„Der erste AT war echte Pionierarbeit“

Rudi Reitsamer arbeitet seit dem Jahr 1975 bei Rosenbauer. Er war nicht nur an der Fertigung des allerersten AT beteiligt, sondern arbeitet bis heute an der Produktionslinie. In dieser Zeit war er an der Erzeugung von hunderten Fahrzeugen beteiligt. Klar, dass sich seither vieles grundlegend geändert hat. Wie abenteuerlich der Weg bis zum ersten AT für die Feuerwehr Bad Mühllacken (Rosenbauer berichtete dazu in der letzten Newsletter-Ausgabe) war, erzählt Rudi Reitsamer im Interview. Mitte der 1990er Jahre wurde mit der Entwicklung des AT begonnen.

 

Können Sie sich noch an die Fertigung des allerersten Fahrzeugs für die Feuerwehr Bad Mühllacken erinnern?

Rudi Reitsamer: Ja, daran kann ich mich noch genau erinnern. Wir haben damals viele Testfahrten, Fotoreisen und Messebesuche gemacht. Bei der Produktion waren wir sehr in Eile, weil wir den fertigen AT auf einer wichtigen Messe präsentieren wollten.

 

Wie verlief damals die Produktion?

Rudi Reitsamer: Schon ein bisschen umständlicher als heute. Wir hatten ja damals noch keinen Laser zum Ausschneiden der Teile. Deswegen mussten wir alles mit einer Stichsäge machen. Im Verlauf der Produktion des ersten Fahrzeugs haben wir auch die Klebetechnik entdeckt und die Sandwichpaneele eingeführt. Zwischendurch haben wir wieder neue Skizzen gezeichnet und sehr viel herumprobiert.

 

Es war also eine Herausforderung, die ersten AT zu fertigen. War es eine große Umstellung im Vergleich zu den bisher gefertigten Fahrzeugen?

Rudi Reitsamer: Ja, das kann man schon so sagen. Nicht alle waren von Vornherein vollends vom Konzept des AT überzeugt, es gab auch einige Skeptiker. Vor allem die Verwendung von Aluminium war damals alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Aber das damalige Management stand immer hinter uns und unserem Konzept.

 

Was waren die größten Schwierigkeiten?

Rudi Reitsamer: Es war einfach eine sehr große Umstellung. Man musste bei jedem Schritt mitdenken und ich war damals schon sehr nervös, ob alles so klappen würde, wie wir uns das vorgestellt hatten.

 

War es für Sie damals schon absehbar, dass die Baureihe AT so großen Anklang findet und zu so einer Erfolgsgeschichte wird?

Rudi Reitsamer: Ich hatte schon so eine Ahnung, dass das etwas wirklich Großes werden kann. Hätte ich damals gewettet, dass ich pro verkauften Pressluftatmerhalter einen Euro bekomme, dann wäre ich heute ein reicher Mann (lacht). Nein im Ernst, von diesem Erfolg hat damals eigentlich keiner zu träumen gewagt.

 

Bei wie vielen AT waren Sie an der Fertigung beteiligt?

Rudi Reitsamer: Das kann ich gar nicht genau sagen, ich habe nicht mitgezählt. Einige hundert werden es aber sicher gewesen sein.

 

Was war ihre Aufgabe?

Rudi Reitsamer: Mein Job war es, die Linien aufzubauen und die Leute einzuschulen. Die Arbeit war um einiges aufwändiger als heute. Die anzudockenden Teile haben wir oft noch zurechtschleifen müssen, die Kabine musste angepasst werden. Es war oft ein regelrechtes Experimentieren, doch gerade das hat mir sehr viel Freude und Spaß gemacht. Das war rückblickend gesehen echte Pionierarbeit.

 

Rudi Reitsamer arbeitet seit seiner Lehrzeit bei Rosenbauer. Nach wie vor ist er in der AT-Fertigung beschäftigt, und das soll auch noch länger so bleiben: „Mir macht die Arbeit mit den Fahrzeugen einfach sehr viel Spaß.“