Entwickelt für die höchsten Ansprüche


Punktgenau auf die Wünsche des Kunden hin konzipiert und realisiert, dazu mit umfangreicher, hochmoderner Ausrüstung ausgestattet: Die vier neuen, einzigartigen Detektions- und Dekontaminationsfahrzeuge für das Emergency Management Fire Rescue Bureau werden allerhöchsten Ansprüchen gerecht.

Die Anforderungen, die das chinesische Emergency Management Fire Rescue Bureau an die neuen Detektions- und Dekontaminationsfahrzeuge gestellt hat, waren sehr hoch. Und damit eine willkommene Herausforderung für die erfahrenen Techniker von Rosenbauer, die das entsprechende Fahrzeugkonzept entwickelt und dann auch umgesetzt haben. Das Ergebnis kann getrost als einzigartig bezeichnet werden – und das gleich in mehreren Belangen

Denn bis auf das MAN TGS Fahrgestell mitsamt 480 PS starkem Motor ist das Konzept, das den vier neuen Fahrzeugen zugrunde liegt, eine komplette Neuentwicklung. Die Kombination aus High End-Detektion, Kommandofunktion und umfangreicher, autarker Personen- und Hochdruck-Dekontamination wurde bisher noch nie in einem Fahrzeug vereint.

Gase auf 5km Entfernung analysieren

So wurden gleich mehrere, hochmoderne Detektionsgeräte in den Fahrzeugen verbaut: Zum Beispiel hochwertiger Gasdetektor, der mittels Spektralanalyse verschiedenste Gase auf eine Entfernung von bis zu fünf Kilometern erkennen, analysieren und mittels GPS und Kartenmaterial verorten kann. Bei Bedarf kann er ganz einfach auf Knopfdruck über die Dachoberkante ausgefahren werden, während er sich in Ruheposition geschützt im Aufbau befindet. Ebenso verbaut ist ein Detektor für nukleare Gammastrahlung sowie zahlreiche weitere mobile Analysegeräte.

Ein anderes, besonderes Ausstattungsmerkmal ist die sogenannte „Glove Box“: In diesem Behältnis, das im Kommando- und Analyseraum im vorderen Drittel des Fahrzeugs untergebracht ist, können unter geschützter Atmosphäre gefährliche Stoffe analysiert werden. Durch künstlich erzeugten Unterdruck und eine eigene Filteranlage können keine Gefahrstoffe nach außen dringen.

Der Kommando- und Analyseraum beinhaltet komfortable Arbeitsplätze für zwei Personen. Dazu gibt es noch drei weitere Sitzplätze mit integrierten Atemschutzgerätehaltern. Auf einem übersichtlichen Bedienpaneel sind alle Kontrolleinheiten für die verschiedenen Gerätschaften untergebracht. Die meisten davon lassen sich zudem per Fernbedienung steuern.

Wetterstation, Kameras und Lichtmast

Dank einer pneumatisch ausfahrbaren Wetterstation hat die Besatzung nicht nur die Witterungsverhältnisse stets im Blick, sondern kann bei Bedarf auch eine mögliche Ausbreitungswolke gefährlicher Stoffe simulieren. Durch das ebenfalls ausfahrbare, dreh- und schwenkbare Kamerasystem mit Zoomfunktion kann man einen Einsatzort aus sicherer Entfernung beobachten. Die Bilder der Kamera können bei Bedarf auf den 55“ großen Bildschirm im Kommando- und Analyseraum oder auf den Laptop übertragen werden – so wie sämtliche anderen relevanten Informationen. Dank WiFi und anderer Übertragungsmöglichkeiten können die Bilder auch für weitere Fahrzeuge oder die Einsatzleitstelle zugänglich gemacht werden. Mittels „Birdview“-Technologie kann die Besatzung das eigene Fahrzeug und einen Teil des nahen Umfelds aus der Vogelperspektive betrachten. Und ein pneumatisch ausfahrbarer LED-Lichtmast sowie eine gut konzipierte Fahrzeugbeleuchtung sorgt für entsprechende Helligkeit bei nächtlichen Einsätzen.

Menschen und Material dekontaminieren

Im mittleren Bereich des Aufbaus befindet sich eine Duschzelle für die Dekontamination von Personen, die mit Gefahrgut in Kontakt gekommen sind. Das Wasser kommt aus einem 1000-Liter-Frischwassertank und wird vor Benutzung mit UV-Licht aufbereitet, wodurch jegliche Keime abgetötet werden. Wassererwärmung und Chemiezumischung vervollständigen die Wasserversorgung für die automatisierte Duscheinrichtung. Das entstehende Abwasser wird in einem eigenen, 600 Liter fassenden Tank gesammelt. Die gesamte Wasseraufbereitung ist zudem auch für den externen Betrieb eines Duschzelts ausgelegt.

Im hinteren Bereich des Fahrzeugs ist eine Hochdruck-Dekontaminationseinheit samt Zubehör verbaut. Damit werden im Einsatzfall vor allem Ausrüstungsgegenstände dekontaminiert und gereinigt. Je nach Gefahrenquelle können verschiedene Dekontaminationsmittel über eine eigene Zumischanlage beigemengt werden. Bei Bedarf kann über die Hochdruckeinheit zudem Dampf erzeugt werden. Die 60-Meter-Schlauchhaspel sorgt für einen großen Bewegungsradius bei den Dekontaminations-Arbeiten.

Selbstdekontamination der Fahrzeuge

Das ist aber noch nicht alles: Die vier Detektions- und Dekontaminationsfahrzeuge können sich nämlich auch selbst dekontaminieren. Am Dach des Aufbaus und des Fahrerhauses sind eigene Leitungen angebracht, die bei Bedarf für die Selbstreinigung des Fahrzeugs sorgen. Auch der Gedanke an die Sicherheit der Mannschaft spiegelt sich in der Ausstattung des Fahrzeugs wider: Über ein zentrales Atemluft-Versorgungssystem können etwa bis zu fünf Personen im Notfall reine, saubere Luft atmen. Gespeist wird es über drei Pressluftflaschen, deren Volumen bei maximalem Verbrauch für mindestens eine Stunde ausreicht. In den Geräteräumen ist ausreichend Platz für Schutzbekleidung, weitere Ausrüstungsgegenstände zur Analyse von Gefahrgut und zur Dekontamination.

Pneumatisch ausfahrbare Treppen, ein extrem leiser, dieselbetriebener Stromerzeuger im Heck, ausfahrbare Markisen an beiden Seiten, Klimaanlage, Standheizung oder das Abstützsystem zur perfekten Positionierung des Fahrzeugs: Das sind nur einige weitere Ausstattungs-Highlights der vier neuen Detektions- und Dekontaminationsfahrzeuge für das Emergency Management Fire Rescue Bureau in China, die im Einsatzfall wertvolle Dienste leisten werden.

Apropos Einsatzfall: Die vier Fahrzeuge wurden bereits nach China geliefert, derzeit werden die Mannschaften intensiv in der Bedienung geschult. Stationiert werden sie dann an zentralen Logistikbasen in vier Provinzen – und im Ernstfall rasche und effiziente Unterstützung bei herausfordernden Einsätzen bieten. Denn genau dafür wurden sie entwickelt und gebaut.