Bevor ein Feuerwehr-Helm in Verkehr gebracht wird und in weiterer Folge bei unterschiedlichen Einsatzszenarien eingesetzt werden darf, muss er nach den für das jeweilige Land geltenden Helmnormen geprüft und zertifiziert werden.

HEROS-titan Pro

Der HEROS-titan Pro ist nach anderen Normen zertifiziert als der HEROS-titan.

Der Grundgedanke von Normen ist, Gefahren, die während diverser Einsätze auftreten können, aufzulisten, diese zu bewerten und Prüfszenarien daraus abzuleiten. Dadurch können Helme, die diese Normanforderungen erfüllen, dem Anwender den maximalen Schutz bieten.

Rosenbauer produziert bereits seit 1992 erfolgreich Feuerwehrhelme, die weltweit zum Einsatz kommen und somit unterschiedlichste Normanforderungen erfüllen müssen.

 

Was sind die wesentlichen Normen für Feuerwehrhelme?

Rein geographisch gibt es grundsätzlich drei „Normenwelten“ für Feuerwehrhelme.

Flagge der Europäischen Union

EN (Europäische Norm)

Wird erfüllt von: HEROS-titan, HEROS-smart, HEROS-xtreme, HEROS-matrix (erfüllt nicht EN443:2008)

EN443:2008 Helme für die Brandbekämpfung in Gebäuden und anderen baulichen Anlagen.
EN16471:2014 Helme für Wald- und Flächenbrandbekämpfung.
EN16473:2014 Helme für technische Rettung.
EN14458:2018 Persönlicher Augenschutz – Hochleistungsvisiere zu ausschließlichen Verwendung in Schutzhelmen.

 

Flagger der Vereinigten Staaten von Amerika

NFPA (National Fire Protection Association)

Wird erfüllt von: HEROS-titan Pro

NFPA 1971, 2018 edition Protective Ensembles for structural Fire Fighting and proximity Fire Fighting.
ANSI / ISEA Z87.1-2010 American national standard for occupational and educational personal eye and face protection devices

 

Flagge von Australien

AS/NZS (Australian/New Zealand Standard)

Wird erfüllt von: HEROS-titan AS

AS/NZS 4067:2012 + A1:2014 Protective helmets for structural Fire Fighting

 

Was sind die wesentlichen Prüfanforderungen?

  • Durchdringungsfestigkeit: Ein Stahlkeil fällt aus 2,5 m Höhe auf den Helm und darf den Prüfkopf nicht berühren
  • Stoßdämpfung: Eine 5 kg-Stahlkugel fällt aus 2,5 m Höhe 5x in Folge auf denselben Helm an unterschiedlichen Stellen, der Helm muss die Kräfte ausreichend dämpfen.
  • Beflammung (flame-engulfment): Vollbeflammung kpl. Helmsystem mit > 1.000°C für 10 sec., kein Teil darf länger als 5 sec. Nachbrennen oder nachglühen. Simuliert den Schutz z.B. bei Flashover.
  • Quer- und Längsverformung: Der Helm wird längs und quer mit 630 N belastet und darf sich dabei um max. 40 mm verformen
  • Wirksamkeit des Haltesystems: Festigkeit Kinnriemen und Innenausstattung wird geprüft.
  • Elektrische Eigenschaften: Schutz gegen hohe Spannungen wird geprüft, kein elektrischer Durchschlag bei 1.200 Volt.
  • Schutz gegen Chemikalien: keine sichtbaren Schäden an Helm und Visier nach Beaufschlagung mit aggressiven Chemikalien.
  • Gesichts- und Augenschutz: Visiere werden mit 6 mm-Stahlkugeln beschossen mit mind. 120 m/sec (432 km/h), keine Durchdringung, kein Bruch.

 

Zu jeder dieser Prüfungen gibt es auch noch unterschiedliche Vorbehandlungen, die unmittelbar vor der Prüfung durchgeführt werden. Nachstehend sind einige dieser Vorbehandlungen aufgelistet:

 Vorbehandlung  Beschreibung  Prüfungen
Hohe Temperaturen Bestrahlung mit einer Wärmequelle von 14 KW/m² für 8 min. Dabei werden an der Helmoberfläche mehr als 330°C erreicht. Stoßdämpfung
1 Schlag / Helm Durchdringung
Niedrige Temperaturen Der Helm wird für mindestens 4 h “tiefgefroren“ bei bis zu minus 40°C. Stoßdämpfung
5 Schläge / Helm
Durchdringung
Feuchtigkeit Der Helm wird für min. 4 h vollständig in Wasser eingetaucht. Stoßdämpfung
UV-Alterung Die Helme werden min. 400 Stunden mit einer Xenonlampe Nennleistung 450 W bestrahlt. Diese Vorbehandlung erfolgt bei allen Prüfungen

 

HEROS-titan Bestrahlung

Der HEROS-titan wird vor den Normprüfungen intensiv bestrahlt.

HEROS-titan Beflammung

Der HEROS-titan beim Beflammungstest.

HEROS-titan Durchdringungsfestigkeit

Der HEROS-titan bei der Prüfung auf Durchdringungsfestigkeit.

 

Worauf soll ich bei der Beschaffung achten?

Die zu beschaffenden Helme sollten unbedingt die für das jeweilige Land geltenden Normanforderungen und Bestimmungen erfüllen. Achten Sie auf den Nachweis einer Zertifizierung durch eine akkreditierte Stelle. Nur damit ist sichergestellt, dass der Helm nach der gewünschten Norm zugelassen ist.

Ein Feuerwehrhelm für den Universaleinsatz soll jedenfalls auch mit einem geprüften Gesichtsschutzvisier nach EN 14458 und mit einem (auch mit Handschuhen) gut einstellbaren Haltesystem samt Kinnriemen ausgestattet sein.

 

Wie kann ich erkennen ob und nach welcher Norm der Helm geprüft und zertifiziert ist?

Auf jedem Helm muss eine Kennzeichnung angebracht sein, die angibt, nach welcher Norm der Helm geprüft und zertifiziert wurde und welches Prüfinstitut die Prüfung / Zertifizierung durchgeführt hat (CE-Nummer).