In den letzten Monaten waren Drohnen (UAV) ein sehr prominentes Thema, nicht nur im Bereich Feuerwehr. Sei es durch Sperren von Flughäfen, die neue EU-Verordnung oder als Unterstützung bei der Bekämpfung der Pandemie.

Rosenbauer CFT mit DrohneBei Rosenbauer beschäftigen wir uns bereits seit einigen Jahren mit der Frage wie und in welcher Form der Einsatz dieser neuen Technologie die Feuerwehr und den Katastrophenschutz unterstützen kann. Dies reicht von Löschversuchen mit einer Drohne bereits im Jahr 2017 bis hin zu Teilnahmen an einigen Vergleichsvorführungen und Selbsttests.

In den letzten Jahren hat sich viel geändert und noch mehr weiterentwickelt im UAV Bereich. Denn mittlerweile stellt sich nicht mehr die Frage nach der Sinnhaftigkeit und dem großen Nutzen, den Drohnen bei Einsätzen bringen können, da es ja bereits ausreichend gute Beispiele gibt. So werden Drohnen bei Suchaktionen, Großschadenslagen und bei Einsätzen mit gefährlichen Stoffen verwendet, konnten den Einsatzverlauf sehr positiv beeinflussen und so den Einsatzkräften wertvolle Zeit und Ressourcen zu sparen.

Nichts destotrotz gibt es noch offene Fragen, die es zu klären und beleuchten gilt, bevor es zu einem flächendeckenden Einsatz kommen kann.

 

Wie ist die rechtliche Lage zum Fliegen von Drohnen im Einsatzfall?

Dies ist trotz der neuen EU-Richtlinie landesabhängig und wird daher auch in nächster Zukunft nicht einfach zu beantworten sein. Einige Länder wie zum Beispiel Deutschland haben bereits eine klare Regelung. Österreich arbeitet daran (Rechnungshofbericht „Drohnen in der zivilen Luftfahrt“, Jänner 2020) und in den USA dürfen aktuell kaum noch Drohnen starten. Dies zeigt, dass sich der Gesetzgeber noch nicht sicher ist, wie damit umgegangen werden soll. Aktuell gibt es meist jedoch kaum eine andere Möglichkeit als um Ausnahmegenehmigungen anzusuchen.

Wir sind uns jedoch sicher, dass der Gesetzgeber aufgrund des großen Nutzens der Drohnen im Einsatzfall bemüht ist, ehestmöglich eine Regelung zu finden und dies nur mehr eine Frage der Zeit ist.

 

Für welche Drohne soll ich mich entscheiden?

Eines haben Vergleichsvorführungen und das Feedback von drohnenerfahrenen Einsatzorganisationen gemeinsam – die Empfehlung flexible Standardprodukte zu verwenden. Durch eine große Auswahl von Zusatzbeladung und Sensoriken speziell bei diesen Geräten wird das Einsatzspektrum der Drohne stark erhöht und ein größtmöglicher Zusatznutzen erzielt.

Ein weiterer, nicht von der Hand zu weisender Vorteil, ist die hohe Einsatzbereitschaft, da keine Sonderkonfigurationen notwendig sind. Denn ein Einsatzmittel muss zu jeder Tages- und Nachtzeit funktionieren. Einige große Drohnenhersteller wie DJI  haben hierzu auch bereits eigene professionelle Drohnenproduktlinien in ihr Sortiment aufgenommen, in dem sie ihre Consumer Produkte verbessert und strapazierfähiger gemacht haben. Solche sind besonders für Einsatzkräfte zu empfehlen.

DJI Drohne und Rosenbauer CFTDeshalb haben wir uns entschieden eine Globale Entwicklungs-Partnerschaft mit dem Marktführer DJI  einzugehen. Speziell mit der neuen DJI Matrice 300 RTK wurde eine Drohne auf den Markt gebracht die durch einen IP45 Schutz (Flug bei Regen und Schnee möglich), der langen Flugzeit von bis zu 55 min und einer der einfachsten Bedienung am Markt perfekt für den BOS Einsatz geschaffen ist.

Als größtes fehlendes Puzzlestück ergab sich bei unseren Studien die Darstellung des Videos auf einem externen Gerät und einem Display, das größer als ein Smartphone ist. Durch die vollumfängliche Integration der Drohnen in unsere Digitalen Lösungen haben wir es geschafft, den Video-Livestream auf einer unbeschränkten Anzahl an mobilen Geräten und auch auf einem großen Monitor (z.B. in einer Leitstelle) inkl. Echtzeit-Koordinaten in einem einheitlichen System gleichzeitig darzustellen.

 

Wie muss meine Mannschaft aufgestellt sein, damit der Ankauf einer Drohne Sinn macht?

Eine einfach zu beantwortende Frage: jeder, der als Kind oder als junggebliebener Erwachsener eine Fernsteuerung in der Hand hatte, kann prinzipiell eine Drohne fliegen. Durch die enorme Entwicklungsleistung der Hersteller in den letzten Jahren ist es wirklich einfach, für Jung und Alt, eine Drohne in Betrieb zu nehmen und zu fliegen. Haben Sie keine Angst es zu testen! Es wird Ihnen Spaß machen.

Speziell nach dem Absolvieren des Drohnenflugscheines (Tageskurs & Prüfung) und einigen Übungen, kann so gut wie jeder eine Drohne fliegen und sie auch im Einsatzfall bedienen. Sei es nun der einsatzerfahrene Feuerwehrmann an der Einsatzleitstelle oder eine junge Einsatzkraft: Drohnen zu verwenden ist mit Sicherheit keine „Rocket Science“.

 

Unser Fazit

Drohnen bei der FeuerwehrUnserer Meinung nach sind Drohnen kein Zukunftsthema mehr. Sie sind bereits das Einsatzmittel von vielen Behörden und im täglichen Arbeitsalltag oft nicht mehr wegzudenken. Drohnen haben es durch die große Weiterentwicklung in den letzten Jahren geschafft, sich aus dem Gadget-Sektor in den hochprofessionellen Bereich zu entwickeln.

Was jedoch bei Kauf unbedingt bedacht werden muss, ist die Verwendung von Standard-Hardware, welche speziell auf die BOS Bedürfnisse abgestimmt ist. Hierzu beachten Sie bitte nicht nur die Flugzeit, sondern auch, bei welchem Wetter man die Drohnen verwenden darf. Auch eine hochauflösende und große Darstellung eines Videobildes ist nötig, um die Einsatzlage optimal einschätzen zu können. Der Pilot sollte nicht auch noch mit diesen Aufgaben beschäftigt sein.

Sobald der Gesetzgeber die EU-Richtlinien und Regelungen für Einsatzkräfte beschlossen hat, werden Drohnen wie Wärmebildkameras und Drehleitern zur selbstverständlichen Grundausrüstung bei Einsätzen zählen.