Was verbirgt sich überhaupt hinter dem Begriff PSA Verordnung?

Rosenbauer FIRE MAX 3Die neue Persönliche Schutz Ausrüstung -Verordnung (EU) 2016/424 ersetzt zum 21. April 2018 die bisherige PSA-Richtlinie 89/686/EGW aus dem Jahre 1989.

Diese PSA Verordnung richtet sich an verschiedene Wirtschaftsakteure, wie Hersteller, Händler, Importeure aber auch an Zertifizierungsstellen, und ist für alle EU-Mitgliedsstaaten verbindlich.
Sie regelt unter anderem, wie Produkte zum persönlichen Schutz ausgeführt und gekennzeichnet sein müssen, um innerhalb der EU auf den Markt gebracht werden zu dürfen.

Dazu zählen (mit wenigen Ausnahmen) alle Produkte die dem persönlichen Schutz eines Anwenders dienen: Schutzhandschuhe, Arbeitsschuhe, Schutzbrillen, etc.
Letztendlich soll sich der Anwender bzw. Beschaffer darauf verlassen können, wenn am Produkt ein „CE“ Zeichen angebracht ist, dass grundlegende Gesundheitsschutz- und Sicherheitsanforderungen erfüllt werden.

 

 

Welche Risikokategorien gibt es?

Rosenbauer Rescue 2In der PSA Verordnung werden PSA Artikel in sogenannte Risikokategorien eingeteilt:

  • Kategorie I: geringfügige Risiken
  • Kategorie II: Risiken, die nicht unter Kategorie I oder Kategorie III aufgeführt sind
  • Kategorie III: Risiken, die zu sehr schwerwiegenden Folgen wie Tod oder irreversiblen Gesundheitsschäden führen können

Bei Feuerwehr PSA Artikeln (Schutzanzüge, -helme, -stiefel, etc.)  handelt es sich fast ausschließlich um Kategorie III Produkte.
Hier sind verständlicherweise die Auflagen, um derartige Produkte auf den Markt liefern zu dürfen, am größten.
In diesem Bereich ist für alle Artikel eine externe Baumusterprüfung durch eine von der EU zugelassenen Zertifizierungsstelle notwendig. Diese überprüft ob die Anforderungen der PSA Verordnung eingehalten werden und gibt das Produkt mit einer positiven Baumusterprüfung frei.

Nur dann ist der Hersteller legitimiert dieses Produkt für fünf Jahre exakt in dieser Ausführung in Verkehr zu bringen. Eine erforderliche zusätzliche jährliche Überprüfung durch eine externe Überwachungsstelle soll dies im Interesse des Anwenders sicherstellen.

Es liegt in der Verantwortung des Herstellers aber auch des Händlers, PSA Produkte gemäß den Erfordernissen der PSA Verordnung zu kennzeichnen bzw. entsprechende Verwenderinformationen – inkl. Angaben zur Verwendung, Verwendungsgrenzen, Pflege und einer Konformitätserklärung – jedem Produkt beizulegen.

 

Ab wann ist diese PSA Verordnung gültig und welche Übergangsfristen sind zu beachten?

Die bereits im Jahr 2016 ausgegebene PSA Verordnung gilt bereits seit 21. April 2018 und sämtliche neue Baumusterzertifizierungen sind seit diesem Zeitpunkt nur mehr auf Basis der Verordnung zulässig. Der Zeitraum zwischen dem 21. April 2018 und dem 20.April 2019 gilt als Übergangsjahr. Während dieser Zeit dürfen PSA, die nach alter Richtlinie produziert wurden, noch in Verkehr gebracht werden. Das ermöglicht allen Herstellern ihren Lagerbestand der PSA (nach alter Richtlinie) zu verkaufen und in den Handel zu bringen.

Baumusterbescheinigungen nach alter Richtlinie behalten auch ab dem 21. April 2019 Ihre Gültigkeit, aber nur für bereits im Handel befindliche Produkte. PSA, die vor und während des Übergangsjahres in Verkehr gebracht wurden und im Handel erhältlich sind, dürfen bis zum Ende der Gültigkeit des entsprechenden Zertifikats verkauft werden, spätestens aber bis zum 20. April 2023.

 

Sind Rosenbauer PSA Produkte bereits nach der neuen PSA Verordnung zertifiziert?

Rosenbauer hat für sämtliche PSA Eigenprodukte entsprechende Zertifizierungen beantragt.
Aufgrund von massiver Überlastungen bei den Zertifizierungsstellen konnten diese aktualisierten Zulassungen noch nicht für alle Rosenbauer Produkte abgeschlossen werden.
Das Ziel ist es spätestens bis zum Dezember 2018 alle PSA Eigenprodukte zertifiziert zu haben.