Einsatzorganisationen stellen sehr unterschiedliche Anforderungen an Hardware. So ist der Begriff „einsatztauglich“ auch nicht einfach zu definieren. Wie im ersten Teil dieses Blogs schon beschrieben, gibt es grundsätzliche Unterscheidungsmerkmale in der Robustheit und Mobilität von Geräten. Anhand weiterer Beispiele möchte ich auf Details eingehen.

GETAC_Web Als Einsatzleiter ist man den unterschiedlichsten Wetterbedingungen am Einsatzort ausgesetzt – egal ob Regen, Schnee oder praller Sonnenschein. So ist ein tageslicht-lesbares Display für den Einsatz unumgänglich. In rauer Einsatzumgebung sind zudem Features und Zertifizierungen wie z.B. Spritzwasser- und Staubdichtheit (IP-Rating) oder die Robustheit gegen Erschütterung (MIL-STD-810) ein wichtiges Thema[1]. Diese Anforderungen decken robuste Tablets durch ihre spezielle Bauform in der Regel vollständig ab. Consumer Geräte können über entsprechende Hüllen oder Gehäuse geschützt werden. Diese sind aber meist nur für einen eingeschränkten Umfang an Geräten verfügbar.

Rosenbauer International AGDem Thema Zubehör sollte in Punkto Einsatztauglichkeit auch entsprechendes Augenmerk geschenkt werden. Hier bieten beide Geräteklassen auch unterschiedliche Ansätze und Lösungen an.

Betrachtet man das Thema Halterung bzw. Montage in Fahrzeugen, bietet sich bei Consumer Geräten oft nur der Griff auf universale Befestigungslösungen an. Diese halten das Gerät zwar entsprechend auf ihrem Platz, aber es fehlt oftmals an der Möglichkeit zur aktiven Ladung und zum Anschluss von Antennen für den Außenbereich des Fahrzeuges. Diese sind notwendig, um die Sende- sowie Empfangsqualität von GPS, WLan und 3G/4G zu verbessern. Zudem stellen professionelle Rosenbauer International AGHalterungssysteme entsprechende Docking Konnektoren zum Anschluss weiterer Ein-/Ausgabe- oder Endgeräte zur Verfügung.

Eine besondere Aufmerksamkeit gilt dem Thema der Ladung. Eine fehlende aktive Ladung der Geräte beim Andocken in der KFZ-Halterung kann sehr oft zu einer ungewollten Entladung führen. Besonders dann, wenn nach dem Einsatz vergessen wird, den KFZ Ladestecker manuell am Gerät anzustecken.

Die Sicherung der Geräte in der Halterung sollte zudem ein Thema sein, denn Einsatzfahrzeuge stehen oft in unbeobachteter Umgebung. Ein möglicher unberechtigter Zugriff auf das Endgerät kann durch ein Versperren der Fahrzeughalterung vermieden werden.

Für den Einsatz im Rettungsdienst muss unter anderem auf die Möglichkeit zur Desinfektion der Geräte geachtet werden. Consumer Endgeräte fallen hier aus der engeren Auswahl – bei Convertibles gilt es diese Anforderung genau zu überprüfen, denn die Tastatur stellt den Schwachpunkt im Sinne einer vollständigen Desinfizierbarkeit dar.

Neben den vielen „Hard Facts“ ist die Lebensdauer der Geräte ein wichtiger Punkt in der Beschaffung. Einfluss darauf nimmt einerseits grundsätzlich die Robustheit des Gerätes, welche vor einen Ausfall durch Beschädigung im Einsatz schützen kann.
Zudem spielt auch die Kompatibilität von Zubehör sowie die Beständigkeit des Formfaktors, d.h. der Gehäuse und der Komponententeile über die angestrebte Laufzeit, eine Rolle. Denn im Falle eines Gerätetausches nach einem Defekt sollten nicht auch sämtliche andere Komponenten getauscht werden müssen. Dieser Punkt der Langzeitverfügbarkeit können Rugged PC Systeme in den meisten Fällen abdecken. Consumer Geräte dagegen orientieren sich vielmehr an den kürzeren „mode-orientierten“ Lebenszyklen von privaten Anwendern. Würde das aus der Schwarz-Weiß-Perspektive betrachtet werden, so positioniert sich Consumer Hardware eher im Bereich eines „Wegwerfobjektes“. Ganz nach dem Motto „Fällt es runter, werfe ich es weg“. Dies ist jedoch nicht zwingend ein negatives Faktum, denn bei einem Defekt kann es wieder schnell und günstig nachbeschafft werden. Ereilt einen jedoch ein solches Ereignis während eines Großeinsatzes, so können robuste Geräte hier eindeutig punkten.

Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass eine Vielzahl an möglichen Parametern die Auswahl von Hardware für eine Einsatzorganisation beeinflussen kann. Somit lässt sich der Begriff „Einsatztauglichkeit“ nicht auf das eine einzigartige Setup herunterbrechen.

Was ist Ihre Erfahrung mit Hardware im Einsatz. In welcher Form findet diese bei Ihrer Organisation Anwendung?

 

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[1] Mit dem IP-Rating wird die Dichtheit der Endgeräte gegen Umwelteinflüssen wie Wasser und Staub angegeben. Der MIL-STD. ist ein nach US-Norm definierter Fall Test, der die Robustheit im Bereich Erschütterung und Beschleunigung festlegt.