Praxistipp: Nach dem Einsatz ist vor dem Einsatz

Bei Hochwasser zählt schnelle Hilfe, daher bringen die Feuerwehren neben Schmutzwasser- und Tauchpumpen auch Tragkraftspritzen zum Einsatz, sofern es der Verschmutzungsgrad des Wassers zulässt. Hier bewähren sich die Rosenbauer Tragkraftspritzen schon seit Jahrzehnten, es müssen jedoch diverse Verwendungshinweise berücksichtigt werden, um einen reibungslosen Betrieb zu gewährleisten. 

 

Die Tragkraftspritze FOX III kann im laufenden Betrieb nachgetankt werden, wodurch ein echter Dauerbetrieb möglich wird. Zum anderen ist für den Lenzbetrieb nur die Kolbenansaugpumpe auszukuppeln. Darüber hinaus sind keine weiteren Schritte erforderlich. Durch das übersichtliche Bedienpaneel hat der Maschinist alle Betriebsparameter immer im Blickfeld und dank des unerreicht niedrigen Gewichts von nur 167 kg im einsatzbereiten Zustand, kann die FOX III von vier Personen mühelos an jede noch so abgelegene Einsatzstelle getragen werden.

Übung macht den Meister

Da das Lenzen von (Schmutz-) Wasser seltener geübt wird als z.B. der Einsatz der Tragkraftspritze in einer Relaisleitung empfiehlt Rosenbauer, auch diesen Einsatzfall im Zuge einer Übung abzuhandeln. Zum einen muss auf das Auskuppeln der Kolbenansaugpumpe im Lenzbetrieb geachtet werden. Zum anderen ist die regelmäßige Kontrolle des Manometers auf der Saugseite erforderlich, um eine Verstopfung des Saugsiebes zu vermeiden, eine Kavitation zu erkennen und damit einen möglichen Totalausfall der Pumpe zu verhindern. 

Pflege und Wartung sind essentiell

Gerade nach langwierigen Einsätzen bzw. Einsätzen in verschmutzten Gewässern ist eine sorgfältige Wartung unerlässlich, damit das Gerät auch beim nächsten Einsatz wieder problemlos funktioniert. Rosenbauer empfiehlt daher, folgende Punkte (entsprechend der Betriebs- und Wartungsanleitung) zu prüfen:

 

Tragkraftspritze allgemein

  • Verwenden Sie zur Reinigung kein fließendes Wasser - Spritzwasser kann elektrische Bauteile beschädigen! Schmutz daher nur mit feuchten Tüchern beseitigen
  • Keine Lösungsmittel verwenden!

Motor

  • Entsprechend dem Wartungsplan (z.B. FOX III) sind alle Öle (Motor und Ansaugpumpe) ein Mal jährlich bzw. nach 50 Betriebsstunden zu wechseln. Je nach Einsatzdauer sollte geprüft werden, ob ein Ölwechsel fällig ist.

Kreiselpumpe

  • Die gesamte Pumpe auf Leichtgängigkeit aller Betätigungen sowie auf Schäden oder Defekte inspizieren
  • Die Funktionsfähigkeit und den Zustand aller Ventile, Instrumente und Anzeigen testen
  • Schlauchkupplungen auf Dichtheit und festen Sitz prüfen
  • Saugsieb im Sauganschluss auf Sauberkeit überprüfen.

Ansaugpumpe

  • Wenn Meer- oder Schmutzwasser mit der Entlüftungspumpe angesaugt wurden, so muss im Anschluss unbedingt mit sauberem Wasser durchgespült werden, da aufgrund der Aggressivität dieser Medien ein "Festfressen" des Kolbens die Folge sein kann
  • Wichtig ist das Entleeren und Trockensaugen nach jedem Betrieb
  • Die Funktionsbereitschaft der Pumpe ist monatlich durch eine Trockenvakuumprobe sicherzustellen:
    • Pumpe gründliche entleeren
    • Saugeingang mit Blinddeckel verschließen (wenn Saugschläuche geprüft werden, diese ankuppeln und das Ende mit Blinddeckel verschließen)
    • Entleerungshahn und Druckventile schließen
    • Motor in Betrieb nehmen und entlüften. Wird die Pumpe allein geprüft, so wird innerhalb weniger Sekunden ein Unterdruck von ca. 0,8 bar erreicht
    • Motor abstellen
    • Die Pumpe ist ausreichend dicht, wenn der Unterdruck innerhalb 1 Minute nicht weiter als von 0,8 auf 0,7 bar absinkt; sollten 0,8 bar Unterdruck nicht erreicht werden, muss die Pumpe abgedrückt werden. Dafür genügt ein Druck von 3 - 6 bar, angeschlossen am Saugeingang
    • Vor dem Einstellen der Tragkraftspritze im Gerätehaus die Druckventile eine halbe Umdrehung öffnen, um die Dichtungen zu entlasten
    • Der Keilriemen ist 1 x jährlich auf mechanische Schäden zu prüfen; eine Verschmutzung des Keilriemens durch Öl oder Fett ist unbedingt zu vermeiden. 

Die Einsatzfähigkeit einer Tragkraftspritze hängt nicht ausschließlich vom Gerät ab, auch der Bediener muss bestmöglich geschult sein, um einen reibungslosen Betrieb zu gewährleisten. Dies garantiert Ihrer Tragkraftspritze eine lange Lebensdauer.

 

Mit diesen Tipps wünscht Rosenbauer weiterhin erfolgreiche Einsätze!