Brandneu in Brandenburg

Fünf Stadtfeuerwehren mit neuen Drehleitern von Metz Aerials

Metz Aerials lieferte fünf Drehleitern in Brandenburg aus, alles DLAK 23/12 gemäß EN 14043, realisiert in drei verschiedenen Varianten: als L32 mit vierteiligem Leitersatz, als L32A mit abneigbarem Korbarm als fünftes Element im Leiterpark und als L32A-XS mit neu-entwickeltem Gelenkarm.

Das Kürzel XS steht für extra small und verweist auf den verbesserten Aktionsradius von nur 7,40 m zwischen Drehgestellmitte  und Korbaußenkante. Es lässt sich die XS auch unter sehr beengten Raumverhältnissen aufstellen und wird weniger Platz zum Anleitern zwischen Fahrzeug und Einsatzobjekt benötigt. Konkret benötigt die XS lediglich 6,15 m Fahrzeugabstand, um stufenlos entlang einer Hausfassade aufgerichtet werden zu können. Den 180°-Schwenk mit angewinkeltem Korbarm schafft sie bereits bei einer Straßenbreite von nur 9,50 m. Möglich macht dies der neuartige Gelenkarm, dessen Drehpunkt am Leitersatz nach innen versetzt ist. Dadurch winkelt der Gelenkarm „früher“ als der einer konventionellen Gelenkdrehleiter ab, was nicht nur den Aktionsradius erweitert, sondern auch die Korbablage sehr nahe am Fahrzeug erlaubt.

Arbeitshöhen bis 33 m

Die Fahrzeuge wurden auf 15-t-Chassis von Mercedes-Benz aufgebaut und verfügten bei Auslieferung, trotz umfassend gehalterter Ausrüstung, über Zuladungskapazitäten zwischen 0,9 und 1,6 t. Sie erreichen Arbeitshöhen von 32 m (L32A bzw. L32A-XS) bzw. 33 m (L32), die Korbarme sind 3,50 m (L32A) bzw. 4,35 m lang (L32A-XS) und kommen ohne zusätzliche Antriebe aus. Der Leiterpark ist aus hochfestem Feinkornstahl in patentierter Kastenknotenbauweise gefertigt. Diese sorgt für eine gleichmäßig verteilte Krafteinleitung in die Ober- und Untergurte und erhöht die Torsionssteifigkeit des Leitersatzes.

Optimale Standsicherheit und maximale Ausladung gewährleistet die bis 4,85 m stufenlos ausfahrbare Abstützung mit Bodendrucküberwachung und Stützkraftmessung. Sie ist genauso Standard bei Metz-Drehleitern wie die permanente Erfassung der auf den Leiterpark einwirkenden Kräfte über Lastmessbolzen (3D-Lastmessung). Über das CAN-Bus-System werden alle Daten der 3D-Lastmessung, der Bodendruckmessung sowie der Stützbreitenerfassung miteinander verrechnet und ausgewertet. Dies garantiert immer die maximale Ausladung und Sicherheit.

Individuelle Ausführungen

Jede Feuerwehr hat ihre Schwerpunkte, die sich vor allem in der Ausstattung des Korbes widerspiegeln. Während die Drehleitern für Ludwigsfelde, Eberswalde und Velten über einen fix am Korb verbauten, fernsteuerbaren Wasserwerfer verfügen, ist bei den anderen beiden ein manuell bedienbarer Monitor im Fahrzeug gehaltert, der bei Bedarf aufgesteckt wird. Der Metz-Rettungskorb besitzt unter anderem Halterungen für Wenderohr, Krankentrage oder eine Beleuchtungsgruppe. Außerdem sind vier der fünf Fahrzeuge mit einem zusätzlichen C-Abgang im Korb ausgestattet. Unterschiedlich ausgeführt sind Wasser- und Stromhochführungen, annähernd gleich die LED-Lichtpakete für RKL, Frontblitzer, Umfeldbeleuchtung und den Korb. Die Nutzlast des Rettungskorbes beträgt bei allen fünf Drehleitern 450 kg oder vier Personen.

Die Fahrzeuge wurden über den Zentraldienst der Polizei des Landes Brandenburg ausgeschrieben und Ende 2013 an die Stadtfeuerwehren übergeben. Die Maschinisten wurden bei Metz Aerials in Karlsruhe mehrere Tage lang auf ihre neuen Drehleitern eingeschult, seit Anfang 2014 sind sie mit ihren brandneuen Fahrzeugen im Einsatz.