13. August 2021

Presseaussendung

Halbjahresfinanzbericht 2021

  • Geschäftsvolumen im mehrjährigen Vergleich weiter auf sehr hohem Niveau
  • Anspringen der Konjunktur stresst Lieferketten und verursacht Störungen
  • EBIT steigt gegenüber dem Vorjahr deutlich auf 9,3 Mio €
  • Auftragseingang legt wieder zu und ist mit 488,2 Mio € auf gutem Niveau
  • Management hält an Erwartungen für 2021 fest – stabiler Umsatz, EBIT-Marge im Bereich von 5 %
KONZERNKENNZAHLEN 1-6/20201-6/2021
UmsatzerlöseMio €458,0448,1
EBITMio €5,49,3
PeriodenergebnisMio €2,25,5
Cashflow aus der operativen TätigkeitMio €-34,0-27,7
Eigenkapital in % der Bilanzsumme 25,2 %28,8 %
Gewinn je Aktie-0,5-0,2
Mitarbeiterstand zum 30. Juni 3.9674.008
Auftragsbestand zum 30. JuniMio €1.118,21.092,0


Der Rosenbauer Konzern hat im ersten Halbjahr 2021 einen Umsatz von 448,1 Mio € erzielt. Dieser lag damit nach einem Aufholprozess im 2. Quartal weiter auf einem sehr hohen Niveau, aber leicht unter der historischen Rekordmarke des Vorjahres (1-6/2020: 458,0 Mio €). Die Area MENA und die Area CEEU konnten dabei ihr Geschäftsvolumen um 25 % bzw. 14 % steigern. Das überraschend schnelle Anspringen der globalen Konjunktur bringt indes auch die Lieferketten im Rosenbauer Konzern unter Druck, wichtige Fertigungsbereiche kämpfen mit Störungen wie schlechten Materialverfügbarkeiten und verspäteten Lieferungen. Dank erlassener COVID-19 Liquiditätshilfen an mehreren internationalen Standorten konnten die Effekte aus dieser angespannten Versorgungssituation großteils kompensiert werden, sodass Rosenbauer ein deutlich gestiegenes EBIT in Höhe von 9,3 Mio € (1-6/2020: 5,4 Mio €) verzeichnete. Der Auftragseingang lag mit 488,2 Mio € über dem Vorjahr (1-6/2020: 455,3 Mio €). 

Trotz der weiter bestehenden Unsicherheiten im Hinblick auf die Lieferketten erwartet der Vorstand für das laufende Geschäftsjahr 2021 einen stabilen Umsatz und eine EBIT-Marge im Bereich von 5 %.

Umsatz- und Ertragslage
Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat im vergangenen Juli seinen Konjunkturausblick für 2021 bestätigt und das globale Wachstum unverändert belassen. Die Weltwirtschaft soll demnach im laufenden Jahr um 6 % wachsen. Dahinter stehen angepasste regionale Wachstumsprognosen, die sich unter dem Strich gegenseitig aufheben. So wurden die Aussichten für Entwicklungs- und Schwellenländer, insbesondere für das aufstrebende Asien, zurückgenommen und die Erwartungen für entwickelte Volkswirtschaften angehoben. Der Zugang zu COVID-19 Impfstoffen entwickelt sich indes zur großen Bruchlinie, entlang der sich die globale Erholung in zwei Blöcke aufteilt: zum einen in die Länder, die im Jahresverlauf mit einer weiteren Normalisierung der wirtschaftlichen Aktivität (fast alle entwickelten Volkswirtschaften) rechnen können, und zum anderen in jene Länder, die mit wiederauflebenden Infektionen sowie steigender Mortalität konfrontiert sein werden.

Die Feuerwehrbranche hat in den ersten sechs Monaten 2021 den Auswirkungen der COVID-19 Pandemie getrotzt und sich weiter stabil entwickelt. Die Nachfrage nach Feuerwehrtechnik wurde insbesondere durch die entwickelten, europäischen Märkte getragen, die unverändert wachsen. 

Der Rosenbauer Konzern erzielte im ersten Halbjahr 2021 einen Konzernumsatz von 448,1 Mio € (1-6/2020: 458,0 Mio €). Der Konzernumsatz verteilt sich aktuell wie folgt auf die verschiedenen Vertriebsregionen1: 35 % Area CEEU, 9 % Area NISA, 11 % Area MENA, 13 % Area APAC, 30 % Area NOMA sowie 2 % auf das Segment Vorbeugender Brandschutz.

Dank eines einmaligen Sondereffektes kam das EBIT trotz nachteiliger Spätfolgen der COVID-19 Pandemie nach den ersten sechs Monaten 2021 bei 9,3 Mio € (1-6/2020: 5,4 Mio €) zu liegen. Das Konzern-EBT in der Berichtsperiode betrug 6,7 Mio € (1-6/2020: 2,5 Mio €).

Der Auftragseingang lag mit 488,2 Mio € von Jänner bis Juni dieses Jahres über dem entsprechenden Vorjahreswert (1-6/2020: 455,3 Mio €). Dabei konnten alle Vertriebsregionen mit Ausnahme der Area MENA und der Area NOMA heuer mehr neue Aufträge als im Vergleichszeitraum 2020 verbuchen. Das schwierige Asien-Geschäft wies im Periodenvergleich sogar einen Anstieg um 73 % aus. Der Auftragsbestand ist weiter solide und betrug zum 30. Juni 2021 1.092,0 Mio € (30. Juni 2020: 1.118,2 Mio €). 

Finanz- und Vermögenslage
Aufgrund des hohen Auftragsbestandes und der starken Auslastung weist die Bilanzstruktur zum Ende des Halbjahres ein hohes Trade Working Capital aus.

Die Bilanzsumme reduzierte sich im Periodenvergleich auf 961,0 Mio € (30. Juni 2020: 989,5 Mio €), was insbesondere auf das gegenüber dem Vorjahreszeitraum niedrigere kurzfristige Vermögen zurückzuführen ist. Die größten Veränderungen weisen dabei die Vorräte und die kurzfristigen Forderungen aus: Die Vorräte sind auf 454,1 Mio € (30. Juni 2020: 478,3 Mio €) gesunken. Die kurzfristigen Forderungen lagen mit 250,8 Mio € (30. Juni 2020: 252,0 Mio €) unter dem Vorjahr.

Die Nettoverschuldung des Konzerns (der Saldo aus verzinslichen Verbindlichkeiten abzüglich Zahlungsmittel und Wertpapiere) reduzierte sich im Vergleich zur entsprechenden Vorjahresperiode auf 345,3 Mio € (30. Juni 2020: 393,4 Mio €).

Der Cashflow aus der operativen Tätigkeit lag am Ende des ersten Halbjahres 2021 wegen der geringeren Auslieferungen und des deutlichen Bestandsaufbaus seit Jahreswechsel bei -27,7 Mio € (1-6/2020: -34,0 Mio €). Die Maßnahmen zur Reduktion des Trade Working Capital werden indes konsequent fortgesetzt. Zum Jahresende wird von einem klar positiven Cashflow aus der operativen Tätigkeit ausgegangen.

Ausblick
2022 soll die Weltwirtschaft nach Ansicht des IWF um 4,9 % wachsen, was einer Erhöhung um 0,5 Prozentpunkte gegenüber dem Ausblick vom April dieses Jahres entspricht. Mit dieser Anpassung trägt der IWF den besseren Aussichten der entwickelten Volkswirtschaften allen voran der USA, den antizipierten steuerlichen Erleichterungen in der zweiten Jahreshälfte und den insgesamt ermutigenden Gesundheitsdaten dieser Ländergruppe Rechnung. Die Risiken für dieses Szenario sind weiterhin eine verlangsamte Impfstoff-Verteilung und neue Virusmutationen sowie verschärfte Finanzkonditionen, wie sie beschleunigte Inflationserwartungen nach sich ziehen könnten.

Die globale Feuerwehrbranche folgt der allgemeinen Konjunktur erfahrungsgemäß mit einem mehrmonatigen Abstand und sollte heuer eine Seitwärtsbewegung zeigen. Die Ausschreibungstätigkeit im ersten Halbjahr war sehr rege, wobei auch wieder größere Beschaffungen zur Vergabe anstehen.
 


1Area CEEU: Zentral- und Osteuropa; Area NISA: Nordeuropa, Iberien, Südamerika, Afrika; Area MENA: Mittlerer Osten und Nordafrika; Area APAC: Asien-Pazifik; Area NOMA: Nord- und Mittelamerika; PFP: Vorbeugender Brandschutz

Zum Halbjahresfinanzbericht 2021

Zu dieser Presseinformation steht folgendes Mediamaterial für Sie zur Verfügung:
Presseartikel pdf pdf