Interview mit DI Michael Kaiser

Product Manager Airport Vehicles bei Rosenbauer

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Interview mit DI Michael Kaiser

Product Manager Airport Vehicles bei Rosenbauer

Herr Kaiser, als Product Manager Airport Vehicles sind Sie der Flughafenspezialist bei Rosenbauer. Was war Ihr wichtigstes Erlebnis mit einem PANTHER am Airport?

Eindeutig das Training mit einem PANTHER vor Ort. Denn das gibt mir die Chance live zu erleben, wie er die Einsatzkräfte am Flughafen bestmöglich unterstützen kann. Im Rahmen der Entwicklung des neuen PANTHER hatten wir die Möglichkeit, eine Woche „FireTraining“, so eine Art Basislehrgang für Flughafenfeuerwehren, auf dem Leipziger Flughafen zu absolvieren. Dabei war es interessant und gleichzeitig beeindruckend zu sehen, wie schnell im Falle eines Falles alles gehen muss. Die international geltende ICAO-Norm schreibt vor, dass die Flughafenfeuerwehr in zwei bis maximal drei Minuten ab Alarm an jedem Punkt des Flughafens sein muss, um mit dem Löschvorgang zu beginnen. Und das bei jeder Tages- und Nachtzeit. Hier zählt dann jede Sekunde – inklusive dem Aufstehen in der Nacht über das Anziehen der Stiefel bis hin zu einer schnellen Einsatzfahrt mit dem PANTHER in Richtung Einsatzstelle. Im Training in Leipzig konnten wir erfahren, was es heißt, wenn jeder Handgriff sitzen muss und man keine Zeit hat um zu überlegen, welchen Knopf man jetzt drücken oder welcher Schalter noch umgelegt werden muss. Diese Eindrücke bildeten für uns eine wichtige Basis für die Entwicklung des neuen PANTHER.

Wie unterscheiden sich die Anforderungen an den neuen PANTHER an den verschiedenen Flughäfen?

Die Unterschiede zeigen sich vor allem in den Einsatzstrategien der Feuerwehren. Dies kann sich auf die Konfiguration der Fahrzeuge hinsichtlich des Löschmittels auswirken. Hier ist dann bedeutsam, ob der PANTHER eine CO2–Löschanlage mit an Bord hat oder nicht, welche Mengen Pulver mittransportiert werden oder wie viel an Ausrüstung noch im Fahrzeug verstaut werden muss. Auch die Konfiguration der Kabine richtet sich nach der Einsatzstrategie. So gibt es Flughafenfeuerwehren, bei denen ein PANTHER nur von einer Person bedient wird – angefangen vom Fahren an den Einsatzort bis hin zum Löschen während des Einsatzes. An anderen Flughäfen wiederum sitzen auch drei oder vier Feuerwehrleute im PANTHER, um im Falle des Falles sofort einen effektiven Innenangriff im Flugzeug starten zu können. Die unterschiedlichen Strategien haben Auswirkungen auf den PANTHER, denn hier muss ein möglichst gleiches Grundfahrzeug durch kundenspezifische Anpassungen alle Anforderungen erfüllen können.

Worauf sind Sie beim neuen PANTHER besonders stolz?

Stolz bin ich in erster Linie auf die Art und Weise, wie dieses neue Fahrzeug entwickelt wurde. Unter Einbindung von Kunden und einer breiten Beteiligung nahezu der gesamten Rosenbauer–Mannschaft. So konnten wir sicherstellen, dass alle Anforderungen auch wirklich berücksichtigt werden. Am meisten merkt man das sicherlich in der Kabine. Das aufgeräumte, schmale Armaturenbrett ermöglicht eine intuitive Bedienung des PANTHER bei gleichzeitig optimaler Sicht nach außen in nahezu alle Richtungen. Das komplett überarbeitete Raumkonzept mit dem neuen Innendesign wirkt ziemlich „spacig“. Es ist auf alle Fälle jedes Mal ein cooles Gefühl, im neuen PANTHER zu sitzen, so als würde man eine Mischung aus LKW und Helikopter fahren.

Was sagen die Flughafenfeuerwehren zum neuen PANTHER?

Die bisher erhaltenen Rückmeldungen zum neuen PANTHER sind sehr positiv und zum Teil sogar sehr enthusiastisch. Die Flughafenfeuerwehren haben das Gefühl, dass ihre Anliegen und Wünsche, die sie im Laufe der letzten Jahre entweder allgemein oder auch in speziellen Umfragen bei Rosenbauer eingebracht haben, komplett berücksichtigt wurden. Der neue PANTHER ist aus ihrer Sicht kein für den Einsatz am Flughafen angepasstes Fahrzeug, sondern ein Flughafenlöschfahrzeug, das maßgeschneidert wurde für die Bedürfnisse der Flughafenfeuerwehren. Mit Neuerungen und Innovationen, die Maßstäbe für eine neue Generation Flughafenlöschfahrzeuge setzen.