Der Gerätewagen-Wasserrettung der Feuerwehr Düsseldorf im Porträt.

Mehr als ein Gerätewagen

Wenn die Taucherstaffel der Feuerwehr Düsseldorf alarmiert wird, geht es fix. Nach einer Minute Rüstzeit sitzt die Mannschaft im Fahrzeug und ist unterwegs zum Einsatzort. Alles, was sie dort benötigt, befindet sich bereits an Bord ihres GW-Wasserrettung, einem Rosenbauer AT auf MAN-TGM 13.290 mit 290 PS, Allradantrieb und 13 t zulässigem Gesamtgewicht. Das Rettungsboot, falls erforderlich, ist ebenfalls schon angehängt.

Alles griffbereit

Der GW-Wasserrettung erinnert eher an ein Löschgruppenfahrzeug als an einen klassischen Gerätewagen und bietet gegenüber diesem auch deutlich mehr Platz für die sechsköpfige Besatzung und ihre umfangreiche Spezialausrüstung. Im geräumigen Mannschaftsraum hängen Tauchanzüge und Strömungsretter-Sets griffbereit zwischen den beiden mit PA-Haltern ausgestatteten Sitzen in Fahrtrichtung. Im Action-Tower zwischen den vorderen Sitzen gibt es jede Menge Stauraum für Handgeräte und weitere, meist persönliche Ausrüstungsgegenstände.

Die übrige Spezialausrüstung der Einsatztaucher wird im feuerwehrtechnischen Aufbau mitgeführt und ist zur leichteren Entnahme in thematisch sortierten Kisten verpackt. Dazu gehören einerseits Trockentauch- und Überlebensanzüge, Brillen und Masken, diverse Mehrzweck- und Sicherungsleinen, Grundgewichte sowie das Zubehör für das Tauchertelefon; andererseits weitere Strömungsretter-Sets, einfache Rettungswesten und der so genannte „Eisretter“, ein Spezial-Schlauchboot mit Aussparungen vorne und hinten, um im Eis eingebrochene Menschen retten zu können.

Die Tauchgeräte sind auf Absenkvorrichtungen im Geräteraum 4 gehaltert. Im Geräteraum 6 befindet sich eine Hygienewand mit Druckluftpistole und eine Halterung mit Auffangtasse, um nach einem Tauchgang die nassen Anzüge aufhängen und „trocken“ zum Stützpunkt zurückkehren zu können.

Sicherheit zuerst

Wie bei allen Rosenbauer AT bilden Aufbau und Mannschaftskabine eine kompakte und robuste Einheit, die sich positiv auf das Fahrverhalten und die Sicherheit der Insassen auswirkt. Ein weiteres Sicherheits-Feature ist die patentierte Drehtreppe, die in jeder Türstellung arretiert und somit ein schnelles und gefahrloses Ein- und Aussteigen in die Kabine erlaubt. Die Mannschaftsraumtüren sind verglast, um schon vor dem Aussteigen an der Einsatzstelle eine erste Orientierung zu ermöglichen. Auch die durchgängige LED-Technik mit Zusatzscheinwerfern vorne und hinten sowie einer stärkeren Umfeldbeleuchtung trägt zu mehr Sicherheit an der Einsatzstelle bei.

Rund um die Uhr besetzt

Stationiert ist das Fahrzeug mit dem Funkrufnamen „Florian Düsseldorf 01-GW-Taucher-01“ auf der Feuerwache 1 an der Hüttenstraße in Friedrichstadt, einem der dichtest besiedelten Stadtteile Düsseldorfs. Die 1898 errichtete und mehrfach modernisierte Wache beherbergt neben der Sondereinheit Wasserrettung die Düsseldorfer Branddirektion, die Leitstelle sowie zahlreiche Werkstätten (inklusive Desinfektion).

Bei jeder Alarmierung rückt der GW-Wasserrettung mit mindestens vier Einsatztauchern aus. Bei größeren oder länger andauernden Lagen können weitere Taucher aus der Freizeit nachalarmiert und ein Reserve-Gerätewagen, der ansonsten zu Aus- und Fortbildungszwecken zur Verfügung steht, besetzt werden. Stefan Gobbin von der Pressestelle der Feuerwehr Düsseldorf: „Seit der Indienststellung im November 2017 leistet der Gerätewagen Wasserrettung an 24 Stunden am Tag und an 365 Tagen im Jahr souverän seinen Dienst. Egal ob auf der Straße oder im Gelände – damit kommen immer vier Taucher sicher zur Einsatzstelle. Auch das große Platzangebot begeistert uns. So haben wir im Heck des Fahrzeuges ein zusätzliches Schnelleinsatzboot mit einem Elektroantrieb dabei.“

Zentrale Rolle

Die Sondereinheit Wasserrettung wurde 1975 ins Leben gerufen und besteht heute aus 40 Einsatztauchern. Sie spielt bei der Feuerwehr Düsseldorf aufgrund der vielen Gewässerflächen im Alarmgebiet eine zentrale Rolle: Der Rhein durchquert die Stadt auf einer Länge von mehr als 42 Kilometern, dazu kommen zahlreiche Zuflüsse sowie kleinere und größere Seen. Im Rahmen der interkommunalen Zusammenarbeit und zur überörtlichen Hilfe wird die Sondereinheit mit ihrem Spezialfahrzeug auch von den Nachbarkreisen und -kommunen zur Unterstützung angefordert.

Rund 100 Einsätze im Jahr absolviert die Tauchergruppe der Düsseldorfer Feuerwehr. Sie rettet Menschen und Tiere, die zu ertrinken drohen, befreit Personen, die ins Eis eingebrochen oder von Hochwasser eingeschlossen sind, und ist darüber hinaus für alle technischen Einsätze auf und unter Wasser zuständig. Dazu gehört beispielsweise das Heben und Bergen von Gegenständen (meist Pkw), das Freiräumen von Fahrrinnen nach einer Schiffshavarie, das Abdichten von Leckagen oder die Absicherung von Einsatzstellen auf dem Wasser.