Kleines Fahrzeug - große Wirkung: Das VRF der Feuerwehr Tulln-Stadt

Leistungsstarke Löschtechnik, umfassende Ausrüstung für technische Einsätze und moderne Kommunikationstechnik vereint in einem kompakten und wendigen Fahrzeug: Das ist das neue Vorausrüstfahrzeug (VRF) der Feuerwehr Tulln-Stadt. Dank dieser Kombination ist das VRF nicht nur vielseitig verwendbar, sondern vor allem ein sehr schlagkräftiges Fahrzeug im Erstangriff.

 

Die Feuerwehr Tulln wird über 400 Mal pro Jahr alarmiert, der Großteil davon sind technische Einsätze. Abschnitte von Schnellstraßen liegen genauso im Einsatzgebiet wie Eisenbahnstrecken. Dementsprechend häufig wird die Feuerwehr zu Verkehrsunfällen gerufen. Die Ausstattung des VRF der Baureihe CL (Compact Line) ist auf solche Einsätze perfekt abgestimmt. Die Poly CAFS SL 200 Löschanlage sorgt dafür, dass kleinere Brände (wie z.B. Fahrzeugbrände) rasch und effektiv bekämpft werden können. Mit dem hydraulischen Rettungssatz bestehend aus Schneidegerät, Spreizer, Rettungszylinder und Hydraulikpumpe (Aggregat) kann man in Fahrzeugen eingeklemmte Personen befreien. Er ist auf einem Volllastauszug gelagert und kann bei Bedarf auch komplett entnommen werden. Dank einer zusätzlich vorhandenen elektrisch betriebenen Hydraulikpumpe können auch zwei verschiedene Geräte simultan betrieben werden, wodurch im Ernstfall schneller geholfen werden kann.

Kompakt, robust und leistungsstark

Bei der Auswahl des Fahrgestells entschied sich die Feuerwehr Tulln-Stadt für ein in Mitteleuropa nicht sehr gängiges Modell: Einen Ford F-350 4x4 Crew Cab mit 390 PS, 6,2 l Hubraum und 5,5 t Gesamtgewicht. Die kompakte Bauweise, die gute Straßenlage aufgrund der niedrigen Aufbauhöhe und der kraftvolle Allradantrieb waren gewichtige Gründe für diese Wahl. Dank der Geländegängigkeit kann man auch abgelegene Einsatzorte bei schlechter Witterung erreichen. Die ausgeklügelte Bauweise des VRF mit dem tiefgezogenen Geräteraumaufbau aus Aluminium sorgt für eine optimale Raumnutzung. Seitlich gewährleisten große Rollläden einen schnellen Zugriff auf die Ausrüstung. Am Heck wurde eine Geräteraumklappe angebracht, die Schutz bei Schlechtwetter oder starker Sonneneinstrahlung bietet. Von dort aus lassen sich die wichtigsten Geräte (Beleuchtung, Löschanlage, Rettungsgerät) bedienen. Alle Geräteräume und das Umfeld des Fahrzeugs werden von einer leistungsstarken LED-Beleuchtung erhellt, was ein optimales Arbeiten bei Dunkelheit ermöglicht.

Verwendung als mobile Einsatzzentrale

Das VRF ist aber nicht nur für kleinere Löscheinsätze und Verkehrsunfälle optimal gerüstet. Der Mannschaftsraum kann mit einigen Raffinessen aufwarten, die eine Verwendung als mobile Einsatzzentrale möglich machen. Zwischen den Einzelsitzen im Fonds sind ein Schreibtisch mit Plexiglas Auflage und eine Halterung für einen Tablet-PC angebracht. Die Besatzung kann dank eines ebenso vorhandenen ELW-Routers einen WLAN-Hotspot und eine Verbindung zum Feuerwehrhaus einrichten. Führungsunterstützende Tätigkeiten können so schnell und unkompliziert direkt an der Einsatzstelle erfolgen. In der Praxis äußerst hilfreich ist der tragbare Tablet-Computer: Mit diesem Gerät kann man in Sekundenschnelle auf verschiedenste Informationsquellen zugreifen.„Wir wollten ein kompaktes Fahrzeug mit Allradantrieb, das universell einsetzbar ist. Das heißt, dass das Fahrzeug für Menschenrettungen im Zuge von Verkehrsunfällen, für kleinere Löschaufgaben und bei Bedarf auch als mobile Einsatzzentrale verwendet werden kann. Mit dem neuen VRF haben wir ein Fahrzeug mit den gewohnt hohen Qualitätsstandards von Rosenbauer gefunden, das unsere Erwartungen bestens erfüllt“, sagt Kommandant Stellvertreter Gerhard Müller von der Feuerwehr Tulln.

Spektakuläre Feuertaufe beim ersten Einsatz

Nicht einmal 24 Stunden nach der offiziellen Indienststellung konnte sich das neue VRF auch gleich bei einem spektakulären Einsatz bewähren. Ein PKW kollidierte auf einer Schnellstraße mit einem LKW, der noch dazu mit über 80 Gasflaschen beladen war. Die Straße musste wegen Explosionsgefahr sogar gesperrt werden. Mit dem VRF wurde ein Brandschutz aufgebaut und die Einsatzstelle abgesichert, bevor die verunfallten Fahrzeuge und die Gasflaschen geborgen wurden. Genauso wie bei diesem Einsatz wird sich das neue VRF der Feuerwehr Tulln dank der hohen Qualitätsstandards und der robusten Bauweise weiterhin bestens bewähren.

 

Fotos: Stadtfeuerwehr Tulln (http://www.feuerwehr.tulln.at)