„Es vergeht keine Woche, in der es nicht irgendwo in Deutschland in Entsorgungsfahrzeugen, Betriebshöfen oder Sortieranlagen brennt, weil Lithium-Batterien nicht richtig entsorgt wurden“, erklärte der Chef des Bundesverbandes der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft (BDE), Peter Kurth, in Berlin.

 

Viele Batterien landen im Hausmüll

Lithium-Ionen Batterien stellen Betreiber von Recyclinganlagen zunehmend vor Probleme. Sie machen mittlerweile ca. 30 % der Batterien am Markt aus, jedoch nur ein Bruchteil davon wird fachgerecht entsorgt. Viele davon landen im Hausmüll oder im gelben Sack und führen in Entsorgungsbetrieben immer häufiger zu Bränden mit hohen Sachschäden. In vielen technischen Geräten oder Möbeln, wie z.B. Handys und Massagesesseln, ist es überhaupt nicht mehr möglich, die Akkus vor der Entsorgung auszubauen. So wird ein hohes und oftmals verstecktes Gefahrenpotenzial direkt der Wertstoffsammlung zugeführt.

In den letzten 10 Jahren kann ein rasanter Anstieg von Bränden in Abfall-verarbeitenden Betrieben verzeichnet werden. Dies steht in direktem Zusammenhand mit den stark steigenden Zahlen an in den Verkehr gebrachten Lithium-Ionen-Batterien und den sinkenden Sammelquoten derselben. Es kann davon ausgegangen werden, dass sich in jeder Tonne Restmüll 1-2 Lithium-Ionen-Batterien befinden. Eine einzige Batterie kann zu einem Vollbrand im Recyclingbetrieb führen.

 

Hohes Gefahrenpotenzial

Beim Transport, Umladen, Pressen, Sortieren oder Zerkleinern können die im Abfall enthaltenen Lithium-Ionen-Akkus explodieren aufgrund eines Thermal Runaway (eine unaufhaltbare Kettenreaktion, bei der die Temperatur innerhalb von Millisekunden extrem ansteigt und die im Akku gespeicherte Energie schlagartig freigesetzt wird). Auslöser dafür sind unterschiedliche mechanische, thermische oder elektrische Faktoren:

  • Beschädigung des Akkus durch Verformung oder Eindringen von Gegenständen, beispielsweise durch Greifarme, Radlader oder Shredder
  • Überladung und interne Kurzschlüsse
  • Überhitzung

Batterien am Ende ihres Lebenszyklus stellen hier ein besonders hohes Risiko dar. Neben dem Feuer können auch giftige Gase und Schwermetalle sowie ätzende Substanzen wie Flusssäure freigesetzt werden.

 

Das Risiko eindämmen

Mit den steigenden Mengen an Lithium-Ionen-Batterien im Abfall steigt auch das Brandrisiko in den Entsorgungsbetrieben. Circa die Hälfte aller Brände in Recyclingunternehmen werden mittlerweile durch Batterien verursacht. Die immer wachsende Brandgefahr stellt zunehmend auch Versicherungen vor Probleme, die Selbstbehalte und Prämien oft deutlich erhöhen müssen um rentabel zu bleiben.

Sicherheit für den eigenen Entsorgungsbetrieb und Vorteile bei Versicherungen bieten hier verlässliche Detektions- und Löschsysteme. Werferlöschanlagen können große Mengen Wasser gezielt auf den Brandherd aufbringen und so durch Kühlung eine Brandausbreitung verhindern. Diese Löschanlagen von Rosenbauer können entweder manuell bedient werden, oder den Löschvorgang mithilfe eines IR-Detektionssystems vollautomatisch durchführen. Infrarotsysteme können auch nach der Entfernung der brennenden Batterie noch Glutnester im Abfall aufspüren, damit auch wirklich alle Risiken abgesichert werden. Umgesetzt wurden solche Brandschutzlösungen von Rosenbauer beispielsweise bei der Hufnagel Service GmbH oder AWG Bassum.