9. November 2021

Presseaussendung

Österreichischer Staatspreis Innovation für RT

Rosenbauer ist für sein elektrifiziertes Feuerwehrfahrzeug „Revolutionary Technology“ (RT) mit dem Österreichischen Staatspreis Innovation ausgezeichnet worden. Margarete Schramböck, Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort, hob bei der Preisverleihung vor allem die Nachhaltigkeit des RT hervor: „Ein tolles Projekt, das wirklich in puncto Nachhaltigkeit glänzt. Ich konnte mich selbst davon überzeugen. Rosenbauer setzt bei diesem Fahrzeug konsequent auf neue Technologien und öffnet den Feuerwehren damit den Weg in die digitale Zukunft. Der RT bestätigt einmal mehr die Innovationskraft der österreichischen Weltmarktführer als Basis für wirtschaftlich nachhaltige Erfolgsmodelle.“

„Wir freuen uns sehr über diese Anerkennung und sehen darin eine Bestätigung unserer vor rund zehn Jahren begonnenen Entwicklungsarbeit an diesem Fahrzeug“, sagt Markus Schachner, Leiter des Rosenbauer Product Development. „Der RT vereint aus unserer Sicht alles, worauf es im Feuerwehreinsatz der Zukunft ankommt: eine hoch ergonomische Fahrzeugarchitektur, einen emissionsarmen Antrieb, ein innovatives, weitgehend digitalisiertes Bedienkonzept und umfassende Konnektivität.“

Revolutionäre Fahrzeugarchitektur
Der Rosenbauer RT gibt eine völlig eigenständige und richtungsweisende Antwort auf die Frage, wie das Feuerwehrfahrzeug der Zukunft aussehen wird. Durch den Wegfall des konventionellen Antriebsstranges konnten sich die Entwicklungsingenieure weitgehend von der klassischen Aufbauphilosophie lösen und eine noch nie dagewesene, ausschließlich aus der Funktion heraus gedachte Fahrzeugarchitektur realisieren. 

Das Resultat ist ein Einsatzfahrzeug aus einem Guss, das aufgrund seines Elektroantriebs mit einer beispiellosen Fahrdynamik aufwartet und durch sein absenkbares Allradfahrwerk mit Einzelradaufhängung und Hinterachslenkung über ausgezeichnete Fahreigenschaften in jedem Terrain besitzt. Die integrale Bauweise der Kabine sorgt für ein hohes Maß an Sicherheit während der Einsatzfahrten, der Fahrer wird von modernen Assistenzsystemen wie elektronischen Außenspiegeln unterstützt. An der Einsatzstelle lässt sich der RT so weit absenken, dass der Mannschaftsraum barrierefrei betreten und die im Fahrzeug gehalterte Ausrüstung mit sicherem Stand vom Boden aus entnommen werden kann. Die Sitze im Cockpit sind nach innen drehbar, die Crew im Mannschaftsraum sitzt großteils an den Fahrzeugseiten, wodurch sich eine Konferenz-Sitzanordnung ergibt und Einsatzbesprechungen wind- und wettergeschützt im Fahrzeug durchgeführt werden können.

Vollelektrischer Betrieb
Mit dem RT fahren die Feuerwehren vollelektrisch und lokal emissionsfrei in den Einsatz. Außerdem senkt die Rekuperation über die Elektromotoren den Bremsenverschleiß und damit die Entstehung von Feinstaub. Das schont vor allem im urbanen Raum mit sehr vielen Einsatzfahrten und hohem Verkehrsaufkommen die Umwelt. An der Einsatzstelle wiederum werden Abgasemissionen und Lärmpegel gesenkt, weil die Energie für Beleuchtung und technische Geräte, aber auch für den Pumpenbetrieb aus den Hochvolt-Energiespeichern kommt. Das verbessert die Arbeitsbedingungen um das Fahrzeug, reduziert den Stresslevel der Einsatzkräfte und kommt nicht zuletzt auch den Anwohnern zugute.

Die Berliner Feuerwehr, die zurzeit den RT im Regelbetrieb testet, hat den Beweis angetreten: Mehr als 90 Prozent ihrer Einsätze können rein batterie-elektrisch (ohne Stromproduktion durch den Range Extender) abgearbeitet werden. Jedes Fahrzeug mit E-Antrieb würde im Jahr ca. 14 t CO2 gegenüber einem dieselbetriebenen Lösch- und Hilfeleistungsfahrzeug einsparen. Für Langzeiteinsätze und den Hochleistungsbetrieb hat der RT einen Range Extender an Bord. Dieser besteht aus einem emissionsarmen PKW-Dieselmotor und einem Stromgenerator. Das Fahrzeug wird dadurch zu einem vollintegrierten Kraftwerk, welches bei hohem Leistungsbedarf und langen Einsätzen die Akkus automatisch wieder auflädt.

Drahtloser Steuerstand
Der RT ist darüber hinaus umfassend digitalisiert. Das Cockpit präsentiert sich als moderner Kommandostand, sämtliche Funktionen, von der Beleuchtung bis zur Löschtechnik, können über ein zentral im Armaturenbrett verbautes 17“-Display gesteuert werden. Für die Vernetzung an der Einsatzstelle sorgt ein abgesichertes W-LAN, welches der RT selbst aufbaut und zur kabellosen Steuerung von Robotern, Drohnen und anderem elektrischem Equipment genutzt werden kann. Das macht ihn nicht nur für Feuerwehren, sondern für alle Katastrophenschutz- und Blaulichtorganisationen interessant.

Höchste staatliche Auszeichnung
Der Staatspreis Innovation wird im Auftrag des österreichischen Bundesministeriums für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort von der Austria Wirtschaftsservice GmbH organisiert. Die Teilnehmer werden von allen österreichischen Bundesländern entsandt, die diese in eigenen, regionalen Innovationspreisen ermitteln. Die eingereichten Innovationen sollten marktreif sein und erste Erfahrungen über deren Auswirkungen bereits vorliegen. Beim RT ist beides der Fall: Das E-Feuerwehrfahrzeug wurde vor mehr als einem Jahr am Markt eingeführt und wird seit Anfang 2021 von ersten Leadkunden im Regeleinsatz getestet. Rosenbauer schätzt, dass bis 2030 mehr als 3.000 Einsatzfahrzeuge mit vergleichbarer Technologie in Dienst gestellt werden und arbeitet bereits an der Elektrifizierung weiterer Fahrzeugtypen.

Technische Daten (RT Berlin)

  • Batteriekapazität: 2 x 66 kWh
  • Antriebsleistung: 360 kW (max.)
  • Range Extender: 200 kW
  • Antrieb: Allradantrieb über zwei achszentrale Elektromotoren
  • Fahrwerk: Einzelradaufhängung mit Luftfederung und wählbaren Fahrniveaus
  • Hinterachslenkung zuschaltbar (optional)    
  • Fahrassistenzsysteme: EBS, ESP, ADM
  • Abmessungen: 7.600 x 2.350 x 2.900 mm
  • zul. Gesamtgewicht: 18.000 kg
  • Besatzung: 1 + 6
  • Einbaupumpe: N25 (FPN 10-2000)
  • Druckzumischsystem + CAFS
  • Löschmittel: 1.200 l Wasser + 100 l Schaummittel
Zu dieser Presseinformation steht folgendes Mediamaterial für Sie zur Verfügung:
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