Die „Wechselbeziehung zwischen Lebewesen und ihrer Umwelt“ – so die Definition von Ökologie – scheint kaum jemals kritischer hinterfragt worden oder auf den Prüfstand gestanden zu sein, als in der jüngsten Vergangenheit. Bedingt durch Klimakrise, Rohstoffverknappung, Globalisierung und andere Faktoren ändern sich die äußeren Umstände, auf die wir Menschen uns zwangsläufig nicht nur einstellen, sondern auch jetzt bereits reagieren müssen. Das EU-Verbot von Einweg-Plastik-Artikeln, das Einläuten der Energiewende, die steigende Bedeutung von E-Autos am globalen Automobilmarkt und der anhaltende Bio-Boom sind nur einige Beispiele, die zeigen, wie Neo-Ökologie in unseren Alltag immer mehr Einzug findet.

Auch für die Feuerwehrbranche ist der Megatrend Neo-Ökologie nicht unwesentlich, so gibt es doch vielerlei Berührungspunkte. Beispielsweise beschäftigt das Thema „Löschschaum und Umweltverträglichkeit“ die Feuerwehren mittlerweile schon seit einigen Jahren. So eignen sich Löschschäume zwar hervorragend zur Bekämpfung von Feststoff- und Flüssigkeits-Bränden, jedoch sind nicht alle sich im Umlauf befindenden (fluortensidhaltigen) Schaummittel für Mensch und Natur unbedenklich. Die falsche Anwendung oder Entsorgung kann zu erheblichen Umweltschäden führen (siehe dazu Blogbeitrag „Fluch und Segen von ‚Fluor‘ im Löschschaum“). Der umweltbewusste und ressourcenschonende Umgang mit Löschmitteln – insbesondere jener von Schaummittelzusätzen – wird daher auch in Zukunft bei den Feuerwehren weiter zunehmen.

Angeheizt durch die laufenden Debatten rund um die Klimakrise und durch ihre immer augenscheinlicheren Auswirkungen, erscheint auch die Energiewende im Sinne der vermehrten Nutzung von nicht-fossilen Energieressourcen wie z.B. Photovoltaik, Wind- und Wasserkraft einen stärkeren Drive zu erfahren. In der Praxis würde dies auch bedeuten, dass immer mehr Privathaushalte zu eigenen Energieproduzenten werden, mit PV-Anlagen am Dach und Energiespeichern in der Garage, was für Feuerwehren wiederum ein erhöhtes Gefahrenpotential darstellt. Hinzu kommt die zunehmende Zahl an E-Autos im Straßenverkehr, deren Batteriespeicher im Brandfall mit aktuell verfügbaren Mitteln nur sehr schwer zu löschen sind. Im Crashfall müssen sie aufgrund der hochvoltführenden Leitungen in der Karosserie mit besonderer Vorsicht beim Einsatz von hydraulischen oder elektrischen Rettungsgeräten von der Feuerwehr bearbeitet werden.

Umweltkatastrophen, die vom Klima beeinflusst werden, wie Überschwemmungen, Stürme, Hitzewellen, Dürren und Waldbrände, haben in den letzten beiden Jahrzehnten deutlich zugenommen. Aufgrund der prognostizierten steigenden Erderwärmung ist auch nicht davon auszugehen, dass sich diese Situation entspannen wird. So werden beispielsweise Waldbrandszenarien, die früher noch auf mediterrane Gebiete beschränkt waren, zunehmend auch in Mittel- und Nordeuropa zu Bedrohungen, auf die sich die Feuerwehren vermehrt einstellen werden.

Der positive Aspekt des Megatrends Neo-Ökologie ist dafür die sich ändernde Einstellung der Gesellschaft gegenüber unserer Erde. Ein bewussterer und nachhaltigerer Umgang mit den Ressourcen ist gefragter denn je zuvor. Umweltschutz, Nachhaltigkeit, Bio & Co sind nicht mehr nur Randerscheinungen, die von einer kleinen Gruppe hier und dort gefordert werden, sondern sind mittlerweile Mainstream-Themen, deren Relevanz sich immer mehr Menschen bewusst werden.

 

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