Noch nie dagewesen

Einzigartiges Logistikfahrzeug für FF Reichenau

Herausforderungen gehören zum Tagesgeschäft für einen Hersteller von Feuerwehrfahrzeugen. Die Ausschreibung der Freiwilligen Feuerwehr aus dem österreichischen Reichenau kann dennoch getrost als besondere Aufgabe angesehen werden - genauso wie die neue Norm des Landes Oberösterreich.

Mehr Flexibilität durch eine neue Norm

Am Anfang stand eine neue Norm. Und zwar die des Landesfeuerwehrkommandos (LFK) Oberösterreich, zuständig für das Heimatbundesland von Rosenbauer. Das LFK gab einen neuen Standard für große Logistikfahrzeuge vor (OÖLFV RL FA-15/1), der u.a. in Bezug auf Abmessungen und Zuladung ein Novum darstellt. Zweck dieser Norm ist es, Neuanschaffungen flexibler einsetzen zu können. Die neue Vorgabe bewirkt also, dass verschiedene Einsatzszenarien wie z.B. unterschiedliche Naturkatastrophen von einer Fahrzeugart abgedeckt werden.

Der erste Kunde: die FF Reichenau

Die erste Ausschreibung gemäß der neuen Verordnung erfolgte von der Freiwilligen Feuerwehr Reichenau im oberösterreichischen Mühlviertel. »Da die Norm neu ist, gab es auch eine solche Ausschreibung noch nie«, kommentiert Roland Mayerhofer aus der Vertriebsabteilung von Rosenbauer.

In Reichenau wurde ein allradgetriebenes Löschfahrzeug benötigt - in Feuerwehrsprache ein LFA-L (das steht für ‚Löschfahrzeug mit Allradantrieb‘ mit der Erweiterung ‚Logistik‘). Es ist also rein für den Transport von Ausrüstung konzipiert. Die Anforderungen an die Ausstattung waren definiert, ebenso war die Wahl des Fahrgestells getroffen: Aufgebaut werden sollte auf einem MAN TGM 14.290, bei dem der Ausschreibung gemäß beide Achsen angetrieben sind.

Kurze Reaktionszeit dank modularer Bauweise

Als der Auftrag schließlich an Rosenbauer vergeben wurde, konnte in Abstimmung mit dem Kunden trotz der noch nie dagewesenen Abmessungen binnen kürzester Zeit ein Sonderfahrzeug gebaut werden, welches in der Bauweise mit den Serienmodellen vergleichbar ist. Möglich macht dies das modulare Bauprinzip. Es erlaubt die variable Gestaltung von Höhe und Länge, zudem wird auf die Integration standardisierter Aufbaukomponenten zurückgegriffen. Das Logistikfahrzeug für die FF Reichenau ist damit zwar ein Einzelstück - seine Fertigungsqualität entspricht damit aber ohne Einschränkungen der eines Serienprodukts.

Hersteller und Kunde sind gut gerüstet

Damit ist Rosenbauer bereits heute hervorragend aufgestellt für Aufträge von morgen. Auch wenn andere Länder und Regionen eigene Normen definieren: „Wir sind dafür gerüstet“, weiß Johannes Kirchner, Leitung Technik Fahrzeuge bei Rosenbauer am Standort Neidling. „Außerdem ist das Konzept auf unterschiedlichen Fahrgestellen von verschiedenen Herstellen und mit verschiedenen Radständen umsetzbar.“

Gut gerüstet ist nun aber auch die FF Reichenau: Der Aufbau des LFA-L verfügt über zwei tiefgezogene Geräteräume mit Auftrittsklappen, die direkt an den Mannschaftsraum anschließen, und einen großen Laderaum im Heck. Mit an Bord sind Stromerzeuger, Beleuchtung und Schanzwerkzeug sowie die ebenfalls neu angeschaffte Tragkraftspritze FOX4 und sämtliche wasserführenden Armaturen sowie Schlauchmaterial. Über eine hydraulische Ladebordwand können im heckseitigen Laderaum bis zu sechs Rollcontainer mit den Grundabmessungen einer Europalette verladen werden. Sie sind mit Gerätschaften für unterschiedliche Aufgaben bestückt, womit ein flexibler Einsatz des Fahrzeuges gewährleistet ist. Im Katastrophenfall kann der Laderaum auch für den Transport von Material zur Einsatzstelle genützt werden.

Dank proCAB Platz für 9 Personen

Nicht vergessen werden darf natürlich die Mannschaftskabine des Fahrzeugs. Im großen Logistigfahrzeug wurde die Rosenbauer proCAB in High End-Ausführung, also u.a. auch mit der bewährten Drehtreppe aus dem AT, verbaut. Sie bietet Platz für sieben Personen (insgesamt können somit neun Einsatzkräfte zum Einsatzort befördert werden) sowie die komplette Ausrüstung eines Atemschutztrupps.