Starkes Trio

Drei Rosenbauer AT sind die neuen Leistungsträger im Fuhrpark der Schwerpunktfeuerwehr Wildeshausen.

Sie bilden ein schlagkräftiges Team, die drei neuen Fahrzeuge im Löschzug der Feuerwehr Wildeshausen, Niedersachsen: das TLF 4000 Trupp, das HLF 20 und das LF 20. Sie bringen zusammen nicht weniger als 10.000 l Löschmittel an den Einsatzort und haben eine weit gehend idente bzw. sich ergänzende Löschtechnik an Bord, die sich vor allem auch zur Bekämpfung der in letzter Zeit immer häufiger auftretenden Wald- und Vegetationsbrände eignet.

Löschen beim Fahren

Auf der einen Seite sind sie Allrounder, klassische Arbeitstiere zur Brandbekämpfung, auf der anderen Seite stellen die drei neuen Fahrzeuge der Feuerwehr Wildeshausen Funktionen zur Verfügung, wie sie normalerweise nur in Spezialfahrzeugen zu finden sind. Dazu gehört zum Beispiel der Pump-and-roll-Betrieb, der sie in die Lage versetzt, auch während der Fahrt im Schritttempo Wasser bzw. Löschmittel auszubringen. In Verbindung mit den (am gleichen Ort in den Fahrzeugen) verbauten Schnellangriffseinrichtungen ergibt sich eine ideale löschtechnische Kombination, um einen brennenden Waldsaum oder tief sitzende Glutnester rasch ablöschen zu können.

Die Pumpenanlage und ihre Bedienung ist ebenfalls in allen drei Fahrzeugen gleich: Verbaut ist die leistungsstarke Rosenbauer Normaldruckpumpe N35, eine FPN10-3000 nach EN 1028, bedient wird sie über hochauflösende, lichtstarke 10“-Displays mit Touchfunktion, die sowohl im Heck (Geräteraum 7) als auch im Fahrerhaus (Armaturenbrett) montiert sind.

Werfer, Netzmittel, Eigenschutz

Florian Oldenburg Land 18-26-2, das TLF 4000 Trupp ist darüber hinaus mit einem am Aufbaudach montierten, elektronisch aus der Kabine steuerbaren Wasser-Schaumwerfer ausgestattet. Damit können Vegetationsbrände aus sicherer Entfernung bekämpft werden, ohne das Fahrzeug verlassen zu müssen. Die Leistung des Werfers RM25C beträgt bis zu 2.500 l (Wasser bzw. Wasser-Schaummittel-Gemisch), die Wurfweite ca. 70 m im Wasser- und ca. 50 m im Schaumbetrieb.

In diesem Fahrzeug ist auch das Druckzumischsystem RFC Admix Variomatic verbaut, mit dem sowohl Netzmittel als auch Leicht-, Mittel- und Schwerschaum (Zumischrate stufenlos zwischen 0,1 und 6 % verstellbar) erzeugt werden kann. Die Variomatic stellt Schaum auf den Abgängen zur Verfügung, welche die Feuerwehr im Einsatz nutzen will, die anderen können parallel mit Wasser betrieben werden, die Wasserpumpe bleibt schaummittelfrei. Das Druckzumischsystem wird elektrisch angetriebenen und elektronisch gesteuert, ist in drei Größen erhältlich (Pumpenleistungen: 12 l/min, 24 l/min und 48 l/min) und kann als ein- oder mehrkanaliges System mit bis zu vier Einspritzpunkten und individuell eingestellten Zumischraten konfiguriert werden.

Ebenfalls Teil der Waldbrandausstattung des Truppfahrzeuges ist die Eigenschutzanlage, die aus Bodensprühdüsen vor der Vorderachse besteht und das Fahrzeug schützt, wenn es zum Beispiel über einen brennenden Saum gefahren wird. Aufgebaut ist das rund 18 t schwere TLF 4000 Trupp auf eine geländegängiges, robustes Allradchassis, um damit auch unbefestigtes Terrain sicher befahren zu können.

Neu designter AT-Aufbau

Die drei Fahrzeuge der Feuerwehr Wildeshausen sind die ersten in Deutschland, die Rosenbauer auf Scania Fahrgestell (P410 XT) mit dem weiterentwickelten AT-Aufbau (AT-Facelift) realisiert hat. Dessen nach außen sichtbaren Markenzeichen sind die neu designte Dachgalerie, ein neuer Fahrerhausüberbau mit integrierten Warnleuchten, die überarbeitete Andockblende zwischen Fahrerhaus und Mannschaftsraum, ein neues Heckleuchtendesign sowie ein umfassendes, neues Beleuchtungspaket basierend auf modernen Hochleitungs-LED-Bändern. Dieses umfasst sowohl die homogene Innenausleuchtung von Mannschafts- und Geräteräumen als auch eine blend- und schattenfreie Nah- und Umfeldbeleuchtung, die teilweise platzsparend in die Dachgalerie integriert ist. Neu ist auch das über die gesamte Länge der Dachgalerie montierte, farbige LED-Band, das mit den Warnblitzern mitblinkt.

Zu den bewährten inneren Werten des AT zählt vor allem die in den Aufbau integrierte Mannschaftskabine. Sowohl beim HLF 20 als auch beim LF 20 der Feuerwehr Wildeshausen ist sie als Doppelkabine für bis zu sechs Einsatzkräfte ausgeführt, wobei alle Sitze mit 3-Punkt-Sicherheitsgurten und die vier äußerem zusätzlich mit Airbags und Gurtstraffern ausgestattet sind. PA-Halter sind in beiden Kabinen jeweils sechs verbaut (zwei gegen, vier in Fahrtrichtung), zudem sind sie mit Standheizung ausgestattet. Auch die Drehtreppe unter der Mannschaftsraumtüre gehört zum Standardrepertoire des AT. Sie arretiert in jeder Türstellung und erlaubt ein sicheres und komfortables Ein- und Aussteigen selbst mit schwerem Atemschutz und bei halb geöffneter Tür.

Dazu kommt beim AT (Advanced Technology) die Gewähr, dass es sich um ein tausendfach realisiertes Aufbaukonzept handelt, dem deutsche Feuerwehren seit Jahrzehnten vertrauen.

Individuelle Stärken, gleiche Technologie

Drei Fahrzeuge, jedes mit individuellen Stärken und alle mit gleicher Basislöschtechnik und gleich bedienbar – der neue Löschzug der Feuerwehr Wildeshausen kann sich sehen lassen. Mit diesen Trio sind die Einsatzkräfte für alle Brandereignisse bestens gerüstet und können auch den Ausfall eines Fahrzeuges leichter kompensieren, weil die Ausrüstung standardisiert ist. Im Frühjahr in Dienst gestellt, hat der neue Löschzug seine Feuertaufe bereits in zahlreichen Einsätzen mit Bravour bestanden.

Die Feuerwehr Wildeshausen ist zuständig für die gleichnamige Stadt in Niedersachsen mit 20.000 Einwohnern und die Landgemeinde Düngstrup, operiert von zwei Wachen aus und zählt rund 125 Mitglieder im aktiven Dienst, von denen mehr als die Hälfte aus der eigenen Jugendfeuerwehr kommen.