Schaum über Schaum: Ein spezielles Fahrzeug für spezielle Anforderungen

Brennbare Alkohole oder explosive Substanzen werden am Standort der Pulawy Group in Polen verarbeitet. Ein Brand könnte hier nicht nur beträchtlichen Schaden anrichten, sondern auch zur Katastrophe führen. Die Werksfeuerwehr setzt deshalb auf ein Spezialfahrzeug: Das neue Schaumlöschfahrzeug wartet mit einer beeindruckenden Kapazität von 14.000 l Schaummittel und kraftvollen Löschsystemen auf.

Die Herstellung von Dünger und chemischen Produkten – das sind die beiden Hauptgeschäftsbereiche der polnischen Pulawy Group. Dabei werden hochbrennbare und sogar explosive Stoffe verarbeitet. Welches Gefahrenpotential hier schlummert hat man vor zwei Jahren gesehen, als eine Düngemittelfabrik in Texas (USA) explodierte und dabei ein ganzer Ort in Schutt und Asche gelegt wurde. Zur Brandbekämpfung ist die Werksfeuerwehr der Pulawy Group mit 16 Fahrzeugen ausgestattet – einige davon können mit Schaum, Pulver und CO2 löschen. Das neue Schaumlöschfahrzeug der Baureihe CBS von Rosenbauer trägt einen entscheidenden Teil zur Brandsicherheit auf dem Gelände des Chemie-Unternehmens bei.

Flexibel reagieren auf verschiedene Herausforderungen

Die 90 Berufsfeuerwehrmänner der Werksfeuerwehr müssen sich auf verschiedene Szenarien vorbereiten. Substanzen wie Ammoniumnitrat werden nicht nur für die Herstellung von Düngemitteln verwendet, sondern kommen auch in Sprengstoffen zum Einsatz. Und auch bei der Herstellung von chemischen Produkten fallen viele Stoffe an, die besonderes Gefahrenpotential bergen. Das Schaumlöschfahrzeug kann mit den beiden 5.000 und 9.000 l fassenden Schaummitteltanks universell eingesetzt werden. Je nachdem, welches Löschmittel erforderlich ist, können rasch enorme Mengen an Löschschaum produziert und ausgebracht werden.

Verschiedene Schaummittel für verschiedene Szenarien

Dem Zumischsystem FOAMATIC E kommt eine besondere Bedeutung zu. Pro Minute können dem Löschwasser zwischen 15 und 450 l Schaummittel beigemengt werden. Die Zumischrate lässt sich nach Bedarf stufenlos zwischen einem und zehn Prozent variieren. Die beiden Tanks sind mit zwei verschiedenen Schaummitteln befüllt. In einem Fahrzeug hat man so die richtigen Löschmittel für verschiedenste Brände zur Verfügung. Das war auch den Verantwortlichen der Pulawy Group ein Anliegen: Denn nicht nur die Brandsicherheit wird gesteigert, sondern auch die Kosten für Löschmittel und Fahrzeuge werden gesenkt.

Kraftvolle Löschsysteme für enorme Mengen an Schaum

Mit den insgesamt 14.000 l fassenden Schaummitteltanks und dem FOAMATIC E Zumischsystem können enorme Mengen an Schaum produziert werden. Die Normaldruckpumpe R600 und der Dachwerfer RM60C (beide leisten 6.000 l/min bei 10 bar) sorgen dafür, dass im Brandfall der Löschschaum auch rasch ausgebracht werden kann, um eine schnelle und effektive Brandbekämpfung zu gewährleisten. Besonderes Augenmerk hat man auf einen möglichst breiten Einlassdruckbereich gelegt. Der Grund dafür: Das Hydrantensystem wird mit Pumpen versorgt, wobei der Einspeisedruck zwischen zwei und zwölf bar beträgt. Das Löschwasser kommt größtenteils aus natürlichen Gewässern. Organische Verunreinigungen stellen aber für die Pumpe des Schaumlöschfahrzeugs kein Problem dar. Dafür sorgt ein spezielles Filtersystem mit Spülfunktion in jeder Einspeiseleitung.

Modernste Beleuchtung und Steuerung

Für perfekte Sicht auch bei nächtlichen Einsätzen sorgt die LED-Beleuchtung, die das Umfeld ebenso wie den Geräteraum erhellt. Ein pneumatischer Lichtmast und der elektrisch gesteuerte Suchscheinwerfer an der Fahrerkabine können bei Bedarf ebenfalls noch aktiviert werden. Die LCS 2.0 Displaysteuerung punktet mit einfacher und intuitiver Bedienung. Aufgebaut ist das Schaumlöschfahrzeug auf einem MAN Fahrgestell mit vier Achsen. Für den Antrieb sorgt ein EURO5-Motor mit 480 PS.