Wärmebildkameras sind aus dem Feuerwehralltag nicht mehr wegzudenken. Während vor einiger Zeit die Wärmebildkamera noch zu den exklusiven Werkzeugen von Stadt- bzw. Berufsfeuerwehren galt, mauserte sie sich in den letzten Jahren zum Standardinstrument für alle Feuerwehren. Das hat einen einfachen Grund, sie steigert die eigene Sicherheit und verkürzt die Rettungszeit enorm. Am Markt sind unterschiedliche Modelle erhältlich, welche sich in Größe, Form und Funktionen unterscheiden. Zudem ist auch ein neuer Trend in Richtung Helmkameras erkennbar, mit dem klaren Vorteil, dass hier die Hände zum Arbeiten frei bleiben. Eine zentrale Frage bleibt jedoch, unabhängig vom Modell, bestehen: „Welcher Farbmodus ist der Richtige?“

 

Rückblick

Rosenbauer Wärmebildkamera Mi-TIC: WH-Modus Zu Beginn war das Wärmebild farblos. Die unterschiedlichen Temperaturen wurden in Grautönen aufgelöst, wobei die heißesten Bereiche weiß und die kältesten Bereiche schwarz markiert waren.

Mittlerweile halten Farben im Wärmebild Einzug. Diese erleichtern die Interpretation enorm, da sie den „Point of Interest“ hervorheben. Dies kann ein Brandherd oder eine Person sein.

 

Brand- oder Sucheinsatz?

Diese Erstfrage sollte geklärt werden. Farbmodi für den Brandeinsatz haben den Fokus auf der Erkennung des Brandherdes mit sehr hohen Temperaturen, während es bei Such- und Rettungseinsätzen im Wesentlichen darum geht, Personen in einer mehr oder weniger gleichmäßig warmen Umgebung zu identifizieren.

Für die Brandbekämpfung: FIRE MODE & SEARCH MODE

Rosenbauer Wärmebildkamera Mi-TIC: Brand-Modus ARGUS Kameras stellen hier z.B. den FIRE MODE zur Verfügung.

Das Wärmebild wird grundsätzlich in Grautönen aufgelöst. Ab einer gefährlichen Temperatur erfolgt die Einfärbung, dies ist ab ca. 300°C der Fall. Die Einfärbung startet in gelb und erfolgt fließend über orange bis rot bei Temperaturen > 1.000°C. Der FIRE MODE eignet sich speziell für voll entwickelte Brände. Man kann sich darauf verlassen, dass Farbbereich eine Gefahr darstellen und die Löscharbeit genau darauf konzentrieren.

Rosenbauer Wärmebildkamera Mi-TIC: Analyse-Modus Bei kleineren Bränden oder Nachlöscharbeiten von Glutnestern sind die Temperaturverhältnisse meist geringer. Um auch hier den Vorteil der gelb-orange-rot Einfärbung nutzen zu können, wurde der SEARCH MODE entwickelt.

Die Einfärbung erfolgt nicht bei einem fixen Temperaturwert, sondern es werden immer die relativ heißesten Bereiche, unabhängig von der Temperatur, eingefärbt. Vorsicht: Ein roter Farbklecks muss richtig interpretiert werden. In einer relativ kalten Umgebung kann dies eine Person sein, in einer Brandumgebung der Brandherd.

Für Such- und Rettungseinsätze: MISSING PERSONS MODE

Rosenbauer Wärmebildkamera Mi-TIC: Vermisste-Personen-Modus Der MISSING PERSONS MODE eignet sich speziell für die Suche nach Personen. Die Einfärbung der wärmsten Bereiche erfolgt in blau. Im Unterschied zu den Brandmodi ist der dynamische Bereich mit maximal 80°C begrenzt, wodurch ein sehr hoher Kontrast erzielt wird. Er eignet sich daher optimal, um Personen zu erkennen, welche sich z.B. im Gebüsch verstecken.

 

Welcher Farbmodus ist nun der Richtige?

Rosenbauer Wärmebildkamera Mi-TIC DisplayDie Antwort ist einfach: Je nach Einsatzfall eignen sich die unterschiedlichen Farbmodi perfekt oder weniger gut. Eines ist jedoch klar, man kann nichts falsch machen. Der Führer der Kamera erhält immer ein Bild seiner Umgebung, sei es bei Dunkelheit oder im Brandrauch. Im schlimmsten Fall wird die Kamera nicht optimal eingesetzt, die Vorteile überwiegen jedoch eindeutig. Nur mit einer Wärmebildkamera erhält man auch bei Null-Sicht ein deutliches Bild vom Einsatzort und kann Verunfallte rascher finden. Zudem lassen sich der Brandherd und die Ausbreitung des Brandherdes sofort erkennen, was letztendlich die eigene Mobilität und Sicherheit im Einsatz steigert.

 

Fazit

Der Einsatzerfolg einer Wärmebildkamera hängt direkt von jener Person ab, die die Kamera führt. Das einsatztaktische Vorgehen, die Interpretation des am Display angezeigten Wärmebildes und die Einsatzgrenzen einer Wärmebildkamera müssen gelernt sein. Eine effiziente Anwendung hängt immer vom jeweiligen Ausbildungsgrad ab. Daher der Grundsatz: Training, Training, Training! Denn Übung macht den Meister.