künftig wird auch die Hauptfeuerwache der städtischen Feuerwehr neben dem Zentrum der Werkfeuerwehr untergebracht sein. Auch das Kreisausbildungszentrum des Landkreises Wittenberg wird bald hier angesiedelt. „Daraus werden sich für uns wertvolle Synergieeffekte ergeben: Für die Standortsicherheit, bei der Ausstattung der Feuerwehren und bei der Verteilung der Einsatzkräfte“, erläutert Olaf Kracke.

Zwischen der Werkfeuerwehr und Rosenbauer besteht schon eine jahrelange, erfolgreiche Zusammenarbeit, die mit der Auslieferung des neuen ULF fortgesetzt wird. „Wir legen immer ein besonderes Augenmerk auf die qualitätsgerechte Erfüllung unserer Anforderungen“, beschreibt Olaf Kracke die Erwartungshaltung. Das neue ULF ist das perfekte Beispiel für die gelungene Umsetzung dieser Anforderungen.