Drei Großtanklöschfahrzeuge für die BF Wien

Kraft und Leistung in kompaktem Design

Zu knapp 100 Einsätzen pro Tag rückt die Berufsfeuerwehr Wien aus. Anders ausgedrückt: Alle 15 Minuten werden ein oder mehrere Einsatztrupps alarmiert. Im über 400 km2 großen Stadtgebiet muss man von Küchenbränden bis hin zu Unglücksfällen in großen Industrieanlagen auf viele verschiedene Szenarien vorbereitet sein. Die neu in Dienst gestellten Großtanklöschfahrzeuge sorgen im Brandfall für große Mengen an Löschwasser, Schaum oder auch Löschpulver. Mit den leistungsstarken Pumpen kann das Löschwasser auch über weite Strecken zum Einsatzort gebracht werden. Vor allem für Brände in Industrieanlagen hat man große Mengen an Schaum und eine Pulverlöschanlage zur Verfügung.
Doch nicht nur die Löschtechnik muss den Anforderungen der Wiener Berufsfeuerwehr entsprechen, sondern auch das Fahrzeug selbst. Die drei neuen GTF wurden auf einem SCANIA G480 mit 480 PS aufgebaut. Zwei angetriebene Hinterachsen, über denen der Tank liegt, und eine gelenkte Nachlaufachse sorgen durch die Tridemanordnung für guten Grip und perfekte Fahreigenschaften. Trotz der vielfältigen Anforderungen und umfangreichen Ausstattung ist es gelungen das GTF-Konzept in möglichster kompakter Form darzustellen. Eine kompakte Bauweise hat sich in Wien schon bewährt: Insgesamt sind bereits 32 wendige Fahrzeuge aus der AT Reihe bei der Berufsfeuerwehr in Österreichs Hauptstadt im Einsatz. Die City Ausführung dieser ATs macht es möglich, dass man die Fahrzeuge auch in den engen Gassen der Innenstadt noch gut manövrieren kann.

Löschmittel für alle Fälle

Die drei neuen GTF sind mit einer N100 Löschpumpe ausgestattet, deren Wasserversorgung über vier Saugeingängen im Heck oder die mitgeführten Unterwasserpumpen erfolgt. Damit können bei 10 bar bis zu 10.000 l Wasser pro Minute bewegt werden. 10.000 l fassen auch die Wassertanks, mit denen die GTF ausgestattet sind. Die HYDROMATIC und DIGIMATIC Schaummitteldruckzumischsysteme können dank der beiden separaten Schaummitteltanks im Bedarfsfall große Mengen an Löschschaum erzeugen. Insgesamt 500 kg Flammbrandpulver stehen für die Löscharbeiten zur Verfügung. Auf dem Dach des GTF ist ein RM60C Wasserwerfer angebracht. Damit können bis zu 6.000 l Wasser oder Wasser-Schaumgemisch pro Minute auf den Brandherd geworfen werden, und das aus bis zu 100 m Entfernung. Der Werfer kann per Fernsteuerung  bedient werden.
Für die Stromversorgung ist ein Einbaugenerator, der über das Heckdisplay bedient werden kann, verantwortlich. Er wird über einen Nebenabtrieb des Getriebes betrieben und leistet 40 kVA. Zwei selbstrückspulende Kabeltrommeln mit je 50 m Kabel und Vollgummi-Verteiler sorgen am Einsatzort für die Versorgung mit Strom. Für eine gute Beleuchtung der Einsatzstelle sind zwei LED-Scheinwerfer am Heck und jeweils acht LED-Scheinwerfer an beiden Seiten des Fahrzeugs angebracht. Am Heck ist außerdem eine LED-Verkehrsleiteinrichtung vorhanden.

Weniger Schulungsaufwand durch einheitliche Bedienung

Die Entwicklung der GTFs fand in enger Zusammenarbeit zwischen einer Arbeitsgruppe der BF Wien und Rosenbauer statt. Ein weiterer Grund dafür, dass man sich für die Großtanklöschfahrzeuge von Rosenbauer entschieden hat, sei die einfache und intuitive Bedienung der Fahrzeuge, sagt DI Thomas Huber, Verantwortlicher für die Fahrzeugbeschaffung der Berufsfeuerwehr Wien: „Die einfache und intuitive Bedienung über das Display ist jener der AT Fahrzeuge sehr ähnlich. Das bedeutet für uns einen geringeren Schulungsaufwand und bringt auch im Einsatz große Vorteile. Die Feuerwehrleute sind vielseitiger einsatzbar und eine effiziente Handhabung der Fahrzeuge ist jederzeit möglich.“ Bei insgesamt 1.700 Feuerwehrleuten, die an den 24 Feuerwachen in Wien Dienst machen, ist dieses Argument nicht von der Hand zu weisen. 500 Feuerwehrleute sind gleichzeitig für jeweils 24 Stunden in Bereitschaft und sorgen für Sicherheit in der Bundeshauptstadt.