Eine ganzheitliche Herangehensweise an die Herausforderung Waldbrand als Beitrag gegen den Klimawandel und für die Sicherheit der Bevölkerung

Waldbrände werden häufiger und extremer und die Waldbrandsaison verlängert sich in vielen Regionen. Dies stellt die bekämpfenden Organisationen vor steigende Herausforderungen und stellt auch eine Gefahr für die Sicherheit der Bevölkerung und der Lebensgrundlage dar. Diese Entwicklung ist nicht nur in jenen Ländern erkennbar, die schon lange mit Waldbränden zu kämpfen haben, sondern auch u.a. in Mittel- und Nordeuropa, wo Waldbrände bis vor einigen Jahren noch eine Seltenheit waren. Ein Hauptauslöser für diese Entwicklung ist der Klimawandel. Wie die IPCC Berichte (Intergovernmental Panel of Climate Change) zeigen, steuern wir auf eine Erderwärmung von fast drei Grad Celsius im Durchschnitt zu, wenn wir keine wesentlichen Maßnahmen umsetzen. Das IPCC betont außerdem, dass sich das Zeitfenster zur Eindämmung der Erderwärmung rasch (bis 2025) schließt und dadurch Faktoren wie Hitze, Trockenheit und Veränderung der Vegetation und Ökosysteme die Waldbrandsituation weiter verstärken werden. Bedeutend ist, dass sich nicht nur der Klimawandel auf Waldbrände auswirkt, sondern auch Waldbrände den Klimawandel weiter beschleunigen und somit eine maßgebliche wechselseitige Beeinflussung besteht. Eine WWF Studie zeigt, dass schon 2016 15-20 % des freigesetzten Kohlenstoffes durch Waldzerstörung und Walddegradation entstanden sind. Dies illustriert umso mehr, dass dringend gegen den Klimawandel und Waldbrände vorgegangen werden muss.

Als ganzheitlicher Lösungsanbieter im Bereich Feuerwehrsystemlösungen und einem internationalen Netzwerk, sehen wir es als unsere Aufgabe, hier unseren Beitrag zu leisten. Neben den vorhandenen Produkten im Bereich Waldbrand und deren stete Weiterentwicklung, setzen wir uns im Research Bereich seit Längerem mit diesem äußerst komplexen Thema auseinander und versuchen es ganzheitlich zu verstehen. Dieses integrierte Verständnis ist essenziell und die Basis dafür, sinnbringende und effektive Lösungen zu entwickeln. Das Fundament für den Wissensaufbau stellt ein Kompendium Wildfire Whitepaper dar, welches mit Informationen aus Fachliteratur, wissenschaftlichen Studien und Expertenwissen gefüttert wurde. Es fanden Gespräche mit einer Vielzahl von internationalen Waldbrandexpert*innen aus Feuerwehr, Forstwirtschaft, Forschung und Flugbrandbekämpfung statt. Die Erkenntnisse aus diesen Interviews zeigen, dass die Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Organisationen, die Faktoren Training und Ausbildung als auch die effektive Koordination und Kommunikation zwischen den Einheiten maßgeblich sind und derzeit in einem unbefriedigenden Ausmaß umgesetzt werden (können). Die Expert*innen sind sich einig, dass die Prävention (u.a. geeigneter Waldbau, Waldhygiene, kontrolliertes Brennen, Sensibilisierung der Bevölkerung) einen wesentlichen Bestandteil in der Waldbrandeindämmung ausmacht. Dafür ist jedoch genau die Zusammenarbeit zwischen den Organisationen als auch die Ausbildung, also das Wissen im Bereich Waldbau und -brand, entscheidend. Wenn man versteht, wie Waldbrände überhaupt entstehen können und sich ausbreiten, kann man diese effektiv vorbeugen und bekämpfen. Auf der technischen Seite ist ein Zusammenspiel verschiedener Früherkennungsmethoden gefragt. Hier werden zum Beispiel die Satelliten- als auch bodengebundene Früherkennung, als zielführend gesehen Die Kombination von Prävention und Früherkennung hat das Ziel, dass Waldbrände erst gar nicht entstehen bzw. wenn sie ausbrechen, klein gehalten werden können.

Die Verknüpfung von Research, Kundenerfahrungen aus unserem Kundennetzwerk und Experteninterviews hat gezeigt, dass in der Eindämmung von Waldbränden nicht ein Faktor ausschlaggebend ist, sondern eine Vielzahl von Faktoren Einfluss nehmen. Aufgrund der gewonnenen Erkenntnisse wurde im Research Bereich die Erkenntnisse zusammengefasst und in der „Wildfire Action Map“ dargestellt. Diese Karte zeigt jene Themenfelder, die dringenden Handlungsbedarf erfordern und soll den Beteiligten helfen, diese Faktoren und deren Verbindungen in deren Kontext ganzheitlich zu verstehen und so Ressourcen effizient einzusetzen. Da Waldbrände weltweit unterschiedliche Effekte und Auswirkungen haben und dadurch Best Practices nicht einfach übernommen werden können, ist die Wildfire Action Map zusätzliche ein Tool dafür, die eigenen wesentlichen Faktoren hervorzuheben und somit die Karte für sich selbst zu adaptieren.

Waldbrand Action Map

Mit Etablierung eines internationalen Waldbrandexpertennetzwerks, wurde die Wildfire Action Map von Expert*innen intensiv diskutiert, gechallenged und erweitert.

Auch für uns als Rosenbauer Research haben sich durch die gewonnenen Erkenntnisse Fokusfelder gezeigt, die mit Forschungsaktivitäten weiter vorangetrieben werden. Mit den Entwicklungen dieser Lösungen leistet Rosenbauer seinen Beitrag gegen den Klimawandel und für die Waldbrandbekämpfung.

Es ist noch möglich, Schritte gegen den Klimawandel zu setzen und sich an die Situation anzupassen, jedoch kann aufgrund der Vielzahl an Einflussfaktoren ein einzelner Player nur begrenzt Wirkung erzeugen. Um eine klimaresiliente Zukunft zu erreichen und das sich schließende Zeitfenster für effektive Maßnahmen zu nutzen, ist es ein entscheidender Faktor, gemeinsam und rasch gegen Waldbrände vorzugehen. Dies gelingt nur durch eine ganzheitliche Herangehensweise und unter Berücksichtigung aller einflussnehmenden Faktoren wie die Vegetation, Prävention, Früherkennung, Deeskalation und Ausbildung (siehe Wildfire Action Map). Mit dem Topic Management Waldbrand und den laufenden Forschungsaktivitäten wird bei Rosenbauer ein Fokus auf das Thema gesetzt: wir kooperieren mit Experten, Start-Ups und Organisationen (siehe aktuelle Pressemitteilung), entwickeln neue Lösungen und stimulieren den notwendigen Austausch zwischen den beteiligten Parteien durch zielgerichtete Netzwerke.

Über Ihre Gedanken zur Waldbranddeeskalation freuen wir uns in den Kommentaren.