Praxistipp: Hubrettungseinsätze bei Schnee und Eis

Wenn Frau Holle ihre Kissen schüttelt und Väterchen Frost für Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt sorgt, dann bleibt man eigentlich lieber in der warmen Stube. Doch die Feuerwehren stehen auch im Winter rund um die Uhr bereit, um zu helfen. Vor allem eine gute Vorbereitung hilft bei der Vermeidung von witterungsbedingten Problemen. Schon die Anfahrt kann Gefahren wie rutschige Straßen oder schlechte Sichtverhältnisse bereithalten, was oft den Einsatz von Schneeketten erfordert. Eine angepasste und vorausschauende Fahrweise ist gerade im Winter unabdingbar.

Aufstellen und Nutzung der Drehleiter

  • Die Flächen unter den Abstützungen und der Vorderachse müssen vor dem Aufstellen unbedingt schnee- und eisfrei gemacht werden. Ein Spaten kann hier wertvolle Dienste leisten.
  • Bei der Räumung der Flächen wird auch gleichzeitig der Untergrund erkundet. So kann man etwa Kanaldeckel oder andere prekäre Stellen entdecken. Das Abstreuen dieser Flächen sollte tunlichst vermieden werden, weil dadurch die Reibung massiv herabgesetzt wird.
  • Der Winter birgt auch Gefahren bei der Nutzung der Drehleiter. Ausrutschen kann fatale Folgen haben. Rutschhemmende Beläge der Tritt- und Aufenthaltsflächen leisten hier wertvolle Dienste.
  • Eis oder hartgepressten Schnee auf begehbaren Flächen sollte man immer entfernen, um Unfälle zu vermeiden.

Gefahr für Mensch und Material durch gefrierendes Wasser

Bei eisigen Temperaturen kann Wasser schnell gefrieren. Deshalb sollte das Wasser in den Leitungen und Pumpen immer in Bewegung sein.

  • Wenn man etwa den Werfer am Korb nicht nutzt, sind die Zubringerleitungen immer zu entwässern. Dies gilt auch für alle anderen Leitungen.
  • Auch dabei gilt es, vorausschauend zu handeln und das Wasser etwa in einen Kanal abzuleiten. Vereiste Flächen können sonst zur Gefahr für die Mannschaft werden.
  • Sollte Löschwasser am Boden gefrieren, muss man die Flächen sofort abstreuen. Streumittel oder Salz kann etwa in einem alten, verschließbaren Schaummittelkanister mitgeführt werden.
  • Das Abwischen des Fahrzeugs nach dem Einsatz verhindert das Auftreten von Korrosionsschäden.
  • Bei Löscharbeiten entstehender Wassernebel kann im Winter ebenfalls für Probleme sorgen. Es können durch Gefrieren nicht nur rutschige Oberflächen entstehen.
  • In Folge von Vereisung können auch Bewegungseinschränkungen im Hubrettungssatz auftreten. Durch regelmäßiges Bewegen der Drehleiter kann man Eisbildung verhindern.

Eine Arbeitserleichterung an kalten Wintertagen bietet die optional erhältliche Sitzheizung für den Hauptbedienstand der Drehleiter. Die Maschinisten werden dafür sicherlich dankbar sein. Wind und Wetter kann man nicht beeinflussen. Mit den richtigen Maßnahmen kann man aber auch Einsätze unter schwierigen Bedigungen einfacher und vor allem sicherer machen.