Heathrow, Amsterdam, Frankfurt, München, Singapur – auf nahezu allen größeren Flughäfen der Welt steht eine, trotzdem fristet sie ein eher unbekanntes Dasein. Dabei ist sie für die Feuerwehren und Rettungskräfte auf den Flughäfen eines der wichtigsten Fahrzeuge, bis zu 2-3 Mal pro Woche  im Einsatz – den Übungsbetrieb jetzt mal nicht mitgerechnet – und hat somit schon direkt geholfen, einige Menschenleben zu retten. Die Rede ist von der Rosenbauer Rettungstreppe, die es mittlerweile in zwei Varianten gibt.

Die E5000, die kleinere der beiden Rettungstreppen, hatte erst im Juni 2015 ihre offizielle Weltpremiere und wurde auf der Interschutz als Neuheit präsentiert. Die „große Schwester“  E8000 versieht bereits länger ihren Dienst.

 

Flugfeldeinsatz auf hohem Niveau

Oft werde ich gefragt, wozu sie denn eigentlich notwendig ist, denn zum Evakuieren der Flugzeuge gibt es Notrutschen und zum „normalen“ Aussteigen Passagiertreppen. Dabei ist der Haupteinsatzzweck ein ganz anderer: In den meisten Fällen wird sie dazu benutzt, um Rettungskräften wie Feuerwehr, Rettung und Notarzt schnell Zutritt zum Flugzeug zu verschaffen, um bei medizinischen Notfällen rasch vor Ort zu sein und die erkrankte Person abzutransportieren. Ab und an wird sie aber natürlich auch für Evakuierungszwecke benutzt, um alle Passagiere (schnell) von Bord zu bringen.

Das Besondere ist, dass die Rettungstreppe sowohl die notwendige Schnelligkeit bietet, um rasch einsatzbereit zu sein, aber auch den notwendigen Komfort, sodass die Passagiere in der ohnedies unangenehmen Situation zumindest auf horizontalen Stufen auf einer 1,5m breiten, gut beleuchteten Treppe das Flugzeug verlassen können. Diese Stufen werden dabei mechanisch immer waagrecht gehalten – simpel und deswegen umso bemerkenswerter.

 

Testen für den Ernstfall

Rosenbauer Rettungstreppe - Kipptest

Kipptest

Spannend ist für mich auch immer wieder, welchen Extremsituationen diese Treppe eigentlich standhalten muss. Mindestens 12° Kippwinkel bei komplett ausgefahrener Treppe erscheinen vielleicht nicht viel, die Bilder dazu sind jedoch schon respekteinflößend. Auch 30° Kippwinkel, bei abgelegter Treppe, sind nicht ohne – manche schwarze Piste in den Alpen ist flacher als das.

Natürlich will keiner eine solche Extremsituation im realen Einsatz ausprobieren, deshalb mussten wir die Funktionen im Zuge der Zertifizierung testen. Für die Belastungs- und Windstabilitätstests mussten extra große Kräne anrücken, um diese zu simulieren.
Viel Aufwand, aber hier darf nichts dem  Zufall überlassen werden, um sicherzugehen, dass die Rettungstreppe für den harten Einsatz auch wirklich gerüstet ist – wobei man immer darauf hoffen muss, dass sie weiterhin möglichst wenige zu Gesicht bekommen.

Ist dieser Eindruck richtig, oder ist Ihnen dieses Fahrzeug schon des Öfteren am Flughafen aufgefallen?