15. November 2018

Pressemitteilung

„Concept Fire Truck“ passiert wichtigen Meilenstein auf dem Weg zur Serienreife

  • Rosenbauer Deutschland und Berliner Feuerwehr fixieren Innovationspartnerschaft
  • Projekt „eLHF“ wird neben eigenen Haushaltsmitteln maßgeblich durch die EU finanziert
  • Hybrides Elektrolöschfahrzeug auf Basis CFT soll Anfang 2021 in einjährigen Probebetrieb gestellt werden

Rosenbauer Deutschland, ein Unternehmen des Rosenbauer Konzerns, und die Berliner Feuerwehr werden in den kommenden zwei Jahren gemeinsam ein hybrides Elektrolöschfahrzeug entwickeln. Zu diesem Zweck haben heute Vertreter beider Seiten eine sogenannte „Innovationspartnerschaft“ vereinbart, die das Projekt „eLHF“ (elektrisches Lösch- und Hilfeleistungsfahrzeug) durchführen und nach erfolgreichem Probebetrieb entsprechend Fahrzeuge beschaffen wird. Das Projektbudget beläuft sich auf zirka 1,8 Mio €; 90 Prozent davon sind Fördermittel aus dem Berliner Programm für Nachhaltige Entwicklung, das wiederum der Europäische Fonds für Regionale Entwicklung und das Land speisen, der Rest sind eigene Haushaltsmittel der Berliner Feuerwehr. Der „Concept Fire Truck“ (CFT) von Rosenbauer bildet die technologische Basis für das eLHF.

Die Innovationspartnerschaft ist im europäischen Vergaberecht eine besondere Form des Vergabeverfahrens. Ziel ist es, ein innovatives Produkt zu entwickeln und dieses anschließend zu erwerben. Ausgangspunkt für die abgeschlossene Ausschreibung der Berliner Feuerwehr waren die steigenden Anforderungen in Sachen Umweltschutz und die komplexen Abgassysteme konventioneller Fahrgestelle, die die Gestaltung und den Betrieb von Löschfahrzeugen zunehmend negativ beeinflussen. Das hybride Projektfahrzeug soll folglich zur Erreichung der Berliner Klimaschutzziele beitragen, konkret eine Schadstoffreduktion um rund 14 t/a CO2 gegenüber einem herkömmlichen, dieselbetriebenen Lösch- und Hilfeleistungsfahrzeug realisieren, und über eine katastrophenschutzsichere Konstruktion verfügen. Das Lastenheft sieht zudem reduzierte Lärmemissionen sowie eine Verbesserung des betrieblichen Gesundheitsschutzes, der technischen Verfügbarkeit und der Kommunikation vor.

„Mit dem Projekt ‚eLHF' möchten wir eine zeitgemäße Antwort auf die komplexen Anforderungen an die Löschfahrzeugtechnik erarbeiten und einen Weg zur Integration neuer umweltgerechter Antriebstechnologien in den Einsatzdienst der Feuerwehr entwickeln“, sagt Karsten Göwecke, Ständiger Vertreter des Landesbranddirektors von Berlin. „Hierbei steht neben dem Ziel der Reduzierung von klima- und gesundheitsgefährdenden Emissionen durch die Einsatzfahrzeuge, auch die Betriebssicherheit und Ergonomie im Fokus. Das Projekt ‚eLHF' ermöglicht es uns, das Löschfahrzeug in sich völlig neu zu denken und Lösungen für die zukünftigen Herausforderungen der Feuerwehr in ein zukunftssicheres Fahrzeugkonzept einfließen zu lassen.“

„Die Innovationspartnerschaft mit der Berliner Feuerwehr bedeutet für unseren ‚Concept Fire Truck‘ einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zur Serienreife“, sagt Dieter Siegel, CEO von Rosenbauer International, „Wir schaffen auf diese Weise ein optimiertes Vorserienfahrzeug, das auf Herz und Nieren getestet ist, und bauen gleichzeitig Know-How auf, wie es idealerweise in den Realbetrieb integriert wird. Ich freue mich, dass die traditionsreiche Berliner Feuerwehr hier die Rolle eines Inkubators übernimmt und gleichzeitig einer der ersten Praxisanwender des ‚Feuerwehrfahrzeugs der Zukunft‘ sein wird.“

Weltweiter Markt für neuartige CFT-Technologie auf rund 3.200 Fahrzeuge bis 2030 geschätzt
Der „Concept Fire Truck“ von Rosenbauer wurde im Jahr 2016 erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Konzeptstudie antizipiert die großen Megatrends wie Klimaerwärmung, demografischer Wandel und Urbanisierung sowie die damit verbundenen Herausforderungen für die Feuerwehren. Durch den Einsatz von Elektroantrieben konnte eine völlig neuartige Fahrzeugarchitektur geschaffen werden, die hundertprozentig auf diese Zukunftsszenarien abgestimmt ist und funktional wie ergonomisch neue Maßstäbe setzt. Hauptanwendungsgebiet für die CFT-Technologie ist zunächst das kommunale Löschfahrzeug, sie soll aber in weiterer Folge auch auf andere Fahrzeugtypen übertragen werden. Der „Concept Fire Truck“ ist insbesondere bei den Mitgliedsstädten der „C40 Cities Climate Leadership Group“ auf Interesse gestoßen, die im Klimaschutz eine Vorreiterrolle übernehmen wollen; Gespräche mit weiteren Modellregionen laufen.

Rosenbauer schätzt den weltweiten Markt für die innovative CFT-Technologie auf rund 3.200 Fahrzeuge bis 2030, in Europa könnten 2025 bereits 700 bis 800 Stück im Einsatz sein.

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