Spezialeinsätze im Gebirgskanton

Der Schweizer Kanton Uri ist bekannt für seine einzigartige Landschaft mit schneebedeckten Bergen, engen Tälern und malerischen Seen – und für den längsten Eisenbahntunnel der Welt, den Gotthard-Basistunnel. Für die Chemiewehr des Kantons birgt dieses Einsatzumfeld große Herausforderungen. Bei der Bewältigung dieser vertraut sie auf das Einsatzmanagement EMEREC.

Knapp über 1.000 km2 ist der Gebirgskanton Uri mitten in der Schweiz groß – und damit auch das Einsatzgebiet der kantonalen Chemiewehr. Neben den topografischen Gegebenheiten und einigen größeren Industriebetrieben sind es vor allem die vielen Tunnel, die bei Einsätzen besondere Herausforderungen bergen. Durch die erschwerte Zugänglichkeit mancher Einsatzorte ist es besonders wichtig, auf alle relevanten Informationen rasch zugreifen zu können. Die Gefahrenpotentiale sind besonders durch den Güterverkehr nicht zu unterschätzen.

Spezielle Organisation für spezielle Aufgaben

Die Chemiewehr Uri unterscheidet sich in einigen Punkten von anderen Feuerwehren. Das Einsatzgebiet umfasst den gesamten Kanton und nicht nur eine Gemeinde, eine Stadt oder einen Bezirk. Sie kommt grundsätzlich bei atomaren, biologischen und chemischen (sog. ABC-) Einsätzen im ganzen Kantonsgebiet zum Einsatz. Dementsprechend ist die Chemiewehr auch viel umfangreicher und spezieller ausgerüstet als die Feuerwehren. „Im Grunde sind wir für alle ABC-Ereignisse ausgestattet. Ein besonderes Augenmerk liegt auf den Gefahrenpotentialen, die auf der Nord-/Süd-Verkehrsachse sowohl auf der Strasse als auch auf der Schiene vorhanden sind“, sagt Co-Kommandant Walter Imholz. Vor allem die vielen Kilometer Straßen- und Eisenbahntunnel stellen die Einsatzorganisationen vor große Herausforderungen. Und dabei ist es längst nicht nur das Gotthardmassiv, durch das der längste Eisenbahntunnel der Welt verläuft, das von unterirdischen Verkehrswegen unter den Schweizer Alpen durchzogen wird.

EMEREC: Verwendung bei jedem Einsatz

Das mobile Einsatzmanagementsystem EMEREC wird von der Chemiewehr Uri für verschiedene Zwecke verwendet. Für jeden Einsatz wird eine eigene Arbeitsmappe erstellt, in der alle relevanten Daten gesammelt werden. Einsatzpläne für verschiedenste Objekte im Einsatzbereich, eine umfassende elektronische Gefahrenstoffdatenbank, die aktuelle, elektronische Darstellung der Lage und vieles mehr: Im Bedarfsfall können in kürzester Zeit alle benötigen Informationen abgerufen werden. Diese Arbeitsmappe kann mit allen am Einsatz beteiligten Kräften synchronisiert werden. „So sind alle relevanten Angaben und Daten für alle schnell verfügbar“, sagt Co-Kommandant Walter Imholz.

Effektive Kommunikation

Durch den automatischen Austausch zwischen dem Einsatzleiter an der Einsatzstelle und der Gesamteinsatzleitung werden wichtige Informationen übermittelt. Der Funk- und Telefonverkehr kann dadurch maßgeblich entlastet werden. Über EMEREC wird zum Beispiel auch bei Einsätzen im Gotthard-Basistunnel zwischen dem Einsatzleiter im Tunnel und jenem am Nordportal kommuniziert. Die Kommunikation kann in beide Richtungen erfolgen: Die Gesamteinsatzleitung kann sich ein aktuelles Bild der Lage am Einsatzort machen. Bei Bedarf werden die dort im Einsatz stehenden Kräfte auch mit den notwendigen Informationen – etwa über spezielle Gefahrenstoffe – versorgt.

EMEREC nicht mehr wegzudenken

Dank der modernen Hardware und der durchdachten Programmierung punktet EMEREC mit einfacher Bedienung und Handhabung – sowohl während des Einsatzes als auch in der Vor- und Nachbereitung. Für die Chemiewehr Uri ist die Verwendung von EMEREC nicht mehr wegzudenken. Die Möglichkeit, rasch auf die benötigten Informationen zugreifen und diese dann auch teilen zu können, hat sich bereits in vielen fordernden Einsätzen bewährt.