Digitalisierung, Internet of Things, Industrie 4.0, Smart Products, Big Data – unter dem Megatrend Konnektivität lassen sich viele, unterschiedliche Schlagworte vereinen. Im Wesentlichen verfolgen aber alle ein ähnliches Ziel, nämlich die umfassende Vernetzung auf Basis der modernen Internet- und Kommunikationstechnologien. So wird prognostiziert, dass im Jahr 2020 über 50 Milliarden vernetze Dinge und Systeme existieren werden. Konnektivität ist auch einer der umfangreichsten und prägendsten Megatrends, dessen Ausprägungen  auch in allen anderen Megatrends miteinfließen,  wie man auch an den Verknüpfungen dieser Trendlinie in der Feuerwehrtrend-Map sehen kann.

Was kann das aber nun konkret für die Feuerwehr und andere technische Hilfeleistungsorganisationen bedeuten? Generell gelten ja gerade die freiwilligen Organisationen als sehr traditionsbehaftet, die eher auf bewährte, ausfallssichere, „analoge“  Geräte und Arbeitstechniken vertrauen und neuer, digitaler Technik oftmals skeptischer gegenüberstehen. Auch wenn das sicherlich zu einem gewissen Grad stimmen mag, so werden auch im Feuerwehralltag die Vernetzung von Einsatzkräften untereinander, mit Einsatzgeräten und Fahrzeugen sowie die Kommunikation von Fahrzeugen mit anderen Geräten zunehmen.

Bereits jetzt können beispielsweise Fahrzeugdaten und Parameterwerte von Feuerwehrfahrzeugen automatisch aufgezeichnet, wireless übertragen und ausgewertet werden, um im Bedarfsfall bevorstehende Reparaturen oder Mängel frühzeitig zu erkennen. Mit zunehmender Verfeinerung der automatisierten Überwachungsverfahren werden sich derartige Ferndiagnosen weiter durchsetzen und auch in anderen Ausrüstungsgegenständen zum Einsatz kommen, um eine lückenlose Funktionssicherstellung zu gewährleisten.

Die Digitalisierung und Vernetzung bietet Feuerwehren auch im Einsatz eine Vielzahl an Möglichkeiten, wie Arbeitsabläufe, Einsatz-Koordination und Überwachung der Einsatzkräfte unterstützt werden, z.B.  durch Indoor-Navigation, Überwachung und Übertragung der Vitalwerte,  Intelligente Rauchmelder, Augmented Reality Systeme u.v.m.

Auf der anderen Seite ist Digitalisierung und Vernetzung auch stark mit der Abhängigkeit von Strom  zu betrachten, da ja die Module, Sensoren und Übertragungseinheiten entsprechend mit Strom versorgt werden müssen. Das bedeutet natürlich auch, dass generell die Zahl der Elektronik- bzw. akkubetriebenen Geräte auch in den Privathaushalten zunimmt, wodurch sich auch zwangsläufig das statistische Brandrisiko erhöhen wird,  auf Grund von Fehlfunktionen bei Ladegeräten oder defekten Sensoren.

Es gibt also sehr viel Potential, jedoch muss man bei all der vorherrschenden Digitalisierungseuphorie  stets die Sinnhaftigkeit, Praktikabilität und Notwendigkeit im Fokus behalten. Anpassungen und Veränderungen in Bezug auf verstärkte Vernetzung sollten die Einsatzkräfte in keiner Weise überfordern oder sie von ihrer eigentlichen Tätigkeit, nämlich dem Retten von Menschenleben sowie dem Löschen von Bränden ablenken oder gar behindern. Wichtig wird sein, jene Technologien zu nutzen, die auf einfachem und intuitivem Weg das Arbeiten erleichtern und den Einsatz sicherer machen.