Die Welt der Feuerwehr bezieht sich stark auf handfeste und greifbare Dinge. So denkt man in diesem Zusammenhang gerne an persönliche Schutzausrüstung, Tragkraftspritzen, Pumpen, Rettungsgeräte oder Einsatzfahrzeuge, sozusagen ein Traum auf 4 Rädern mit Blaulicht und Folgetonhorn. Immaterielle Dinge wie Software haben im Feuerwehrwesen (leider) noch keinen hohen Stellenwert.

In der aktuellen Diskussion rund um das Thema Digitalisierung bekommt der Einsatz von Informationstechnologie aber immer mehr Rückenwind. Organisationen wie Feuerwehr, Rettung oder Polizei sehen verstärkt den Bedarf und Mehrwert an digitaler Unterstützung: Sowohl in der Vor- und Nachbearbeitung, aber auch verstärkt im Einsatz direkt vor Ort. Gerade die neue Generation an Führungskräften, die mit diesen Technologien aufgewachsen ist, nutzt schon effizient das Potential von Software – sowohl im Alltag, als auch in herausfordernden Einsatzsituationen.

Rosenbauer beschäftigt sich seit über 15 Jahren mit Themen der Digitalisierung und der Bereitstellung von standardisierten, aber auch kundenspezifischen Softwarelösungen. Als Hersteller von Feuerwehrtechnik und Ausrüstung sind Entwicklungen in diesem Bereich eine wichtige Ergänzung der bestehenden Produktpalette. Informationstechnologie wird auch zukünftig das Löschen mit Wasser nicht ersetzen, aber es wird wichtige Unterstützung bei der Bewältigung verschiedenster Einsatzszenarien geben.

 

Schritt für Schritt zur maßgeschneiderten Einsatzsoftware

Für die Entwicklung einer guten Softwarelösung sind viele Faktoren notwendig. Neben den fachlichen Komponenten, die quasi den Grundstock jeder Entwicklung bilden, gehören natürlich auch viele andere Eigenschaften und Fähigkeiten wie Engagement, Weitblick, Kreativität, aber auch viel Fleiß mit dazu. Bei Rosenbauer ist vor allem die Zusammenarbeit mit dem Kunden sehr wichtig, sowie eine klare und effektive Kommunikation. Nur so lassen sich Software-Projekte erfolgreich umsetzen.

Rosenbauer Software für verschiedene Endgeräte

Rosenbauer entwickelt Softwarelösungen für verschiedene Endgeräte

Am Beginn einer Entwicklung steht meist ein kreativer Prozess. Befeuert wird dieser zu einem großen Teil aus der praktischen Anwendung der Einsatzorganisation. Viele solcher Ideen sammeln sich bei laufenden Gesprächen mit den Kunden zusammen. Dies könnte z.B. eine Anfrage für die Integration von Alarmdaten aus einer Brandmeldezentrale sein oder auch die Idee zur Entwicklung einer speziellen Einsatznavigation oder eine elektronische Erfassung von Ausrüstungsgegenständen in einem Feuerwehrfahrzeug. Anschließend beginnt der eigentliche Software-Entwicklungsprozess.

Führend für ein derartiges Software-Projekt ist der Projektleiter. Dieser nimmt die kundenspezifischen Anforderungen auf und stimmt diese mit dem jeweiligen Software-Entwicklungsteam ab. In diesem Software Entwicklungsprozess sind verschiedene Aspekte wie Wartbarkeit, Softwarearchitektur, Dokumentation aber auch Qualitätssicherung und regelmäßige Kommunikation mit dem Kunden von hoher Bedeutung. Dementsprechend muss die „richtige Sprache“ zwischen allem Beteiligten gefunden werden, aber auch eine individuelle und agile Arbeitsweise.

Eine weitere Verfeinerung in dieser Phase ist das Erstellen sogenannter Personas, d.h. eine Beschreibung einer fiktiven Person, die hinter dem Benutzer stehen könnte. Hier werden in einem Steckbrief demographische Daten und Charakteristiken wie Alter, Arbeits- und Lebensumfeld und weitere persönliche Hintergründe beschrieben. Diese gesammelten Informationen münden in der Beschreibung der Nutzungsanforderungen, die als Basis für einen ersten Prototyp dient. Diese müssen nicht zwingend schon programmiert werden. Sie können auch nur als einfache Zeichnungen – sogenannten Wireframes – ausgestaltet werden. So bekommt man einen ersten Eindruck zu den benötigten Funktionen. Diese können z.B. spezielle Buttons im sogenannten „Front-End“ der Software sein, mit denen der User auf einem Tablett im Fahrzeug interagieren kann (Front-End = Präsentationsebene, Teil einer Applikation die der User auch sehen kann).

Rosenbauer Einsatzsoftware

Softwarelösungen werden nach kundenspezifischen Anforderungen entwickelt.

Diese Prototypen geben auch schon einen ersten Einblick in die Gestaltung der jeweiligen Oberfläche, welches dann in weiteren Schritten über entsprechende Design- und Gestaltungsregeln fertig ausgestaltet wird.

Nachdem diese Grundlagen u.a. mit dem Kunden definiert wurden, kann die eigentliche Programmierung der Software losgehen.

Zur Umsetzung einer Software für Einsatzorganisationen braucht es somit nicht zwingend ein komplettes Team von Feuerwehr- oder Fachleuten. Eine gute Durchmischung von Experten, Designern und Entwickler bringt meist Fachthemen besser und direkter auf den Punkt.

Eine Idee ist somit nicht gleich ein fertiges Stück Software. Es sind viele Schritte und noch viel mehr Denkarbeit notwendig, bis eine Applikation zum Kunden gehen kann. Wie schon Albert Einstein feststellte: „Genius is 1 % talent and 99 % percent hard work“. So ist das auch mit einer genialen Softwareidee.