Tenside setzen die Oberflächenspannung von Flüssigkeiten herab und ermöglichen so Schaumbildung. Im alltäglichen Gebrauch findet man diese in Seifen, Haarwaschmittel und Reinigungsmittel. Für Löschschaummittel werden unter andern fluorierte Tenside verwendet, einige davon stehen auf der Liste der Umweltgifte – ein Überblick.

Die Zumischung von Schaummittel zum Löschwasser wird nicht nur im abwehrenden Brandschutz eingesetzt, auch bei stationären Löschanlagen wird mit Schaum gekühlt. Anwendungsbereiche sind Gefahrenstofflager, Verarbeitungshallen von Recyclinggut und Orte an denen größere Mengen an brennbaren Flüssigkeiten vorkommen, z.B. Flugzeughangars. Reines Wasser hätte hier eine unzureichende Löschwirkung. Die Ausbringung erfolgt im Normalfall automatisch über Sprinkler, bzw. Sprühflutanlagen oder mittels Löschmonitoren, wenn eine gezielte Kühlung auf großen Flächen notwendig ist.

 

Welche Arten von Schaummitteln gibt es?

Grundsätzlich unterscheidet man in synthetische und Protein-Schaummittel, wobei bei der ersten Gruppe die Oberflächenspannung des Wassers durch künstlich hergestellte Substanzen zur Schaumerzeugung herabgesetzt wird. Bei den Protein-Schaummittel sind es natürliche Eiweißstoffe, die eine Schaumerzeugung ermöglichen.

Problematisch ist, wenn im Schaummittel sogenannte Poly- und perfluorierte Chemikalien (PFC) enthalten sind, wie es bei den synthetischen Schaummitteln der Fall ist. PFC ist ein Stoff, der bei wasserfilmbildenden Konzentraten verwendet wird und bei der Bekämpfung von Flüssigkeitsbränden zum Einsatz kommt. Die Löschwirkung wird dadurch enorm erhöht und ist Voraussetzung, dass gewisse Brände überhaupt gelöscht werden können. Nichtsdestotrotz sollte aber auf einen sorgfältigen Umgang geachtet werden.

PFC ist eine chemische Obergruppe, die eine Vielzahl von Stoffen beinhaltet. Problematisch sind dabei beispielsweise die Stoffe Perfluoroktansulfonsäure (PFOS) und Perfluoroktansäure (PFOA). Diese Chemikalien sind giftig und breiten sich, einmal in die Umwelt gebracht, über die Gewässerströmungen global aus. Einige dieser Stoffe können sich im menschlichen Körper anreichern und toxisch wirken. PFOS und PFOA hat sich in Tierversuchen als die Fortpflanzung gefährdend erwiesen.

Die EU verbietet daher seit 27. Juni 2008 das Inverkehrbringen und Verwenden von PFOS. Die Aufbrauchfrist hat bis Juni 2011 gegolten. Eine weitere Verwendung ist verboten. Im Gegensatz dazu steht PFOA unter Beobachtung.

 

Das richtige Schaummittel für Ihre Löschanlage

Betreiber von stationären Löschanlagen sollten sich in diesem Sinne über die Art des verwendeten Schaummittels bei dem Errichter informieren. Informationen über Alternativen zu fluorhaltigen Schaummitteln finden Sie im Blogbeitrag „Fluch und Segen von „Fluor“ im Löschschaum“. Besteht Unklarheit, ob das Schaummittel in der Löschanlage PFOS oder PFOA enthält, kann eine Analyse Abhilfe schaffen. Auch ein Blick auf die Herstellerinformationen schafft oft Klarheit.