Metz Technology auf Scania Low-Entry-Chassis

Acht Rosenbauer Drehleitern mit neuen Niedrigfahrerhäusern für dänische Feuerwehren.

„Low Entry“, diesen Zusatz bekommen LKW, wenn sie mit tiefen, barrierefreien Einstiegen bzw. niedrigen Fahrerhäusern ausgestattet sind. Die neue L-Baureihe von Scania, Anfang 2018 auf den Markt gebracht, bietet beides: eine Kabinenvariante mit Flachdach und einer speziellen Absenkautomatik (Kneeling-Funktion), wie man sie von urbanen Niederflurbussen kennt. Sobald die Parkbremse betätigt wird, senkt sich das luftgefederte Fahrerhaus um 100 mm ab. Die (einzige) Stufe liegt dann wenige Zentimeter über Fahrbahnniveau und es reichen zwei schnelle Schritte zum Einsteigen.

Gesamthöhe entscheidend

Bei Drehleitern spielt zudem die Gesamthöhe eine entscheidende Rolle: In Dänemark darf sie nicht mehr als 3,30 m betragen, dann passen die Fahrzeuge unter die Durchfahrten gemäß Bauordnung (Mindesthöhe: 3,40 m), selbst wenn Fahrbahnunebenheiten oder abrupte Manöver die Hubrettungsgeräte etwas aufschaukeln sollten.

Zur Sicherheit und weil es natürlich auch niedrigere Durchfahrten gibt, die vor Inkrafttreten der Bauordnung errichtet wurden, haben sich dänische Feuerwehren bei ihrer letzten Sammelausschreibung für das neue Scania-Chassis entschlossen. In der Version mit Flachdach weist es eine Fahrzeughöhe von lediglich 2.700 mm aus und ist damit um rund 300 mm niedriger als die Variante mit normalem Dach.

Mehr „Luft nach oben“

Rosenbauer hat darauf modernste Drehleiterfahrzeuge aufgebaut, deren Gesamthöhe (Hubrettungssatz in der Ablage/Fahrstellung) mit 3.150 mm deutlich unter der dänischen Normvorgabe liegt. Das verschafft ihnen mehr „Luft nach oben“ und reduziert die Sorgenfalten der Fahrer, ob sie mit ihren Fahrzeugen durch die Durchfahrten, Tore und Tunnels im Alarmgebiet passen.

Insgesamt acht Drehleitern hat Rosenbauer Karlsruhe aufgebaut, alle auf dem gleichen Scania 4x2-Chassis mit Niedrigfahrerhaus und einem zulässigen Gesamtgewicht von 18,0 t. Als Antriebsaggregat verfügen die Fahrzeuge über einen umweltfreundlichen Euro-6-Motor mit neun Litern Hubraum und 360 PS. Im zwei Meter langen Fahrerhaus ist mehr als genug Platz für die zweiköpfige Besatzung. Tief ausgeschnittene Türfenster und die große „Lücke“ zwischen A-Säule und Spiegel verschaffen eine perfekte Rundumsicht.

Gleiche Technik, individuelle Ausprägung

Beim Drehleiteraufbau handelt es sich um den neuen Metz-Hubrettungssatz XS 3.0 mit fünfteiligem Haupt- und einteiligem, abneigbarem Korbarm. Die Fahrzeuge erreichen eine Arbeitshöhe von 32 m und sind mit einem Rettungskorb (500 kg Nutzlast) samt angebauter Auszugsplattform (200 kg Tragkraft) als Überstiegshilfe ausgestattet. Dank der bewährten Gelenktechnologie können sie sehr rasch und flexibel positioniert werden und decken einen größeren Arbeitsbereich als herkömmliche Drehleitern ab.

Während die Technik bei allen Fahrzeugen gleich ist, konnte die Ausstattung weit gehend frei gewählt werden: Einige Feuerwehren ließen ihre Drehleitern wahlweise mit einem manuellen oder elektrischen Werfer sowie weiteren Abgängen im Korb ausstatten, um für einen sofortigen Löscheinsatz gerüstet zu sein. Andere entschieden sich zusätzlich für eine Atemlufthochführung entlang des Leiterparks oder eine eigene Tragkraftspritze an Bord.

Auch die Farben der Leitersätze und Rollläden konnten individuell gewählt werden (Anthrazit, Silber, RAL 3000 ...), ebenso die Ausstattung der Fahrzeuge mit Scheinwerfern (spezielle am Leitersatz und Rettungskorb). Zwei der acht Drehleitern verfügen über ein 360°-Birdview-System, welches aus vier Kameras (je eine in der Fahrzeugfront, in der Lafette sowie rechts und links am hohen Gerätekasten) und einem eigenen Bildschirm mit vier Anzeigefelder im Fahrerhaus besteht. Eine andere ist mit Kameras am Korbarm und im Korbboden ausgestattet, um die Korbbesatzung bzw. die Einstiegssituation vor dem Fahrerhaus zu überwachen.

Acht Fahrzeuge, eine Ausschreibung

Unmittelbar nach der Markteinführung der Scania L-Baureihe Ende 2017 hatten sie die dänischen Feuerwehren schon in ihre Sammelausschreibung aufgenommen. Rosenbauer Karlsruhe war und ist seither der einzige Aufbauhersteller, der Drehleitern auf dem brandneuen Low-entry-Chassis realisiert hat. Die Fahrzeuge wurden an acht dänische Kommunen geliefert:

  • Gladsaxe in der Region Beredskab Øst: zuständig für 70.000 Einwohner auf 25 km2
  • Ballerup (Region Beredskab Øst): 48.000 Einwohner auf 34 km2
  • Hørsholm (Region Nordsjællands Brandvæsen): 25.000 Einwohner auf 31 km2
  • Roskilde (Region Østsjællands Beredskab): 87.000 Einwohner auf 212 km2
  • Aarhus Syd + Aarhus City (Region Østjyllands Brandvæsen): 345.000 Einwohner auf 467 km2
  • Silkeborg (Region Midtjysk Brand & Redning): 93.000 Einwohner auf 850 km2
  • Herning (Region Brand & Redning MidtVest): 89.000 Einwohner auf 1.320 km2