15. Juni 2022

Presseaussendung

Rosenbauer Brandschutz Deutschland erhält größten Auftrag in der Geschichte

Sprühwasser- und Werferlöschanlagen für neues Müllheizkraftwerk Wiesbaden

 

 

Rosenbauer wurde mit der Planung und Errichtung von stationären Brandschutzanlagen für das zurzeit in Bau befindliche Müllheizkraftwerk Wiesbaden beauftragt. Konkret umfasst der Auftrag sämtlichen löschtechnischen Einrichtungen im Annahmebereich mit großem Müllbunker, in dem bis zu 7.500 m3 Abfälle zwischengelagert werden können. Zum Schutz der Anlage werden unter anderem elf Sprühwasser- und vier Werferlöschanlagen verbaut, letztere waren auch ausschlaggebend für den Zuschlag, weil Rosenbauer auf diesem Gebiet Technologieführer ist.

 

Das Müllheizkraftwerk Wiesbaden

 

Hauptzweck des neuen Müllheizkraftwerkes, das 2024 in Betrieb gehen wird, ist die effiziente Verbrennung von Abfällen, die in der Region Wiesbaden gesammelt werden – und das bei bestmöglicher Umwelt- und Energiebilanz. Die dabei erzeugte Wärmeenergie wird genutzt, um sie sowohl in das Fernwärmenetz der ESWE Versorgungs AG einzuspeisen als auch verstromt in das öffentliche Netz einzuleiten. Im Jahr können etwa 200.000 t Siedlungs- und Gewerbemüll mit der Anlage thermisch verwertet und daraus über eine Kraft-Wärme-Kopplung rund 100.000 MWh Fernwärme sowie ca. 150.000 MWh Strom zur Versorgung der Wiesbadener Haushalte und den Betrieb des Kraftwerkes erzeugt werden.

 

Damit leistet das Müllheizkraftwerk als nachhaltige Alternative zur Verfeuerung fossiler Brennstoffe einen wichtigen Beitrag zur CO2-Einsparung und unterstützt das Erreichen der Wiesbadener Klimaziele. Außerdem könnte es in Zukunft die Nutzfahrzeuge und Busse in der Stadt mit grünem Wasserstoff versorgen, wenn, wie aktuell geprüft wird, die Anlage um eine Elektrolyse erweitert wird.

 

Abfallrecycling in Deutschland

 

Auch wenn beim Thema Abfall grundsätzlich Vermeidung vor Verwertung gilt, die thermische Verwertung von Altstoffen dient dem Klimaschutz, da der Abfall nicht auf einer Deponie landet. In Deutschland gibt es derzeit über 60 Müllverbrennungsanlagen mit einer jährlichen Gesamtkapazität von etwa 20 Millionen Tonnen. Zudem werden Abfälle nach vorangegangener Aufbereitung auch in Ersatzbrennstoff-Kraftwerken und in Zementwerken, Kohle- und Industriekraftwerken als günstiger Energieträger genutzt. Längst nicht alle sind mit der bestmöglichen Brandschutztechnologie wie das künftige Müllheizkraftwerk Wiesbaden ausgestattet. Darüber hinaus sind einige Neu-, Ersatz- und Erweiterungsanlage geplant, beispielsweise um die wegfallenden Abfallmengen aufzufangen, die zurzeit noch in Kohlekraftwerken verbrannt werden, was nach dem geplanten Kohleausstieg bis 2038 nicht mehr möglich sein wird. Rosenbauer sieht daher auch in Zukunft gute Absatzchancen für seine stationären Brandschutzlösungen, allen voran die hocheffizienten Werferlöschanlagen.

 

Effizienter Brandschutz

 

Im Müllheizkraftwerk Wiesbaden wird vor allem der Müllbunker geschützt. Zum einen werden elf Sprühwasserlöschanlagen verbaut, die nach Auslösung jeweils einen bestimmten Bereich des Bauwerks fluten bzw. zur Kühlung der beiden Kräne in der Halle genutzt werden können. Zum anderen kommen vier Werferlöschanlagen zum Einsatz, die sowohl den Müllbunker als auch die Anlieferzone schützen. Ein Infrarot-Früherkennungssystem scannt dabei permanent den gesamten Bereich und steuert, sobald ein Hotspot detektiert wird, automatisch einen der vier Werfer (Rosenbauer RM35 mit bis zu 1.900 l/min) an. Die Werfer können aber auch manuell ausgelöst werden. Um die Löschwirkung zu erhöhen, sind beide Systeme mit einer eigenen Schaumzumischung ausgestattet.

 

Mit zur Gesamtanlage gehören vier, elektrisch betriebene Löschwasserpumpen, die aus einem 800 m3 fassenden Zwischenbehälter gespeist werden, sowie fünf Außen- und 15 Wandhydranten im Innenbereich, die eine zweistündige Wasserversorgung der Feuerwehr sicherstellen, beispielsweise für einen Innenangriff der Feuerwehr. Die Anlage wurde daher auch in enger Abstimmung mit der Feuerwehr Wiesbaden geplant.

 

Komplettanbieter im stationären Brandschutz

 

Rosenbauer Brandschutz Deutschland ist als Komplettanbieter im anlagentechnischen Brandschutz auf die Planung, Errichtung und Wartung von ortsfesten Löschanlagen spezialisiert. Das Produktportfolio umfasst sowohl wasser- als auch schaum- und druckluftschaumbasierte Löschsysteme. Darüber hinaus gehören Brandmelde- und Brandfrüherkennungssysteme, Gaslöschanlagen, Wandhydranten, mobile CAFS-Feuerlöscher und halbstationäre POLY-Löschanlagen zum Produktprogramm. Das Unternehmen hat für alle wesentlichen Gewerke die VdS-Anerkennung als Errichter und baut Anlagen nach allen bekannten internationalen Standards. Rund 140 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind an den Standorten Mogendorf, Gladbeck, Hilden und Hattersheim beschäftigt und haben im Vorjahr einen Umsatz von 20 Mio. Euro erwirtschaftet.

 

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