Von einer kleinen Idee –  zu verrückt, um machbar zu sein – bis zum unverzichtbaren Werkzeug für die Menschenrettung. Die Entstehung der Drehleiter L32A-XS.

Es ist schon manchmal überraschend, wenn man zurückschaut, wie unsere Produktinnovationen entstehen. Ich möchte nicht anfangen mit „es war einmal“, denn es ist ja kein Märchen.

Vor einigen Jahren haben wir uns immer wieder damit auseinandergesetzt, wie wir die L32A verbessern können. In unzähligen Gesprächen mit unseren Kunden ging es immer wieder um einen längeren Korbarm.

FF Landshut Rosenbauer L32A-XSDieser macht es z.B. möglich mit dem Korb vor dem Fahrerhaus den Boden zu erreichen, um eine verletzte Person mit der Krankentrage vom Korb zu entnehmen. Ein anderer wichtiger Punkt ist, dass mit einem längeren Korbarm ein noch größerer Versatz an Gebäuden überbrückt werden kann, z.B. Gauben auf Dachschrägen. Die bekannten Lösungen hatten unserer Meinung nach einfach entscheidende Nachteile, die wir nicht bereit waren zu akzeptieren. Wir wollten nicht, dass diese einzelne verbesserte Funktion andere Parameter wie die Ausladung schlechter machen, denn wenn es drauf ankommt geht es um jeden Meter. Eins war klar, wir wollten kein zusätzliches Gewicht, oder aufwändige zusätzliche Technik. Um den Korbarm länger zu machen wurde klar: der Drehpunkt des Korbarms muss weiter zurück in den Leitersatz versetzt werden.


Doch was bedeutet das für die Anwender?

Ohne eine andere Idee müsste der Leitersatz erst ein ganzes Stück ausgeschoben werden, bevor der Korbarm abgewinkelt werden kann. Dazu wäre allerhand steuerungstechnischer Aufwand nötig, um so eine Funktion abzusichern. Den Kollegen – ob freiwilligem/r Feuerwehrmann/frau oder nicht – war klar: das können wir nicht akzeptieren, denndie Feuerwehreinsätze finden sehr oft in sehr beengten Platzverhältnissen statt.

Nun war klar welche Aufgabe es zu lösen gab. Es wurden die wildesten Ideen diskutiert, bis ein Kollege die zündende Idee hatte „lass uns einfach die Sprossen raus schneiden„.
Nachdem der Kollege seine Idee näher untersucht hatte war er sicher, dass es möglich sein muss. Er diskutierte seine Idee mit dem Leitersatzspezialisten und sie skizzierten die ersten Konzepte, wie eine tatsächliche Lösung aussehen könnte. Nun war es Zeit, alle von dieser verrückten Idee zu überzeugen und auf einmal war der Knoten geplatzt. Es wurde analysiert welche Herausforderungen es zu lösen gab und wie wir das angehen könnten. Es war eine ganz besondere Stimmung, denn alle wussten wir hatten etwas Besonderes gefunden. In den folgenden Tagen und Wochen wurden immer wieder Brainstormings gemacht. Bei diesen Diskussionen fiel auf, dass selbst das altbewährte L32 Konzept in beengten Platzverhältnissen Schwächen hat, denn wenn die Straßen sehr eng sind, können oft das 1. und 2. OG mit dem Korb nicht erreicht werden. Hier versprach das neue Konzept eine grandiose Verbesserung.

Es wurde die Idee mit allen Entscheidungsträgern diskutiert und das ist im technischen Bereich auch immer wichtig, denn es reicht manchmal nicht nur eine gute Idee zu haben, sondern man muss auch den Mut haben, alles stehen und liegen zu lassen, um sie umzusetzen. Das heißt in diesem Fall laufende Entwicklungsprojekte zu verschieben und diese neue Idee zu realisieren.

Die Drehleiter L32A-XS war geboren

FF Landshut Rosenbauer L32A-XSDie Vorstellung der L32A-XS ist jetzt schon 4 Jahre her und unsere Erwartungen an den Erfolg wurden weit übertroffen. Es scheint genau das Werkzeug zu sein, welches die Feuerwehren in ihrem Einsatzspektrum gebraucht haben. Lange Zeit ging es bei Hubrettungsgeräten um höher, weiter und mehr Nutzlast und das ist alles notwendig, um Menschen zu retten, doch es gibt eben auch viele Einsätze in Altstädten und in engen Platzverhältnissen, die eine moderne Drehleiter ebenso meistern muss. Heute sind wir in der zweiten Generation der XS, denn es gibt immer etwas, was wir verbessern können. Und so könnt ihr schon gespannt sein, was der nächst Schritt für euch bereithält.