Die Auseinandersetzung mit Megatrends wird immer wieder gleichgesetzt mit dem Versuch, die Zukunft vorherzusagen – das würde man sich vielleicht oft wünschen, trifft aber nur sehr bedingt zu. Megatrends sind nämlich nichts anderes als eine Zusammenfassung von Entwicklungen und Strömungen, die uns als Gesellschaft in der jüngeren Vergangenheit in vielen Lebenslagen – Wirtschaft, Politik, Technik, Kultur und vielen Weiteren – geprägt haben und, welche die Welt langsam, aber grundlegend ändern – so auch die Feuerwehrwelt!

Die Feuerwehr-Trendmap 4.0 bietet dazu eine Übersicht der relevantesten Veränderungen und Trends, die einen direkten oder indirekten Einfluss auf Feuerwehren, deren Einsatzgebiete, Einsatzmittel und deren Umfeld insgesamt haben. Darüber hinaus gibt sie auch Ausblick auf „mögliche“ zukünftige Szenarien und Rahmenbedingungen, mit denen die Feuerwehren konfrontiert sein könnten. Nachdem die Zeit auch immer neue Erkenntnisse bringt, werden die Inhalte in regelmäßigen Zyklen auf deren Wertigkeit geprüft, aktualisiert und überarbeitet. Nun, was hat sich jetzt eigentlich seit der letzten Feuerwehr-Trendmap geändert?

Firefighting trendsGrundsätzlich lässt sich vorwegnehmen, dass für den Feuerwehrsektor die Megatrends Konnektivität, Neo-Ökologie, Mobilität und Gesundheit spürbar an Relevanz zugenommen haben. Stark verknüpft mit Konnektivität sind natürlich unweigerlich Begriffe wie Digitalisierung, Internet-of-Things oder Big Data, die sich in vielerlei Hinsicht auch immer mehr im Kontext der Blaulichtorganisationen finden lassen und dort an Akzeptanz dazugewinnen. Der Zugriff auf und die nahtlose Verwertung von Fahrzeugdaten sowie Verkehrs- & Infrastruktur-Informationen zugunsten einer reibungslosen Abwicklung von Einsätzen, IOT-unterstützte Echtzeit-Navigation in geschlossenen Gebäuden oder aber Robotik-Systeme, die autonom Einsatzmissionen ausführen, sind nur einige Beispiele, die zeigen, was mit der heutigen Technologie bereits alles möglich ist.

Die fortdauernde Klimakrise und Phänomene wie Starkregenereignisse, lang andauernde Hitzeperioden und verheerende Waldbrände lassen den Umweltgedanken bei den Menschen und auch in der Politik wieder etwas stärker in den Mittelpunkt rücken. Die Intensität und Häufigkeit, mit denen derartige Wetterphänomene auftreten, stellen die Einsatzkräfte der Feuerwehren vor teils nur sehr schwer überwindbare Herausforderungen. Prävention und Frühdetektion wird in diesem Zusammenhang ein wesentlicher Schlüsselfaktor. Der Megatrend Neo-Ökologie beschäftigt sich darüber hinaus auch intensiv mit nachhaltigen Technologien. So spielen alternative Antriebs- und Energieerwirtschaftungsformen eine große Rolle, womit Feuerwehren zukünftig vermehrt konfrontiert sein werden – speziell was den Umgang mit verunfallten E-Fahrzeugen, Lithium-Ionen- Batterie-Brände etc. betrifft. Damit verknüpft ist auch der Megatrend Mobilität, in dem neben der Thematik des autonomen Fahrens, Carsharing und Mikromobiltät auch Drohnen, ob als bemannte Lufttaxis oder unbemannte autonom fliegende Transporteinheiten, an Bedeutung gewinnt.

In Bezug auf das Thema Sicherheit sind vor allem die Datenschutzgrundverordnung und das Thema Cybercrime wichtige Eckpfeiler, denen Beachtung geschenkt werden muss. Aber auch Smart Homes sind – ob der positiven Vorteile für ihre Nutzer – ein potenzielles Risiko, wenn es um Cybercrime geht. Beim Megatrend Gesundheit steht vorrangig das steigende Gesundheitsbewusstsein der Menschen im Fokus. Im Feuerwehrsektor macht sich das unter anderem dahingehend bemerkbar, indem immer stärker auf Einsatzstellenhygiene, strenge Schwarz-Weiß-Trennung bei Schadstoffkontamination oder die Reduzierung der körperlichen Belastung geachtet wird. Zukünftig kann auch das Monitoring der Vital- und Gesundheitsparameter, was mittlerweile über herkömmliche Fitnessuhren und -bänder einfach möglich ist, das Gesundheitsrisiko bei anstrengenden Einsatztätigkeiten reduzieren.

Ein Trend, der wesentlich durch die aktuelle Covid-19 Pandemie Aufwind bekam, ist New Work. Mobile Arbeitsplätze und Home Office haben in den letzten Monaten die Arbeitswelt in Aufruhr gebracht und zwingen Unternehmen zu einem Umdenken in Hinblick auf flexiblere Arbeitsweisen. Im Vergleich dazu erfährt der Trend Globalisierung einen kleinen Dämpfer – so wird dieser aktuell neu gedacht. Da sich in den letzten Monaten die Wichtigkeit von verkürzten Lieferketten und regionalen Produktionen gezeigt hat, gewinnt vor allem regionale und lokale Wertschöpfung wieder an Relevanz.

Natürlich wirken auch die Megatrends Silver Society, Gender Shift, Wissenskultur, Individualisierung und Urbanisierung weiterhin auf die Feuerwehr und deren Umfeld, wenn auch nicht in der Intensität, wie die zuvor genannten. Ebenso wurden in Diskussionen mit Feuerwehrexperten und auf Grundlage von Sekundärforschungsergebnissen vier Treiber definiert, die unabhängig von Trendeinflüssen als wesentliche Einflussfaktoren für die gesamte Feuerwehr-Trendlandschaft betrachtet werden sollen. Zum einen betrifft dies die Geschwindigkeit und Dynamik, mit der sich Trends durchsetzen und neue Technologien etablieren, zum anderen Migration und die Politik, die entsprechende Rahmenbedingungen vorgibt und die somit einen konstanten Einfluss auf das Feuerwehrwesen ausüben.

Wenn Sie wissen möchten, was nun im Detail hinter den Mega- und Makrotrends steckt, so laden wir Sie gerne ein, einen Blick in die digitale Rosenbauer Feuerwehr-Trendmap zu werfen.

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Dieser Blog-Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit Marlene Pichler (Wissensmanagement & Trendrecherche).