Drohnen im Feuerwehreinsatz sind keine Utopie mehr. Zur Lageerkundung und Brandaufklärung werden sie bereits erfolgreich eingesetzt, für die Brandbekämpfung dürften sie ebenfalls geeignet sein. Das jedenfalls zeigte ein Versuch des lettischen Startups Aerones Ende August in Treffling bei Linz.

Löschen in 85 m Höhe

Aerones hat eine seiner Schwerlastdrohnen zu einer Löschdrohne umgebaut, um zu testen, wie hoch man mit dieser fliegen kann, wie sie sich im Flug und bei der Wasserabgabe verhält und in den verschiedensten Einsatzsituationen steuern lässt. Das untenstehende Video zeigt den gelungenen Versuch, bei dem eine Flughöhe von etwa 85 m erreicht und in dieser Höhe eine Ausstoßleistung von rund 100 l Wasser in der Minute erzielt wurden. Auch die treffsichere Wasserabgabe funktionierte, wie man auf den Bildern gut erkennen kann, der Rückstoß des Strahlrohres war für den erfahrenen Drohnenpiloten kein Problem.

Die konkrete Teststellung

Der Versuch wurde mit einem Rosenbauer Hochdrucklöschsystem durchgeführt. Rosenbauer stellte dafür ein Fahrzeug mit eingebauter NH-Pumpe zur Verfügung, die über die Hochdruckstufe eine Normleistung von 400 l/min bei 40 bar produziert.

Die Drohne hat einen Durchmesser von drei Metern, wiegt 70 kg und kann eine Last von mehr als 100 Kilogramm transportieren. Sie wurde mit einem Rosenbauer Hochdruckstrahlrohr NEPIRO ausgestattet, das über eine frei hängende HD-Schlauchleitung an die Pumpenanlage im Fahrzeug angeschlossen war.

Die Energieversorgung erfolgte über eine parallel zum HD-Schlauch geführte Stromleitung, was die Drohne unabhängig von Akku-Laufzeiten machte. Außerdem verfügt sie über vier Schwimmkörper, um im Wasser starten und landen zu können.

Fazit und Ausblick

„Fliegende Strahlrohre“, die bei einem Hochhausbrand in über 80 m Höhe eingesetzt und wie Werfer ferngesteuert werden können, sind ein durchaus vorstellbares Zukunftsszenario. Der Versuch in Treffling hat die grundsätzliche Machbarkeit gezeigt. Bis die Feuerwehren allerdings tatsächlich mit Löschdrohnen arbeiten werden, ist noch einiges an Entwicklungsarbeit erforderlich.

So lässt sich beispielsweise die Förderhöhe des Löschmittels noch deutlich steigern, wenn statt Wasser Druckluftschaum als Löschmittel verwendet wird. Rosenbauer hat dies mit SKYCAFS bereits unter Beweis gestellt und Druckluftschaum auf bis zu 400 m Höhe gepumpt. Auch beim Thema Löschdrohnen bleiben die Rosenbauer Entwicklungsingenieure am Ball, denn der Megatrend Urbanisierungsiehe (siehe Blogbeitrag) zwingt Feuerwehren und ihre Ausstatter weiter darüber nachzudenken, wie in künftig immer dichter bebauten urbanen Gebieten das Löschen eines Hochhausbrandes effizient bewerkstelligt werden kann.