Das Erdöl: Nach wie vor einer der wichtigsten Rohstoffe der Gegenwart. Es stellt die Basis unzähliger Produkte dar und hat somit enormen Einfluss auf den Weltmarkt.

Bis zum finalen Produkt sind oft eine Vielzahl von Prozessen und Verfahrensschritten notwendig: Von der Gewinnung über die unterschiedlichen Transportmöglichkeiten bis hin zur Raffination und Weiterverarbeitung. Die Verfahren an sich gehen mit komplexen Prozessen einher, die Verarbeitungsanlagen selbst sind technologisch anspruchsvolle Industriekomplexe und brandschutztechnisch gut gesichert.

Ein brennbarer Rohstoff stellt jedoch immer auch ein Risiko dar. So besteht die Gefahr, dass es gemäß Murphys Gesetz zur Verkettung ungünstiger Umstände oder menschlichem Versagen kommen und dadurch zur Katastrophe führen kann.

Aus diesem Grund werden für die einzelnen Schritte in der Prozesskette und damit verbundenen unterschiedlichen Gefährdungslagen die verschiedensten maßgeschneiderten Fahrzeugkonzepte geboren.

 

Konzepte für Großereignisse: Leistungsstarke Industrielöschfahrzeuge

Maximale Ausstoßmengen, maximale Wurfweiten, stundenlanger Dauerbetrieb: Sollte ein Großbrandereignis eintreten, sind genau diese Attribute Voraussetzung für den erfolgreichen Einsatz. In weiterer Folge möchte ich die Besonderheiten einiger Konzepte für den Einsatzbereich Raffinerien beschreiben.

 

Dachwerfer RM130C beim ULF 3.000/4.000/750

Dachwerfer RM130C

Frontwerfer RM35C beim ULF 3.000/4.000/750

Frontwerfer RM35C

ULF 3000/4000/750

ULF 3.000/4.000/750

Neben 3.000 Litern Wasser und 4.000 Litern Schaum führt dieses Fahrzeug 750 Kilogramm Löschpulver mit und stellt somit ein Multitalent in der Brandbekämpfung dar.

Zwei Werfer stellen den Löschmittelausstoß sicher: Der leistungsstarke RM130C am Dach sowie ein RM35C als Frontwerfer. Eine Besonderheit stellt die ChemCore-Düse des RM130C dar. Diese erlaubt den kombinierten Betrieb von Wasser/Schaum und Pulver. Durch diese Technologie kann die Wurfweite des Pulvers gegenüber konventionellen Werfern deutlich gesteigert werden. Doch nicht nur am Dachwerfer sondern auch beim Schnellangriff über die Twin-Agent-Haspel wird eine ChemCore-Düse – diesmal im Strahlrohr – verwendet.

Die Förderung der entsprechenden Wasser/Schaummengen gewährleistet die Pumpenanlage N100 HYDROMATIC. Das automatische Druckzumischsystem HYDROMATIC erlaubt außerdem eine stufenlose Zumischung mit unterschiedlichen Zumischraten je Abgang.

 

Schaumdruckzumischsystem MIXMATIC im SLF 10.000

Schaumdruckzumischsystem MIXMATIC

Frontwerfer RM15C beim SLF 10.000

Frontwerfer RM15C

SLF 10000

SLF 10.000

In petrochemischen Anlagen stellen häufig redundante Hochleistungshydrantennetze die Wasserzufuhr sicher, hier kommen teilweise Fahrzeuge zum Einsatz, die über einen kleinen oder gar keinen Wassertank verfügen und somit nur Schaum mitführen. Die Pumpen steigern den Druck des vom Hydranten abgenommenen Wassers.

Das dargestellte Schaumlöschfahrzeug führt 10.000 Liter Schaummittel mit. Durch die verbaute Pumpe N100 und das Schaumdruckzumischsystem MIXMATIC können große Mengen Wasser-Schaum-Gemisch abgegeben werden.

Der größte Werfer aus der Rosenbauer Werferfamilie, der RM130C, stellt massive Ausstoßmengen und größte Wurfweiten sicher. Ein zusätzlicher Frontwerfer RM15C vervollständigt dieses Fahrzeug.

 

 

Pump unit of the TLF 6,000/5,000

Pumpenanlage N100 MIXMATIC

Mannschaftsraum beim TLF 6.000/5.000

Mannschaftsraum

TLF 6000/5000

TLF 6.000/5.000Dieses Industrielöschfahrzeug kann als schlagkräftiges Erstangriffsfahrzeug eingesetzt werden und verfügt über 6.000 Liter Wasser und 5.000 Liter Schaum.

Durch die Pumpenanlage N100 MIXMATIC kann einerseits die zugemischte Schaummittelmenge je Abgang spezifisch eingestellt, andererseits der Werfer RM130C betrieben werden.

Zusätzlich können sich im Mannschaftsraum dieses Fahrzeuges 4 Atemschutzträger bereits während der Anfahrt zur Einsatzstelle durch die Pressluftatmerhalterungen COMFORT ausrüsten und somit unverzüglich mit der Brandbekämpfung beginnen.

 

 

 

Es gibt noch viele spannende, spezielle Anforderungen an Löschfahrzeuge in der erdölverarbeitenden Industrie, sei es die Lagerung, der Transport oder entlegene Betriebsgelände. Mehr dazu und weitere Konzepte im nächsten Teil.