Der Trend „Gender Shift“ zeigt einen grundsätzlichen Wandel der klassischen Geschlechterrollenverteilung in unserer Welt auf. Immer mehr Frauen sind im Feuerwehrdienst aktiv. Rollenmischung ist auch im Feuerwehrwesen ein wesentliches Schlagwort. Mit dem vermehrten Einsatz der Feuerwehrfrauen ändern sich auch die Anforderungen an die Bedienung der Gerätschaften und an die Fahrzeugeigenschaften. In der Tagesverfügbarkeit und in ergänzenden Kompetenzen liegen die großen Chancen des Trends Gender Shift, denn auch der zeitweise Rollentausch bei der Kindererziehung beeinflusst die gewohnte Verfügbarkeit.

Das klassische Berufsbild des Feuerwehrmannes erfährt bereits seit einigen Jahren bei den Feuerwehren eine Veränderung. Der Dienst im vielschichtigen Feuerwehrumfeld ist nicht mehr nur reine „Männersache“. Immer öfter finden sich auch weibliche Kameradinnen – sei es im aktiven Dienst, im Bereich der Ausbildung, bei der Jugendfeuerwehr sowie in der Patientenbetreuung.

Doch diese Änderung der „klassischen“ Schiene verlangt nach einer entsprechenden Adaptierung welche auch zum Wohle der gesamten Einsatzmannschaft beiträgt. Es wird notwendig sein, nicht nur Fahrzeuge, sondern auch Gerätschaften Ergonomie-neutral zu optimieren. Denn Anpassungen hinsichtlich Entnahme- und Manipulier-Möglichkeiten, einfache Bedienung und Optimierungen bei der Einsatzbekleidung sind notwendig, um Frauen den Dienst bei der Feuerwehr zu vereinfachen sowie attraktiver zu machen. Die Betrachtungsweise von Bediensystemen ist aus weiblicher Sicht sehr pragmatisch und führt durch diesen Blickwinkel auch zu deutlichen Vorteilen für den gesamten, teilweise hektischen Bedienablauf im Einsatzgeschehen.

Das Thema Gender Shift wird auch bei einer veränderten Tagesverfügbarkeit spürbar. Beispielsweise wenn Eltern, welche in Elternteilzeit arbeiten oder Angestellte/Arbeiter, welche sich bereits in ihrer passiven Phase einer Altersteilzeit befinden, zur Überbrückung von Mannschafts-Engpässen alarmiert werden können. Aber auch flexible Arbeitszeiten oder -modelle ermöglichen es, Beruf und Privatleben immer mehr zu vereinen. Beispielsweise sind Feuerwehr-Kräfte an Home-Office Tagen für die ortsansässige Feuerwehr tagsüber verfügbarer, als wenn man im entfernten Arbeitsort wäre.

Generell ist unabhängig von Geschlecht, Alter, Herkunft, kulturellem Background oder Ausbildung jeder bei der Feuerwehr willkommen. Neben dem aktiven Dienst als Feuerwehrmann/frau, gibt es unzählige Möglichkeiten, seinen Beitrag im Dienste der Gesellschaft zu leisten und Menschen in Not zu helfen.