Flying Engineers Teil II: „Einen echten Alltag gibt es nicht“

Bereits im letzten Newsletter wurde das spannende Arbeitsfeld der „Flying Engineers“ von Rosenbauer vorgestellt. Alexandra Schuster und Wolfgang Loidl sind zwei von etwa 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Rosenbauer, die Kunden auf dem gesamten Globus betreuen – von Service- und Garantierarbeiten über Reparaturen bis hin zu Schulungen. Im Interview erzählen sie von täglichen Herausforderungen und skurrilen Erlebnissen.

 

Wie seid ihr zur eurem Job als „Flying Engineer“ gekommen?

 

Alexandra: Ich habe meine Lehre in der Werkstatt des Flughafens Wien absolviert. Bereits dort machte mir die Fehlersuche an diversen Spezialfahrzeugen viel Spaß. Als freiwillige Feuerwehrfrau haben mich vor allem Feuerwehrfahrzeuge schon immer fasziniert. Das war ein wichtiger Grund für mich, diesen Berufsweg einzuschlagen.

 

Wolfgang: Ich habe KFZ-Elektriker gelernt und bin dann zum Rosenbauer Kundendienst gekommen. Seit zwei Jahren bin ich mittlerweile „Flying Engineer“.

 

Wie sieht euer beruflicher Alltag aus?

 

Wolfgang: Er ist extrem abwechslungsreich: Im Büro gibt es viele Anfragen zu beantworten und Angebote zu erstellen. Beim Kunden selbst hat man dann die verschiedensten Arbeiten zu erledigen, was unseren Job nie langweilig macht.

 

Alexandra: Einen Alltag zu beschreiben ist schwer, weil wir ihn eigentlich gar nicht haben. Es gibt gemütlichere Tage und welche, an denen man sehr gefordert ist. Probleme, die in wenigen Sekunden behoben sind, und Aufgaben, bei denen man tagelang nach einer Lösung sucht. 

 

Was macht die Spannung dieses Berufs aus?

 

Alexandra: Fremde Länder und Kulturen sind natürlich eine Herausforderung. In manchen Ländern gibt es so etwas wie Pünktlichkeit nicht oder man steht jeden Tag mehrere Stunden im Stau. Auch giftige Tiere kommen einem hin und wieder unter. Dafür erlebt man aber auch sehr Vieles, das man in einem normalen Job zuhause nicht erleben würde.

 

Wolfgang: Es ist für mich ein sehr gutes Gefühl, wenn man Einsatzorganisationen ihre neuen Fahrzeuge und Geräte übergibt und sie darauf einschult. Denn man weiß, dass damit Menschen geholfen wird und vielleicht sogar Leben gerettet werden können.

 

Bei euren vielen Auslandserfahrungen habt ihr bestimmt schon einiges erlebt. Was waren die skurrilsten Erfahrungen?

 

Alexandra: Es gibt in vielen Ländern einige für uns Europäer eigenartige Gewohnheiten, die einen staunen lassen. In der Mongolei gibt es etwa einen speziellen Fahrdienst: Manche Autofahrer schwören auf Wodka, der gegen die strenge Kälte des Winters helfen soll. Wenn jemand zu viel getrunken hat, kann man einen Chauffeur bestellen, der einem das Auto dann vor die Haustüre bringt. Auch bei den Gepäckskontrollen gab es schon einige Situationen, in denen man nicht glauben konnte, dass eine Dame mit so viel schwerem Werkzeug im Gepäck unterwegs ist. In China hat man getestet, ob Loctite wirklich brennbar ist, weil ja so ein Symbol auf dem Behälter ist. Auch die Sprachbarrieren schaffen immer wieder lustige Situationen: Einmal sollte ich in Honduras eine Schulung für acht Personen auf Englisch halten. Der Seminarraum war dann mit 45 nur Spanisch-sprechenden Feuerwehrmännern gefüllt. Da muss man dann wirklich improvisieren.

 

Wolfgang: Ich war zu Beginn viel im arabischen Raum unterwegs. Da ist von der Kleidung über die Kultur und die Einstellung der Menschen natürlich vieles anders als bei uns in Europa. Ich bin aber bis jetzt immer mit allen gut ausgekommen.

 

Alexandra: Bei allen kulturellen Unterschieden gibt es überall eine Gemeinsamkeit: Das Feuerwehrwesen. Es fasziniert mich, dass man damit überall auf der ganzen Welt denselben Zweck verfolgt, nur eben mit andren Mitteln und Möglichkeiten.