3. April 2020

Presseaussendung

Konzernjahresergebnisse 2019

  • Konzernumsatz erhöht sich um 7,6 % auf 978,1 Mio €, EBIT steigt auf 51,9 Mio €
  • Vor allem in Zentral- und Osteuropa sowie in Nordamerika kann das Geschäftsvolumen deutlich ausgeweitet werden
  • Auftragseingang liegt mit 1.073,0 Mio € auf dem Rekordniveau des Vorjahres
  • Reduzierter Dividendenvorschlag von 0,80 € pro Aktie antizipiert konjunkturelle Unsicherheiten
KONZERNKENNZAHLEN 20182019
UmsatzerlöseMio €909,4978,1
EBITMio €48,851,9
PeriodenergebnisMio €34,734,6
Cashflow aus der operativen TätigkeitMio €-13,6-26,6
Eigenkapital in % der Bilanzsumme 30,3 %25,9 %
Gewinn je Aktie3,73,7
Dividende (Vorschlag an die HV)€/Aktie1,250,80
Mitarbeiterstand zum 31. Dezember 3.6213.828
Auftragsbestand zum 31. DezemberMio €1.052,31.149,5
 

Der Rosenbauer Konzern ist im abgelaufenen Geschäftsjahr 2019 wie geplant gewachsen und hat seinen Umsatz um 7,6 % auf 978,1 Mio € (2018: 909,4 Mio €) erhöht. Dabei lagen auch die letzten drei Monate des Jahres mit zusammen 363,6 Mio € Umsatz über der entsprechenden Vorjahresperiode (Q4 2018: 345,9 Mio €), die bisher das historisch stärkste Einzelquartal darstellte. Die Aufwendungen für Personal und Material sind mit der höheren Betriebsleistung gestiegen, das EBIT erreichte 51,9 Mio € (2018: 48,8 Mio €). Die EBIT-Marge lag mit 5,3 % knapp unter dem Vorjahreswert, wobei insbesondere verzögerte Auslieferungen und Wechselkursdifferenzen die Profitabilität belasteten.

Umsatz- und Ertragslage
Die globale Feuerwehrbranche hat 2019 der schwächelnden Weltwirtschaft getrotzt und eine robuste Entwicklung gezeigt. Die stärksten Absatzregionen waren Europa, Nordamerika und Asien, die größten Einzelmärkte USA, China und Deutschland. In Ländern mit starker Abhängigkeit vom Ölpreis zeigten sich die Märkte etwas schwächer. Die Beschaffungsvolumina lagen hier 2019 teilweise unter dem Vorjahr. 

Vor diesem Hintergrund hat der Rosenbauer Konzern seinen Wachstumskurs wie geplant fortgesetzt und den Umsatz im Vergleich zum Vorjahr deutlich erhöht. Insbesondere Zentral- und Osteuropa sowie Nordamerika verzeichneten mehr Auslieferungen; die Zuwächse beliefen sich hier auf 24 % bzw. 16 %. Das Asien-Geschäft war hingegen rückläufig, wobei der größte Einzelmarkt China erwartungsgemäß stagnierte.

Das EBIT lag 2019 mit 51,9 Mio € klar über dem Vorjahr (2018: 48,8 Mio €). Der größte Teil davon, nämlich 36,8 Mio €, wurde im vierten Quartal erwirtschaftet. Die deutliche Ergebnisverbesserung ist dabei vor allem auf eine starke Produktionsleistung infolge der sehr guten Auftragslage und auf einen günstigen Produktmix zurückzuführen. Um das Werk I am Standort Leonding zu entlasten und zusätzliche Kapazität zu aktivieren, wurde schon im März 2019 ein neues Logistikzentrum in Asten in Betrieb genommen.

Das Finanzergebnis hat sich bedingt durch einen gestiegenen Finanzierungsbedarf sowie die Erstanwendung des IFRS 16-Standards mit -6,7 Mio € im Vergleich zur Vorjahresperiode (2018: -4,6 Mio €) verschlechtert. Das Ergebnis vor Ertragssteuern (EBT) betrug 45,5 Mio € (2018: 43,8 Mio €).

Der Auftragseingang erreichte 2019 mit 1.073,0 Mio € erneut das Rekordniveau des Vorjahres (2018: 1.107,7 Mio €). Zugelegt haben dabei insbesondere die Bestellungen in der Area NISA (Nordeuropa, Iberien, Südamerika, Afrika) und in der Area APAC (Asien, Pazifik, Australien, China). So konnten etwa insgesamt 14 Hubrettungsfahrzeuge nach Australien, namentlich an die Queensland Fire and Emergency Services, das Tasmania Fire Service und das Australian Capital Territory, verkauft werden. Der Auftragsbestand belief sich zum 31. Dezember 2019 auf 1.149,5 Mio € und lag damit um 9% über dem Vorjahreswert (2018: 1.052,3 Mio €).

Finanz- und Vermögenslage
Die Bilanzsumme des Rosenbauer Konzerns ist 2019 deutlich auf 977,5 Mio € (2018: 782,3 Mio €) gestiegen. Die Gründe dafür sind die sehr gute Auftragslage und das enorme Liefervolumen zum Jahresende, die sich in höheren Vorräten und Forderungen widerspiegeln. Die Erstanwendung von IFRS 16 und der separate Ausweis von Nutzungsrechten haben 37,7 Mio € zur Ausweitung der Bilanzsumme beigetragen.

Die Eigenmittel betrugen zum Jahresultimo 253,4 Mio € (2018: 237,1 Mio €). Die Eigenmittelquote sank vor dem Hintergrund der gestiegenen Bilanzsumme auf 25,9% (2018: 30,3%). 

Die finanzielle Struktur des Rosenbauer Konzerns präsentiert sich weiterhin solide. Mit der erfolgreichen Erstplatzierung eines Schuldscheindarlehens im Juni 2019 konnte die Unternehmensgruppe das Fälligkeitenprofil ihrer Verbindlichkeiten optimieren und von kurzfristigen hin zu längerfristigen Laufzeiten umschichten. Bei einem insgesamt höheren Zwischenfinanzierungsbedarf sind die kurzfristigen, verzinslichen Verbindlichkeiten 2019 von 165,4 Mio € auf 140,1 Mio € gesunken, die langfristigen, verzinslichen Verbindlichkeiten sind von 92,2 Mio € auf 216,1 Mio € gestiegen.

Das durch die Auftragsfertigung bedingte hohe Trade Working Capital stieg zum Jahresultimo auf 467,1 Mio € (2018: 397,4 Mio €). Als Konsequenz daraus stieg auch die Nettoverschuldung 342,5 Mio € (2018: 231,5 Mio €). Die Gearing Ratio erhöhte sich auf 135,1% (2018: 97,6%).

Der Nettogeldfluss aus der operativen Tätigkeit war 2019 mit -26,6 Mio € (2018: -13,6 Mio €) negativ. Ausschlaggebend dafür ist der signifikante Aufbau von Vorräten und Kundenforderungen.

Dividende
Der Rosenbauer Konzern verfolgt eine wachstumsorientierte und nachhaltige Dividendenpolitik, die der Unternehmensentwicklung entspricht. Angesichts der bestehenden konjunkturellen Unsicherheiten durch die COVID-19 Pandemie schlagen der Vorstand und der Aufsichtsrat der Hauptversammlung eine Dividende in Höhe von 0,80 € (2018: 1,25 €) je Aktie vor. Das Ausschüttungsvolumen für 6,8 Millionen Stückaktien beträgt demzufolge 5,4 Mio € (2018: 8,5 Mio €). Dies entspricht auf Basis des Schlusskurses von 40,2 € einer Dividendenrendite von 2,0 % (2018: 3,8 %). Vorstand und Aufsichtsrat behalten sich vor, Gewinnverwendung und Dividendenausschüttung gegebenenfalls noch einmal zu evaluieren.

Ausblick
Die globale Feuerwehrbranche ist mit einer stabilen Nachfrageentwicklung in das Jahr 2020 gestartet. Insbesondere der nordamerikanische und der asiatische Feuerwehrmarkt sowie der Mittlere Osten zeigten Anzeichen für eine bessere Nachfrage als im Berichtsjahr, der europäische Feuerwehrmarkt sollte noch einmal das hohe Niveau von 2019 erreichen. 

Mit der stärkeren, globaleren Ausbreitung der Atemwegserkrankung COVID-19 sind die Risiken für die Branchennachfrage, Lieferketten und Produktionskapazitäten erheblich gestiegen. In welchem Ausmaß diese Unsicherheiten eintreten, lässt sich heute nicht seriös einschätzen. Dementsprechend ist eine Umsatz- und Ergebnisprognose für den Rosenbauer Konzern im Geschäftsjahr 2020 verfrüht. 

Zu dieser Presseinformation steht folgendes Mediamaterial für Sie zur Verfügung:
Presseartikel pdf pdf