Was heißt Digitalisierung eigentlich? Was bedeutet es für uns konkret? Seit Jahren als „Buzzword“ in aller Munde und viel beschworen als der Heilsbringer einer neuen Economy. Mit vielen neuen Technologien als Treiber, von denen auch heute noch nicht ganz klar ist, was sie an Mehrwert tatsächlich zu leisten vermögen. Und das soll uns fit machen für die nächsten Jahrzehnte? Aber halt. Was bedeutet eigentlich der Begriff mit dem so inflationär umgegangen wird? Noch dazu werden Begriffe mit unterschiedlichen Bedeutungen verwendet (vgl. Unruh & Kiron, 2017):

Digitalisierung vs. Digitalisation vs. Digitale Transformation

Als Rosenbauer betrifft uns dieser Wandel auf allen drei dargestellten Ebenen. Auf erster Ebene werden bereits seit einiger Zeit essenzielle Bausteine der Digitalisierung, wie IT-Software und -Infrastruktur, speziell ERP-Software erneuert und die damit verbundenen Prozesse durchleuchtet. Eine große Anzahl von digitalen Potentialen in allen Bereichen wurde identifiziert und konsequent bearbeitet, letzte „Papierformulare“ sind damit auf dem Wege zu Geschichte zu werden. Auch auf zweiter Ebene sind wir seit geraumer Zeit mit dem Aufbau eines digitalen Produktportfolios mit Digital Solutions Vorreiter in der Branche. Hier gilt es, den erlangten Erfahrungsschatz einerseits in die Verbindung von traditionellen Produkten und digitalen Lösungen zu stecken, andererseits den Schwung „agil“ beizubehalten, um die gemeinsame Wirkungsfähigkeit pragmatisch abzutesten und generell umfassender zu denken. Als Organisation innerhalb der Gesellschaft sind wir auf Level drei gefordert, auf die Veränderungen zeitgerecht zu reagieren und den Umgang der Menschen mit den neuen Möglichkeiten nutzbringend umzusetzen.

Die Umsetzung der Bestrebungen findet im Rahmen einer Digitalisierungsstrategie statt. Diese wird als funktionale Strategie aus der Konzernstrategie abgeleitet und beantwortet vor allem die Frage, welche Rolle Digitalisierung bei der Erreichung die Konzernziele spielt und welchen Beitrag sie dabei leistet. Dazu wurden Handlungsfelder definiert und Suchfelder abgeleitet, auf die der Fokus zur Erreichung der Strategie gelegt wird. Basierend auf dem in den Suchfeldern festgelegten Suchhorizont und den internen Potentialen erfolgt eine zielgerichtete Sondierung sowie Priorisierung von möglichen Digitalisierungsprojekten. Bereits laufende und geplante Projekte werden regelmäßig im Rahmen der Digital Roadmap bearbeitet und sind somit zielgerichtet und nachvollziehbar. Um die Fülle an Potentialen umzusetzen, dient ein sich konstituierendes Digital Team aus unterschiedlichen Fachbereichen als zentrale Anlauf- und Koordinationsstelle für die unterschiedlichen Projekte der Digital Roadmap. Bestehende Strukturen und Ressourcen werden dabei genutzt und eingebunden.

Bei all diesen Aktivitäten unterstützt ein Digital Enabler als Schnittstelle und Koordinator bestehende innerbetriebliche digitale Potentiale umzusetzen, neue sichtbar zu machen und in Folge erste jeweilige Umsetzungsansätze zu ermöglichen und zu begleiten. Somit ist er Ansprechpartner aller Fachbereiche für die Generierung von digitalen Ideen bis zu Initial Concepts. Neben strategischen Initiativen werden konkrete Digitalisierungsaktivitäten strukturiert durch das Portfolio des Digital Enablers unterstützt und betrieben.

Zuletzt sollte man aber bei allem Bestreben „in Zahlen umzuwandeln“ nicht vergessen, dass dabei ein tatsächlicher Nutzen für das Unternehmen und die Menschen darin gegeben sein muss. Digitalisierung nicht der Digitalisierung, sondern der Zweckmäßigkeit willen.