Begehrt und bewährt: Der 3.000ste CBS

32 t geballte Löschkraft: So kann man das Universallöschfahrzeug (ULF) beschreiben, das seit wenigen Wochen bei der Werksfeuerwehr Infraserv in Höchst (nahe Frankfurt am Main) im Einsatz steht. Die stärkste Einbaupumpe von Rosenbauer, zwei unabhängig voneinander einsetzbare Schaumzumischsysteme und insgesamt 20 Druckabgänge sorgen dafür, dass im Ernstfall maximale Löschkraft zur Verfügung steht.


Nicht nur aufgrund seiner Ausstattung ist das ULF 3000/4000/750/180 ganz besonders: Es ist auch das 3.000ste Fahrzeug, das von Rosenbauer in CBS-Bauweise (Customized Body System) gefertigt worden ist. Dieses modulare Aufbaukonzept ermöglicht es, die Feuerwehrfahrzeuge exakt nach den Vorstellungen der Kunden aufzubauen und auszustatten. In diesem konkreten Fall hatte die Werksfeuerwehr Infraserv Höchst vor allem eine Vorstellung: Das neue ULF sollte für jeden industriellen Brandfall gerüstet sein, kommt es doch in einem 4,6 km2 großen Industriepark zum Einsatz, in dem hauptsächlich Unternehmen der chemischen Industrie angesiedelt sind. Auf dem Areal gibt es zwei Feuerwachen, sodass jeder Punkt des Werksgeländes binnen fünf Minuten erreicht werden kann. Vier Industrielöschfahrzeuge, sieben Gerätewagen, zwei Hubrettungsfahrzeuge und zahlreiche Abrollcontainer können im Ernstfall ausrücken. Und Einsätze gibt es viele: Die 115 hauptberuflichen Feuerwehrleute werden etwa 1.000 Mal pro Jahr alarmiert.

Kraft trifft auf Flexibilität

Die Ausstattung des neuen ULF wird den Anforderungen des Einsatzgebietes vollauf gerecht: Das Herzstück der Löschtechnik bilden die N100 Einbaupumpe und zwei unabhängig voneinander einsetzbare Schaumzumischsysteme. Mit bis zu 10.000 l/min bei 10 bar im Tanksaugbetrieb und bis zu 14.000 l/min bei ca. 5 bar Einspeisung ist die N100 die leistungsstärkste Einbaupumpe von Rosenbauer. Das Industrie-Zumischsystem HYDROMATIC kann 16 Druckabgänge (8 auf jeder Seite des Fahrzeugs) flexibel mit Wasser oder einem Schaum-Wassergemisch versorgen. Die Zumischrate lässt sich dabei stufenlos zwischen 1 und 7 % verstellen, auch während des Betriebs. Dank der Power von Pumpe und Zumischsystem können alle acht Druckabgänge einer Fahrzeugseite mit je 1.200 l/min und zusätzlich auch noch die beiden Dachwerfer (RM15 und RM25) versorgt werden. Im Einsatz können diese Schläuche auf nur einer Seite des Fahrzeugs angekuppelt werden. Das bringt einerseits den Vorteil, dass man auch bei engen Platzverhältnissen optimal arbeiten kann, andererseits muss man auch keine Schläuche kreuzen und rund um das Fahrzeug legen.

Schaum, Netzmittel, Pulver oder CO2

Zusätzlich zur HYDROMATIC ist auch ein DIGIMATIC 42 Druckzumischsystem in Kombination mit dem Druckluftschaumsystem CONTI CAFS WR 30 verbaut. In einer eigenen Mischkammer wird unter Beimengung von Druckluft CAFS-Schaum erzeugt, der mit exzellenter Wurfweite punktet und auch an glatten Oberflächen haftet. Auch Netzmittel (unverschäumtes Netzwasser) kann damit erzeugt werden. Das ULF ist dank seiner Löschmittelbeladung sofort für einen umfangreichen Erstangriff bereit. Mit 3.000 l Wasser und zwei je 2.000 l fassenden Schaummitteltanks lassen sich Unmengen von Schaum erzeugen. Zusätzlich sind 750 kg Löschpulver und 180 kg CO2 an Bord.


Aufgebaut ist das ULF als eines der ersten Fahrzeuge in Europa auf einem Mercedes-Benz Antos mit Tridem Hinterachse. Mit aufgeprotzten Schlauchhaspeln, die pneumatisch absenkbar sind, ist der Löschgigant

12 m lang. 510 PS sorgen nicht nur für entsprechenden Vortrieb, zwei Nebenabgänge des Motors versorgen auch die N100 Einbaupumpe und das HYDROMATIC Zumischsystem. Die beiden Dachwerfer können per Fernbedienung gesteuert werden. Zusätzlich verfügt das ULF über eine Pulver-Schnellangriffseinrichtung, einen ausfahrbaren Lichtmast (FLEXILIGHT LED), eine Verkehrsleiteinrichtung am Heck und eine Rückfahrkamera.


Mit der Kombination aus leistungsstarker Pumpe und leistungsstarken Zumischsystemen hat die Werksfeuerwehr Infraserv Höchst ein Fahrzeug zur Verfügung, das nicht nur große Mengen an Löschmittel in kurzer Zeit zur Verfügung stellen kann. Dank der Flexibilität der Systeme kann auch auf die anspruchsvollen Herausforderungen des Industrieparks entsprechend reagiert werden.