Praxistipp: PSA gegen Absturz richtig warten & pflegen

An ihr hängt nicht nur sprichwörtlich das eigene Leben: Der persönlichen Schutzausrüstung zur Absturzsicherung. Der richtigen Wartung und Pflege sollte deshalb auch entsprechend großes Augenmerk zuteilwerden. In diesem Praxistipp sind die wichtigsten Richtlinien kurz zusammengefasst.


Egal ob es sich um einen Karabiner, textile Schutzausrüstung wie zum Beispiel einen Einsatzgurt oder ein Seil handelt: Der richtige Umgang, vor allem aber auch die richtige Wartung und Pflege ist unabdingbar zur Wahrung der eigenen Sicherheit und der der Feuerwehrkameraden. Die Beachtung einiger einfacher Punkte kann eventuelle Sicherheitsrisiken entscheidend minimieren.

Richtige Lagerung

Hitze, Kälte, Nässe, Staub und UV-Licht (Sonnenlicht) schwächen die Materialien, die bei der persönlichen Schutzausrüstung gegen Absturz zum Einsatz kommen. Richtig lagern heißt bei normaler Raumtemperatur lichtgeschützt, trocken und sauber. Vor allem auf die richtige Reinigung und Trocknung nach Übungen und Einsätzen sollte man bedacht sein. Leichte Verschmutzungen werden trocken gereinigt und können mit einer weichen Bürste entfernt werden. Bei starken Verschmutzungen verwendet man am besten handwarmes Wasser und milde Seifenlauge. Gerade beim Trocknen sollte man direktes Sonnenlicht vermeiden.

Regelmäßige Überprüfung

Vor jeder Verwendung (egal, ob Ernstfall oder Übung) sollte man die Ausrüstung optisch auf eventuelle Schäden überprüfen. Vor allem Schnitte oder Verbrennungspunkte können das Material entscheidend schwächen. Sollten Schäden auftauchen, ist der jeweilige Ausrüstungsgegenstand sofort auszutauschen.
Mindestens einmal jährlich muss die komplette persönliche Schutzausrüstung von einem Sachkundigen (in der Regel vom Zeugwart) geprüft und diese Prüfung dokumentiert werden. Die Empfehlung von Rosenbauer: Mit der Führung eines Prüfbuchs bzw. von Prüfblättern für die einzelnen Ausrüstungsgegenstände schafft man Ordnung und Übersicht. Bei einigen Produkten ist in der Gebrauchsanleitung ein Prüfprotokoll enthalten, das man verwenden kann.

Einhalten der maximalen Verwendungsdauer

Die maximale Verwendungsdauer persönlicher Schutzausrüstung ist gesetzlich geregelt. Diese Verwendungsdauer ist aber vom jeweiligen Einsatz abhängig und kann bei intensivem Gebrauch auch deutlich vor der gesetzlichen Frist ablaufen. Als realistische Verwendungsdauer bei oftmaligem Gebrauch und damit verbundener Abnützung gelten etwa 6-8 Jahre für Auffanggurte oder 4-6 Jahre für Seile. Als Faustregel gilt: Je mehr ein Gegenstand benutzt wird, desto schneller reduziert sich die Verwendungsdauer – auch bei regelmäßiger Wartung und Pflege.

Bei vielen Ausrüstungsgegenständen ist das Produktionsjahr am Gegenstand selbst vermerkt. Wichtig für die maximale Verwendungsdauer ist allerdings das Jahr der ersten Inbetriebnahme (maximale Lagerdauer 2 Jahre). Auch in diesem Zusammenhang ist das Führen eines Prüfbuchs bzw. von Prüfblättern zu empfehlen, weil man dadurch den zeitlichen Überblick bewahren kann.

Keine definierte maximale Verwendungsdauer gibt es für mitlaufende Auffanggeräte (Sturzfänger) oder Verbindungselemente aus Metall (Karabiner). Solange diese voll funktionsfähig sind und dem Stand der Technik entsprechen, können sie verwendet werden. Bei komplexen Geräten zur Personenrettung bzw. Absturzsicherung (z.B. Höhensicherungsgeräte, Personenwinden etc.) empfiehlt Rosenbauer, diese entsprechend den Herstellerangaben der Gebrauchsanweisung vom jeweiligen Hersteller überprüfen zu lassen.